Ausflugstipps für Deutschland 16 Länder, 16 Kurztrips

Wohin soll es am Wochenende gehen? An die wilde Donau, ins kulturelle Wendland oder zur schnaufenden Zittauer Schmalspurbahn? Hier sind 16 Ausflugstipps.

TMN/Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen

Deutschland bleibt das liebste Urlaubsziel der Deutschen. Und am beliebtesten sind die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Doch warum müssen es immer die Alpen oder die Nordsee sein? Zwischen Norden und Süden liegen so viele Ziele, die ideal für einen Kurztrip und oft nur im entsprechenden Bundesland bekannt sind.

Hier sind 16 Tipps für 16 Bundesländer:

Donau
TMN/Donaubergland

Donau

Baden-Württemberg: Oberlauf der Donau

Die Donau als zweitlängsten europäischen Strom kennt fast jeder - weniger bekannt ist seine wilde Seite in Baden-Württemberg. Von der Quellregion im Schwarzwald bahnt sich der junge Fluss seinen Weg am Südrand der Schwäbischen Alb entlang und bildet das Donautal mit hoch aufragenden Kalkfelsen und dem schmalen Flussbett. Bei Tuttlingen findet sich ein besonderes Naturphänomen: die Donauversickerung. An etwa 150 Tagen im Jahr versinkt hier die Donau komplett im Flussbett und gelangt über ein unterirdisches Karstwassersystem in den sogenannten Aachtopf.

Bayern: Käse aus Gunzesried

Ein ganzes Dorf macht Käse - und zwar in der Sennerei Gunzesried bei Sonthofen. Seit 1892 wird in der nach Angaben von Bayern Tourismus ältesten Sennerei des Freistaats Käse produziert - und verkauft. Bei einer Brotzeit können Urlauber die verschiedenen Käsesorten direkt vor Ort probieren. Die Sennerei ist auch als Stopp bei der kleinen Wanderung von Gunzesried aus an der Senn-Alpe vorbei über einen kleinen Höhenweg wieder zurück ins Dorf geeignet.

Berlin: Buddhistisches Haus

Im Norden der deutschen Hauptstadt, genauer in Frohnau, liegt der laut Visit Berlin älteste buddhistische Tempel Europas. Der Arzt und Schriftsteller Paul Dahlke hat ihn von 1922 bis 1924 für die von ihm gegründete buddhistische Gemeinde errichtet. Für Besucher ist er täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Sie betreten das Gelände durch das Elefantentor und müssen 73 Stufen über acht Treppenabsätze passieren, die den achtfachen Weg Buddhas zur Erlösung symbolisieren. Auch Meditationskurse, Führungen und Vorträge werden angeboten.

Brandenburg: Uckerseen

Mehr als 3000 Seen gibt es in Brandenburg. Der Unteruckersee bei Prenzlau ist mit sieben Kilometern Länge einer der größten. Mit dem Oberuckersee und dem Potzlower See bildet er eine Art Seen-Trio. Mit dem Boot - egal ob Kanu oder Fahrgastschiff "Onkel Albert" - durchquert man hier eines der größten zusammenhängenden Schilfgebiete Deutschlands.

Airbus in Bremen
TMN/BTZ Bremer Touristik-Zentrale

Airbus in Bremen

Bremen: Sternstunden

Etwa 12.000 Personen arbeiten in Bremen in der Luft- und Raumfahrt - gemessen an der Einwohnerzahl sind das im deutschlandweiten Vergleich die meisten Menschen. Für die Hansestadt offenbar Anlass genug, das Raumfahrtjahr "Sternstunden 2018" mit zahlreichen Veranstaltungen auszurufen. Bei Airbus kann ein begehbarer Nachbau des Columbus-Moduls der Raumstation ISS besucht werden und im Fallturm im Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation geht es um die Frage: "Was ist eigentlich Schwerelosigkeit?"

Hamburg: Ottensen

Viele Hamburger nennen den Altonaer Stadtteil Ottensen noch immer "Dorf" - zurückgehend auf das ehemalige holsteinische Dorf Ottenhusen. Heute ist Ottensen eines der lebendigsten Viertel Hamburgs mit einer großen Kneipen- und Restaurantszene. Kultureller Höhepunkt im Jahr ist im Sommer das Kultur- und Straßenfest Altonale. Otto Waalkes, Inga Rumpf und Udo Lindenberg machten "Die Fabrik" bekannt - bereits seit 1971 dient sie als Kulturzentrum. Fünf Theater gibt es im Stadtteil und mit dem "Zeise" eines der schönsten Kinos.

Hessen: Warzenbeißer Kunstweg

Ein riesiges Gemälde mit Szenen einer Stadt inmitten desNationalparks Kellerwald-Edersee - dieser Kontrast ist Teil des Warzenbeißer Kunstwegs. Insgesamt zehn sogenannte Land-Art-Objekte sind in die natürliche Umgebung entlang der Bloßenberg-Route integriert. Einige sind dauerhaft, andere sollen sich mit der Zeit langsam auflösen. Der namensgebende Warzenbeißer ist eine Heuschreckenart, die im Nationalpark heimisch ist.

Mecklenburg-Vorpommern: Schweriner See

Wie wäre es mit einem Ausflug zu Norddeutschlands zweitgrößtem See? 61,54 Quadratkilometer misst der Schweriner See. Wer dann irgendwann genug vom Bootfahren oder Wandern hat, der sollte Schloss Wiligrad besuchen. Ende des 19. Jahrhunderts am Steilufer errichtet, liegt es in einer außergewöhnlichen Gartenlandschaft. In der DDR diente es als Parteischule, später als Ausbildungsstätte der Polizei. Im Park entstanden Schießstände und Bunkerhügel. Heute finden im Schloss Kunstveranstaltungen statt.

Runddorf im Wendland
TMN/Skyimage21/Tourismus Niedersachen

Runddorf im Wendland

Niedersachsen: Wendland

Bekannt wurde das Wendland vor allem durch das Atommülllager Gorleben und den Protest dagegen. Doch davon sollten Urlauber sich nicht abschrecken lassen - besonders die Rundlingsdörfer lohnen einen Besuch. Von einst Tausenden in Norddeutschland sind noch 95 erhalten - alle liegen im Wendland. Im Mai findet das Kulturfestival "Kulturelle Landpartie" mit jährlich rund tausend Veranstaltungen an rund hundert Orten statt. Natur und Ruhe gibt es dagegen im Naturpark Elbhöhen-Wendland, im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue oder in der Nemitzer Heide.

Nordrhein-Westfalen: Schloss Türnich

Bei Kerpen denken die meisten Deutschen wohl zuerst an Michael Schumacher - der Formel-1-Rekordweltmeister ist hier aufgewachsen. Aber auch wer sich eher für Geschichte und Kultur interessiert, sollte der Stadt bei Köln eine Chance geben: Schloss Türnich kann trotz aktueller Renovierungsarbeiten besucht werden. Die Anlage aus dem 18. Jahrhundert besteht aus Herrenhaus, Schlosskapelle, Park und Barockgarten. Das Café in einem der historischen Gebäude hat geöffnet, außerdem gibt es Führungen mit dem Eigentümer Severin von Hoensbroech.

Rheinland-Pfalz: Erholungswald Ortelsbruch

Einen Waldlehrpfad, den Nixenweiher mit Wassertretbecken und einen Waldspielplatz - das alles gibt es im Erholungswald Ortelsbruch oberhalb von Morbach im Hunsrück. Hinter der Kneippanlage beginnt der Weg durch das Hochmoor über Holzstege. Auf Schautafeln werden die Entstehung des Bruchs - ein Sumpf- und Moorland mit Bäumen und Sträuchern - sowie Flora und Fauna erklärt. Ganz in der Nähe, im Morbacher Ortsteil Schmausemühle, lernen die Besucher in einer historische Ölmühle, wie man kaltgepresstes Rapsöl herstellt, während in einem alten Steinofen Brote gebacken werden.

Saarland: Saarpolygon

Auf dem 150 Meter hohen Plateau der Berghalde Ensdorf in der Nähe von Saarlouis steht seit 2016 das Saarpolygon - eine begehbare Großskulptur aus Stahl. Je nach Standort verändert sich das Erscheinungsbild der 35 Meter hohen Landmarke. Es erinnert an die 250-jährige Vergangenheit des Steinkohlebergbaus im Saarland, der 2012 beendet wurde.

Sachsen: Zittauer Gebirge

Das Zittauer Gebirge gilt als kleinstes Gebirge Deutschlands. Schon seit 1890 fährt die Zittauer Schmalspurbahn durch die Region: Startpunkt ist der Zittauer Bahnhof, nach einer Runde um die Stadt führt die Strecke am Olbersdorfer See vorbei und weiter in den Kurort Oybin mit einer Burg- und Klosteranlage. Wer es lieber etwas aktiver mag, der spaziert über den Butterberg oder wandert von Waltersdorf nach Oybin. Ein Highlight: die natürlichen Sandsteinformationen im Gebirge, die an verschiedene Tiere und Fabelwesen erinnern.

Kloster und Kaiserpfalz Memleben
TMN/IMG Investitions- und Marketinggesellschaft

Kloster und Kaiserpfalz Memleben

Sachsen-Anhalt: Memleben

Heute ist Memleben in der Region Saale-Unstrut ein beschaulicher Ort. Einst war er ein begehrtes Reiseziel von Kaisern und Königen. Kaiser Otto II. gründete das Benediktinerkloster, Kaiser Otto I. und König Heinrich I. starben hier. Auf dem ehemaligen Klosterareal befinden sich heute das Museum Kloster und Kaiserpfalz Memleben. Die Außenanlage und einige Bauten können besichtigt werden. 2018 feiert Sachsen das 25-jährige Bestehen der Ferienstraße "Straße der Romanik" - zum Programm gehört auch die Sonderausstellung "Wissen und Macht. Der Hl. Benedikt und die Ottonen" im Kloster.

Schleswig-Holstein: Eider-Treene-Sorge

An heißen Sommertagen laufen Schleswig-Holsteins Strände fast über von Tagesgästen und Urlaubern. Abseits der großen Touristenströme liegt die Region Eider-Treene-Sorge im Binnenland - das größte zusammenhängende Fluss- und Niederungsgebiet des nördlichsten Bundeslandes. Erkunden lässt sich die Region auf dem Rad, auf dem Pferd oder mit dem Kanu. Die Wege führen durch Moore, Wälder, vorbei an Reetdachhäusern, alten Kirchen und Museen.

Thüringen: Eichsfeld

Statt Rostbratwurst gibt es im Eichsfeld Feldgieker und Stracke. Die Bewohner der Region im Nordwesten des Bundeslandes sehen sich vor allem als Eichsfelder und weniger als Thüringer. Die meisten von ihnen sind katholisch - und waren es auch zu Zeiten der DDR. Kruzifixe an Wegen und auf Berggipfeln zeugen davon. Bekannt ist die Region für große kirchliche Prozessionen, wie die am Palmsonntag in Heilbad Heiligenstadt. An der ehemaligen innerdeutschen Grenze im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal hat sich außerdem eine besondere Flora und Fauna entwickelt.

Michael Zehender, dpa/bbr

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Haka77 07.03.2018
1. Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt
Im Artikel heißt es: "2018 feiert Sachsen das 25-jährige Bestehen der Ferienstraße "Straße der Romanik"". Die "Straße der Romanik" befindet sich jedoch in Sachsen-Anhalt.
schlaueralsschlau 08.03.2018
2.
Kanufahren auf der Treene kann ich empfehlen. Besonders das holländische" Dorf Friedrichstadt. Naja und ottensen... dafür würde ich nicht nach hh kommen.
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