Trotz Kritik Letzter Nachtzug der Bahn fährt im Dezember 

Im Schlafabteil zu reisen - das soll mit der Deutschen Bahn ab nächstem Jahr nicht mehr möglich sein. Trotz einer Petition von 14.000 Fahrgästen. Alternativen könnte Österreich bieten.

Nachtzug der Deutschen Bahn
DPA

Nachtzug der Deutschen Bahn


Die Deutsche Bahn hält trotz Kritik daran fest, ihre Nachtzüge im Dezember einzustellen. "Ab Fahrplanwechsel werden alle bisherigen Linien des klassischen Nachtzugverkehrs in einem Schritt eingestellt", teilte eine Sprecherin mit. Tausende Freunde des nächtlichen Reisens wollen das nicht hinnehmen: Mehr als 14.000 Menschen haben sich im Internet einer Petition angeschlossen, Nachtzüge und Autozüge zu erhalten.

"Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden", sagte Mit-Initiator Joachim Holstein vor Ablauf der Aktion. Am 31. Mai werde die Petition in Berlin dem Verkehrsausschuss des Bundestags übergeben, der sich für den Erhalt einsetzen soll. "Werden Nacht- und Autozüge abgeschafft, bedeutet das mehr Verkehr auf der Straße und mehr Kurz- und Mittelstreckenflüge", lautet die Kritik.

Nachdem schon zahlreiche Linien eingestellt worden waren, hatte der bundeseigene Konzern mit seinem Konzept "Zukunft Bahn" im Dezember das endgültige Aus für die Nachtzüge für Ende 2016 bekanntgegeben. Stattdessen sollen nachts mehr ICE-Züge fahren. Zudem laufen Verhandlungen mit den Österreichischen Bundesbahnen, die schon jetzt klassische Nachtzüge von Wien nach Düsseldorf und Hamburg unterhält und weitere Verbindungen in Deutschland anbieten möchte.

"Das Nachtzuggeschäft ist ein Nischengeschäft", heißt es bei der Bahn. Seit Jahren gebe es Verluste. Bei einem Ertrag von rund 90 Millionen Euro seien es im vergangenen Jahr etwa 31 Millionen Euro Minus gewesen. Die meisten Züge seien mehr als 40 Jahre alt und bräuchten erhebliche Investitionen. Ähnlich argumentiert die Bahn bei Autozügen, von denen der letzte schon Ende Oktober fahren soll.

beh/dpa-AFX



insgesamt 56 Beiträge
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johannesraabe 23.05.2016
1.
Anstatt die Bahn eine Alternative ist, wird sie der größte Rotz. Im Güterverkehr wird gestrichen, im Personenverkehr auch, ein ICE ist so unbequem für Menschen die keinen BMI von 22 bei 1.70 Körpergröße haben. Aber macht mal weiter so!
fxe1200 23.05.2016
2. Mit dem Motorrad in Hannover einsteigen...
...und in Narbonne aussteigen. Was gibt es Schöneres, als in den knappen Urlaubswochen die langweilige BAB und den dazugehörigen Regen vermeiden zu können. Der Autozug ist ein wunderbares Produkt und gehört gefördert und beworben. Warum können u.a. Frankreich, Österreich, Italien, Finnland den Service bieten, und die Deutsche Bahn steigt aus? Und wenn es ein wenig teurer wird, ok. Schließlich spart man sich zwei Übernachtungen und den Sprit bis nach Südfrankreich.
schnitteuk 23.05.2016
3.
Zitat von johannesraabeAnstatt die Bahn eine Alternative ist, wird sie der größte Rotz. Im Güterverkehr wird gestrichen, im Personenverkehr auch, ein ICE ist so unbequem für Menschen die keinen BMI von 22 bei 1.70 Körpergröße haben. Aber macht mal weiter so!
Ich bin 1,88, habe einen BMI von um die 24 und finde die Sitze im ICE schon OK, auch in der zweiten Klasse. Was passt denn nicht?
lou.cypher 23.05.2016
4. künftig: Eisenbahnbeitrag
... und das sieht dann so aus: mit dem Fahrplanwechsel 2018 kommt dann das Gebührenmodell "Eisenbahnbeitrag", der zentral von der DB-Einzugszentrale abgerechnet und eingezogen wird. Dieser wird das vielfältige Programm des DB-Unternehmens, insbesondere der weiter zu Erlebnis- und Einkaufswelten umstrukturierten ehemaligen Bahnhoefe sowie goeßere Erdbewegungsunternehmungen finanzieren. Es wird dabei auch keine Rolle spielen, inwieweit das - weiterhin rein theoretisch noch unterhaltende - Transportangebot in Anspruch genommen wird - der Beitrag entsteht bereits für die theoretische Moeglichkeit der Inanspruchnahme entsprechend den Regeln über die Erhebung des sog. Rundfunkbeitrags...
vonschnitzler 23.05.2016
5. simpel
die 14.000 könnnen sich doch zusammentun, die alten Züge kaufen, instand setzen, und eine 'Nachtbahn' gründen.
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