hin und weg

Mein Lieblingsstrand Kniepsand, ein Joggertraum

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Die Balken der Holzstege federn unter meinen Füßen, die Sonne geht hinter mir auf. Sie zeichnet das Quermarkenfeuer, ein Schifffahrtszeichen im Amrumer Dünengürtel, mit einer unglaublichen Tiefenschärfe. Gleich, wenn ich mit weiten Schritten zum Kniepsand hinunter springe, kann ich die Laufschuhe ausziehen und die Zehen in den noch kalten Sand graben.

Vor mir liegt mehr als ein Kilometer Strand, über dem in wenigen Stunden die Luft in der Hitze flirren wird. In den vom Wind aufgehäuften Verwehungen werden die Schritte kurz und stampfend, über die weiten Felder zerborstener Muscheln dagegen bewege ich mich so leichtfüßig wie möglich. Endlich sehe und rieche ich das Meer. Es ist Ebbe. Ich muss nur noch diesen vom Hin und Her der Wellen harten, geriffelten Strandstreifen überwinden. Dann habe ich den Wassersaum erreicht.

Wohin ich auch schaue, ich sehe keine Menschenseele. Bin allein an einem der größten Sandstrände Europas, mitten in den Sommerferien. Nur eine leichte Brise weht, die Wellen laufen sanft aus und weisen mir den Weg. Ich renne durchs knöcheltiefe Wasser, ein Platschen begleitet meine Schritte. In weiter Ferne erkenne ich die Strandkörbe von Nebel. Dort werde ich gleich ins Wasser eintauchen, den Sand und den Schweiß abspülen. Und heute Abend werde ich wieder da sitzen. Um der Sonne beim Untergehen zuzuschauen.


In dieser neuen Serie erzählen SPIEGEL-ONLINE-Redakteure und -Autoren von ihren Lieblingsstränden in Deutschland.

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11 Leserkommentare
michaelkaloff 16.07.2013
gonger 16.07.2013
DaphneWR 16.07.2013
gonger 16.07.2013
Layer_8 16.07.2013
michaelkaloff 16.07.2013
derigel3000 16.07.2013
kondor 17.07.2013
lilazi 17.07.2013
michaelkaloff 17.07.2013
SabinaSabina 20.07.2013

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