Bremsprobleme: Berliner S-Bahn droht neues Chaos

Nächste Panne bei der Berliner S-Bahn: Nach Problemen bei Bremsversuchen steht nur noch ein Viertel aller Züge zur Verfügung. Ab Mittwoch soll ein Notfahrplan das größte Chaos verhindern. Bahn-Vorstand Homburg sprach von einem "schwarzen Tag für Berlin und die S-Bahn".

Berliner S-Bahn: Neuer Notfahrplan muss erstellt werdenZur Großansicht
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Berliner S-Bahn: Neuer Notfahrplan muss erstellt werden

Berlin - Aufgrund neuer Sicherheitsmängel droht der Berliner S-Bahn wieder ein Chaos: Wie der Mutterkonzern Deutsche Bahn am Montagabend mitteilte, kann nach der Entdeckung von "Auffälligkeiten" bei Bremsversuchen vorerst nur noch ein Viertel der S-Bahnen eingesetzt werden. Auf mehreren wichtigen Linien fahren vorerst keine Züge.

Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg sprach von einem "schwarzen Tag für Berlin und die S-Bahn". Ein "verlässlicher Notfahrplan" müsse erst erstellt werden und soll am Mittwoch in Kraft treten.

"Wir sind schockiert über diese Entwicklung, die nicht vorhersehbar war", sagte Homburg. Reisenden wurde empfohlen, in der City U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen zu nutzen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben sich laut Senat bereit erklärt, mit der S-Bahn über Nothilfen zu sprechen.

Nach turbulenten Wochen im Sommer hatte die S-Bahn zuletzt mit viel Mühe wieder 60 Prozent der für einen planmäßigen Betrieb notwendigen Züge auf die Schiene gebracht. Nach einem Radbruch Anfang Mai hatte sich herausgestellt, dass die S-Bahn wochenlang wichtige Überprüfungen von Rädern und Achsen hatte schleifen lassen. Zahlreiche Züge wurden vom Gleis genommen und acht Teilstrecken vorübergehend stillgelegt. In den vergangenen Wochen hatte sich der Takt im S-Bahn-Verkehr allmählich wieder gesteigert.

"Das ist ein Versäumnis der S-Bahn"

Nun der erneute Rückschlag: Bei Bremsversuchen am Montagnachmittag seien vier kaputte Bremszylinder festgestellt worden, sagte Homburg. Zur Sicherheit würden daher alle Zylinder mit einer bestimmten Laufleistung sofort ausgetauscht. Der Schaden sei kein Problem der Konstruktion, sondern der Wartung: "Das ist ein Versäumnis der S-Bahn in der längeren Vergangenheit."

Bei der turnusmäßigen Aufarbeitung der Zylinder sei eine Schraube nicht wie vorgeschrieben erneuert worden. Ob die Rückkehr zum normalen Fahrplan wie bisher angestrebt im Dezember zu halten sei, könne man noch nicht absehen. Laut Eisenbahnbundesamt hat die S-Bahn "in eigener Verantwortung entschieden, eine große Zahl von Zügen stillzulegen."

Bei dem neuen Notfahrplan sollen mehrere Teilstrecken nicht mehr befahren werden. Zur kurzfristigen Information der Fahrgäste will die S-Bahn stündlich ihr Internetangebot aktualisieren.

hut/dpa/AFP

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