Stuttgart Bahn testet leuchtende Bahnsteigkante

Weniger Verspätungen durch neue Technik: In Stuttgart testet die Bahn eine leuchtende Bahnsteigkante. Sie soll den Fahrgästen zeigen, wo sie am besten auf die S-Bahn warten.

Leuchtende Bahnsteigkante, Stuttgart
DPA

Leuchtende Bahnsteigkante, Stuttgart


In Stuttgart testet die Deutsche Bahn (DB) ab sofort die bundesweit erste leuchtende Bahnsteigkante, die Auslastung und Position der Züge anzeigen kann. So soll sie helfen, S-Bahnen pünktlicher zu machen.

Am Gleis 2 des Bahnhofs Bad Cannstatt weisen im Boden eingelassene Leuchtsymbole wie Pfeile oder Kreuze vor der Einfahrt des nächsten Zuges darauf hin, wo dieser hält und wo genau sich die Türen befinden. Außerdem ist geplant, dass in den Wagen des jeweiligen Zuges per Kamera - anonymisiert - erfasst wird, wie stark sie belegt sind. Nach der Ampellogik von Grün, Gelb, Rot zeigt der im Bahnsteig verlegte Lichtfaserbeton die Auslastung an

Die Hoffnung der Bahn: Die Fahrgäste stehen damit am Bahnsteig eher an der richtigen Stelle, das Einsteigen geht zügiger. "Dynamische Wegeleitung mit Leuchtstreifen" nennt die Bahn das. Das Pilotprojekt soll sechs Monate laufen.

Als ein Anlass für das Projekt gelten millionenschwere Strafen, die von der S-Bahn Jahr für Jahr unter anderem wegen chronischer Unpünktlichkeit gezahlt werden müssen. Seit Ende 2013 werden am Hauptbahnhof in den Stoßzeiten schon S-Bahn-Helfer eingesetzt, die dafür sorgen sollen, dass sich die Abfahrten nicht durch im letzten Moment aufspringende Fahrgäste verzögern. Das habe sich bewährt und werde ausgebaut, hieß es.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, es sei die "bundesweit erste leuchtende Bahnsteigkante". Dies stimmte nicht. Sie ist aber die erste, die Position und Auslastung der Züge anzeigen kann.

bbr/dpa



insgesamt 27 Beiträge
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Alfons Emsig 26.02.2018
1. Sorry, aber das funktioniert doch gar nicht
Die Leuchtstreifen als solche vielleicht schon, aber diese sind auf die Kooperation des Lokführers angewiesen. Wenn dieser nicht im vorgegebenen Bahnsteigbereich hält, weil er beispielsweise schlicht vergessen hat, dass sein Zug ein Kurzzug ist, welcher im hinteren Teil zu halten hat, oder es ihm einfach egal ist oder warum auch immer, dann führen diese Leuchtstreifen nur zu erhöhter Verärgerung bei den Kunden. Seit Urzeiten gibt es am Bahnsteig die Wagenreihungspläne, welche meistens auch nur näherungsweise, manchmal aber überhaupt nichts mit der tatsächlichen Halteposition des Zuges zu tun haben. Von Nutzen können leuchtenden Bahnsteigkanten allerdings an Fernbahngleisen sein, um beispielsweise rot blinkend vor Zugdurchfahrten zu warnen.
Strangelove 26.02.2018
2. Ach wäre es schön wenn
auch die anderen Züge der Bahn immer am selben Punkt halten oder sich zumindest halbwegs an die ausgehängte Position halten würden. Sonst angestrengt Koffer schleppende Senioren könnten ganz entspannt am richtigen Punkt auf die Einfahrt warten. In Japan ist das seit Jahrzehnten die Regel, in Deutschland will man solche Perfektion offensichtlich nicht. Ein bischen Spaß und Spannung muss sein ob überhaupt und wo dann der Zug heute hält....
Paddel2 26.02.2018
3. Nicht die Lösung des Problems
Eine nette Idee, die aber das Kernproblem nicht löst. Das Stuttgarter Netz ist komplett auf den Hauptbahnhof ausgerichtet. Jeder Zug, egal ob Nah- oder Fernverkehr fährt in das Nadelöhr ein. Da nicht jeder Pendler als Ziel die Stuttgarter Mitte hat, müssen viele Fahrer hier umsteigen. Dafür stehen aber nur zwei S-Bahngleise zur Verfügung, d.h. es ballen sich zu Stoßzeiten derart viele Menschen auf engem Raum, dass Zu- und Ausstiege aus stehenden Zügen verzögert werden. Dadurch werden nachfolgende Züge behindert und die Kettenreaktion tritt in Gang. Solange Stuttgart nicht endlich das Netz dezentralisiert und mehr Knotenpunkte schafft, wird das Problem nicht gelöst.
joachimpeter 26.02.2018
4.
Ganz nett. Wichtiger Vorschlag zur Erweiterung: Kennzeichnung der Eingänge, an denen die Stellplätze für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder zu finden sind. Hier ist das Gedrängle viel größer als bei normalen Fahrgästen, da diese Türen wesentlich größere Abstände haben und ihre Benutzer entweder als Behinderte oder durch ihre zusätzlichen Fahrzeuge zusätzlich in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind.
RedEric 26.02.2018
5. UBahn Nürnberg
eine markierte Bahnsteigkante hat die U-Bahn Nürnberg auch. man sieht wo die Türen des haltenden Zuges sind und wo man sich am besten hinstellt um die Leute erst rauszulassen. Es leuchtet nicht aber es funktioniert gut.
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