Job-Offensive Bahn will 19.000 neue Mitarbeiter einstellen

Die Bahn will ihr Personal im kommenden Jahr aufstocken: Viele Tausend neue Jobs sollen geschaffen werden. Auch weil das Unternehmen sein Angebot deutlich ausbauen will.

Schaffner der Deutschen Bahn
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Schaffner der Deutschen Bahn


Die Bahn will Medienberichten zufolge in diesem Jahr 19.000 neue Beschäftigte einstellen. "Darunter sind allein über tausend Lokführer und Lokführerazubis", sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Auch beim Nachwuchs sind wir mit 4000 neuen Auszubildenden und dual Studierenden weiter auf Rekordkurs."

Gründe für die zahlreichen neuen Anstellungen seien das Wachstum und der digitale Ausbau des Konzerns. Konzernchef Richard Lutz hatte erst in der vergangenen Woche angekündigt, dass auf dem gesamten deutschen Schienennetz in Zukunft 20 Prozent mehr Züge fahren können. Die Bahn will ihre Züge in 10 bis 15 Jahren flächendeckend digital leiten. Auch Stellwerke und Weichen sollen mit Funktechnik gesteuert und überwacht werden. "Der Verkehr auf der Schiene wird stabiler, verlässlicher und damit pünktlicher", sagte Lutz.

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Ein weiterer Grund für die Stellenoffensive sei die Tatsache, dass viele Kollegen in den kommenden Jahren in Ruhestand gingen. Laut dem Bericht hat der Konzern in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 60.000 neue Mitarbeiter eingestellt.

Es fehlten vor allem Lokführer, sagte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokführer, Claus Weselsky, der Funke-Mediengruppe. "Aktuell fehlen bundesweit mindestens 1200 Lokführer." Immer wieder fielen deshalb Züge aus. "Oft wird der Mangel auch durch Überstunden ausgeglichen", sagte Weselsky.

mhe/dpa



insgesamt 33 Beiträge
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Thunder79 28.01.2018
1. Das ist allerdings eine erfreuliche Nachricht....
denn ich persönlich finde es sehr schade, dass durch die ständigen Ausfälle und Verspätungen das Zugfahren so unattraktiv ist. Gerade Freitag Abend zwischen Stuttgart und Esslingen erlebt: Der Zug blieb einfach Nachts um 01:00 Uhr stehen. Nach 20min der entferfte Lokführer mit seiner durchsage: Es kotzt ihn ebenfalls an dass er von seiner Leitstelle keine Infos bekommt. Wir haben im Abteil dann nur noch gefeiert. Endlich mal ein ehrlicher Lokführer... Zeigt aber, was bei der Bahn los ist!
frummler 28.01.2018
2. wie soll denn das gehen?
die bahn will 20% mehr züge fahren lassen? worauf denn? das schienennetz ist vollkommen im eimer und jede 2te brücke so maraode das mann sie nichtmal mehr reparieren kann sondern sie komplett erneuert werden muss! über sehr viele brücken und strecken kann nur noch mit halber geschwindigkeit gefahren werden! die sollen lieber mal das netz in ordnung bringen statt am rad zu drehen!
Softeis 28.01.2018
3.
Das hört sich gut an. Bei der Anzahl des Personals kann man definitiv zuerst ansetzen, um den Zugbetrieb zu stabilisieren.
tickersieben 28.01.2018
4. Hört sich gut an........
....und ist bestimmt auch eine sinnvolle Maßnahme. Auch wenn ETCS Möglichkeiten eröffnet, Zugfolgen dichter zu machen - a la long sicherlich auch unumgänglich. Aber warum wird nichts/zu wenig unternommen, um JETZT die Situation zu verbessern? Was nützen dem Reisenden die um wenige Minuten verkürzte, fast schon "theoretische" Reisezeit, planmäßige Reisezeit genannt, wenn diese nicht oder schwer eingehalten wird und ganz "planmäßig" der Anschluss weg ist?? Warum nicht mal andersrum: Reisezeiten dauern wenige Minuten länger dafür erreicht ein Zug vielleicht sogar mal "zu früh" sein Etappenziel - und wartet ab, bis er pünktlich weiterfahren kann? Wem kommt es dann auf der Langstrecke auf - insgesamt - 18 Minuten an? Der Autofahrer, Der Flugreisende kalkuliert auch nicht auf die letzte Naht - und die Bahn würde zur Freude aller planbar und planbar pünktlich. So jedenfalls macht es die Schweiz, wenn sie feststellt, dass der "Plan" nicht richtig funktioniert, weil zu knapp ge"plant".
prince62 28.01.2018
5. Die Bahn wird seit 20 Jahren abgebaut und es geht auch 2018 weiter
Zitat von frummlerdie bahn will 20% mehr züge fahren lassen? worauf denn? das schienennetz ist vollkommen im eimer und jede 2te brücke so maraode das mann sie nichtmal mehr reparieren kann sondern sie komplett erneuert werden muss! über sehr viele brücken und strecken kann nur noch mit halber geschwindigkeit gefahren werden! die sollen lieber mal das netz in ordnung bringen statt am rad zu drehen!
Genau so ist es, mehr Züge wäre in der Zeit vor Mehdorn noch möglich gewesen, die Kapazität der alten Bundesbahn kann die Bahn AG jedochnicht mal mehr ansatzweise erreichen, da helfen auch keine automatischen Züge und anderer digitaler Schwachfug, das sind alles billige Ausreden um den Verfall des Schienennetzes zu verleugnen, es wurde zu viele Ausweich- und Überholgleise abgebaut, zuviele Rangiergleise und -Bahnhöfe stillgelegt und der Grund sofort verkauft und nicht vergessen, der Abbau des Schienennetzes geht auch 2018 munter weiter, wenn auch in kleinerem Maßstab, weil auch schon viel zu viel nicht mehr da ist, wer heute davon schwafelt, daß mehr Züge auf der Bahn fahren sollen/müssen, der hat die letzten 20 Jahre auf einem anderen Planeten verbracht, von daher gesehen sind die jetzt so dringend gebrauchten 19000 Mitarbeiter wohl eher dazu nötig, um die bevorstehenden Pensionierungen und Renteneintritte der Ex-Bundesbahnbeamten und -mitarbeiter aufzufangen, denn damit geht es jetzt los, auch gibt es bei der Bahn AG inzwischen ein derart hohe Personalfluktuation gerade in den Ballungsräumen, die es zu Behördenbahnzeiten nie gegeben hat, weil von dem Geld in München, Stuttgart und Frankfurt niemand leben kann, geschweige denn eine Familie ernähren.
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