Stuttgarter Volksfest Bahn warnt vor "verhaltensgestörten Personen"

Mit einer ungewöhnlichen Mitteilung hat die Deutsche Bahn in Stuttgart auf unpünktliche Züge hingewiesen: "Es ist mit Verspätungen, überfüllten Zügen und verhaltensgestörten Personen zu rechnen", hieß es auf Anzeigetafeln.

Cannstatter Wasen: "Eine solche Meldung wäre niemals freigegeben worden"
DPA

Cannstatter Wasen: "Eine solche Meldung wäre niemals freigegeben worden"


Stuttgart - Das Cannstatter Volksfest, auch als Cannstatter Wasen bekannt, hat in diesem Jahr zum 169. Jahr stattgefunden. Ähnlich wie zur Wiesn in München strömen Tausende Menschen auf die Feiermeilen, um vor allem eines zu tun, sich zu amüsieren. Dazu zählt meist auch, Bier zu trinken. Und wenn viele Menschen viel Bier trinken, dann kann es vorkommen, dass sie sich daneben benehmen und andere Leute stören. Auch in Zügen. Das hat nun bei der Bahn für Unstimmung gesorgt, weil Betrunkene offenbar zuhauf öffentliche Verkehrsmittel in Anspruch genommen haben und Züge deshalb nicht rechtzeitig losfahren konnten.

Für die Darstellung wird Javascript benötigt.

Mit einem ungewöhnlichen Hinweis an S-Bahnanzeigen am Stuttgarter Hauptbahnhof und an weiteren Bahnhöfen in der Region machte die Bahn auf die Verspätungen aufmerksam: "Cannstatter Wasen: Es ist mit Verspätungen, überfüllten Zügen und verhaltensgestörten Personen zu rechnen", wie die "Stuttgarter Zeitung" berichtet.

Das Unternehmen hat sich inzwischen für den Hinweis entschuldigt. "Wir entschuldigen uns in aller Form", sagte eine Bahnsprecherin der Zeitung. Nikolaus Hebding vom Stuttgarter Bahnhofsmanagement sagte, mit der Mitteilung sei eine Grenze überschritten worden. Ein Mitarbeiter habe offenbar eigenmächtig gehandelt. "Eine solche Meldung wäre niemals freigegeben worden", heißt es bei der "Stuttgarter Zeitung" weiter.

Die Bahn will den Mitarbeiter, der für die Nachricht verantwortlich ist, nun offenbar zum Gespräch einbestellen. Nach Angaben der Bahnsprecherin stellt die Wasenzeit für den öffentlichen Nahverkehr eine enorme Belastung dar: Betrunkene Gäste pöbelten oder müssten sich übergeben. "Das entschuldigt aber auf keinen Fall eine solche Meldung. Der Mitarbeiter muss uns wirklich erklären, was er sich dabei gedacht hat", sagte die Sprecherin der Zeitung.

Auf Twitter verteidigten hingegen einige Nutzer den Bahnmitarbeiter.

Für die Darstellung wird Javascript benötigt.

Für die Darstellung wird Javascript benötigt.

kha



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 55 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ml252 12.10.2014
1.
Man muss das halt positiver formulieren und von verhaltenskreativen Personen sprechen- bzw. in diesem Fall schreiben. ;-)
sbrf 12.10.2014
2. Ist doch wohl wahr
"Verhaltensgestoert" ist doch wohl eine sehr neutrale Bezeichnung, wenn ich mir mal die Realitaet zusammengoogle. Warum muessen wir Deutsche alles politisch korrekt bis ins unendliche weichspuelen?
ohjeeeee 12.10.2014
3. Was soll diese Empörung?
Diese Einschätzung des Verantwortlichen ist zu 100% passend. Es ist nicht mehr tragbar wie sich besoffene Menschen in der Öffentlichkeit daneben benehmen und rumpöbeln. Dieses Pack ist eindeutig verhaltensgestört und gehört mindestens ein paar Tage zum Schutz der restlichen Bevölkerung weggesperrt. Versoffenes Deutschland.
mainzelmännchen 1 12.10.2014
4.
...der Mitarbeiter sollte eine Belobigung erhalten - für das eigentlich selbstverständliche Beschreiben der Wahrheit.
200MOTELS 12.10.2014
5. Pfui,
wie kann man nur die ungeschminkte Wahrheit sagen ? Wo soll das nur hinführen ? Man stelle sich vor jemand sagt : "Glaubst du an Gott oder an Allah, dann bist du ziemlich Balla Balla" dann würde man sogar den Weltfrieden Gefährden, also immer schön so tun als würde der Schwachsinn stimmen
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.