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EasyPass-System: Fluggäste können elektronische Grenzkontrolle nutzen

Eine Kontrollschleuse statt eines Grenzbeamten: Ab sofort können Flugreisende an den vier größten Flughäfen Deutschlands das EasyPass-System nutzen. Noch ist das Verfahren freiwillig.

EasyPass: Eine Frau hält ihren Reisepass in eine automatische Passkontrolle. Zur Großansicht
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EasyPass: Eine Frau hält ihren Reisepass in eine automatische Passkontrolle.

Potsdam - Fortan steht Reisenden auf den vier größten deutschen Flughäfen das EasyPass-System der Bundespolizei zur Verfügung. Über die freiwilligen Grenzkontrollen mit dem eGate-Verfahren dürften sich vor allem Vielflieger freuen: Das System ist ein Zusatzangebot, dass die Passkontrollen an deutschen Flughäfen vereinfachen und beschleunigen soll.

Aktuell gibt es 37 Anlagen auf den Flughäfen in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München. Das teilt die Bundespolizei mit. Bis Anfang 2015 sollen etwa 100 eGates auf den passagierstärksten Flughäfen Deutschlands installiert sein. Mit Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg wird auch dieser mit EasyPass-Systemen ausgestattet. Seit Februar waren erste Anlagen im Probebetrieb im Einsatz.

Der EasyPass-Verfahren ist wie der Name schon sagt: einfach. Der Reisende legt seinen elektronischen Pass (ePass) zur Prüfung auf ein Lesegerät am Eingang einer Schleuse, die Daten werden automatisch gecheckt. Liegen alle Nutzungsvoraussetzungen vor, öffnet sich der Schleuseneingang. Nach Betreten muss der Reisende in eine Kamera blicken. Sein Gesichtsbild wird mit dem im Chip gespeicherten Bild verglichen, gleichzeitig werden die aus dem Reisedokument gelesenen Daten für eine Fahndungsabfrage genutzt. Ist die Identitätsfeststellung erfolgreich und es liegen keine polizeilich relevanten Erkenntnisse vor, öffnet sich der Ausgang der Schleuse und die Grenzkontrolle ist beendet.

Die wichtigsten Fakten zur elektronischen Grenzkontrolle im Überblick:

  • Freiwillige Nutzung: Reisende, die das System nicht nutzen wollen oder können, steht auch weiterhin eine konventionelle Grenzkontrolle zur Verfügung.
  • Voraussetzungen für die Nutzung: EasyPass können alle volljährigen Bürger der EU, der Schweiz sowie der Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) nutzen. Allerdings müssen sie über ein elektronisch auslesbares Reisedokument verfügen. Bei Deutschen ist das zum Beispiel der neue Personalausweis im Scheckkartenformat. Je nach Zielland kann jedoch zusätzlich ein Reisepass erforderlich sein. Die Bundespolizei empfiehlt, sich vor Reiseantritt beim Auswärtigen Amt darüber zu informieren. Rollstuhlfahrern steht bislang nur eine EasyPass-Spur in Hamburg zur Verfügung.
  • Ablauf der Kontrolle: Die Reisenden müssen ihren elektronischen Reisepass oder Personalausweis vor Betreten der Schleuse unter einen Scanner halten. Dieser prüft die Echtheit des Dokuments, fragt Fahndungskarteien ab und öffnet die Schleusentür, wenn nichts gegen den Reisenden vorliegt. Im Inneren der Schleuse müssen die Passinhaber dann in eine Kamera blicken. Diese gleicht das Live-Bild mit dem auf dem Chip gespeicherten Lichtbild ab. Bei Übereinstimmung öffnet sich das zweite Schleusentor, und die Grenzkontrolle ist vollzogen.
  • Datenschutz: Nach Angaben der Bundespolizei werden alle beim Verlauf der Kontrolle erzeugten Daten unmittelbar nach der Kontrolle gelöscht. Die Ein- und Ausreisedaten der Bürger würden nicht gespeichert.

jkö/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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    Seite 1    
1. In Singapur mit Fingerabdruck
kleinhev 17.06.2014
Das geht in Singapur schon lange mit Fingerabdruck.
2. Augenwischerei
cherrypicker 17.06.2014
Ich habe das Ding neulich am Frankfurter Flughafen bestaunen dürfen, konnte es aber selbst noch nicht nutzen, da ich noch kein elektronisch lesbares Ausweisdokument habe. Was mir aber aufgefallen ist: Der Kontrollvorgang geht keineswegs schneller als bei der herkömmlichen Kontrolle. Es geht also mitnichten um die "Erleichterung für die Reisenden" -- es geht darum, Personal zu sparen.
3. Kann gar nicht schneller sein!
mko64 17.06.2014
Zitat von sysopDPAEine Kontrollschleuse statt eines Grenzbeamten: Ab sofort können Flugreisende an den vier größten Flughäfen Deutschlands das EasyPass-System nutzen. Noch ist das Verfahren freiwillig. http://www.spiegel.de/reise/deutschland/easypass-system-an-deutschen-flughaefen-ist-nun-offiziell-a-975663.html
Das ePass-System kann gar nicht schneller sein. Warum? Der Bundespolizist am Schalter hat bei Dienstbeginn eine Liste mit aktuell gesuchten Konterfeis bekommen. Er checkt die Leute nach Anblick ab. Nur, wenn er der Meinung ist, er sollte den Reisenden prüfen legt er den Paß auf sein Lesegerät. Das Gerät macht aber nicht alle Checks, die ePass macht. ePass checkt viel mehr und der Remote-Zugriff dauert eben. Um einen Passagier dann abzufangen wird man aus Sicherheitsgründen genau dieselbe Anzahl Polizisten brauchen wie vorher. Das die Daten gelöscht werden kann getrost bezweifelt werden.
4.
Hans58 17.06.2014
Zitat von mko64Das ePass-System kann gar nicht schneller sein. Warum? Der Bundespolizist am Schalter hat bei Dienstbeginn eine Liste mit aktuell gesuchten Konterfeis bekommen. Er checkt die Leute nach Anblick ab. Nur, wenn er der Meinung ist, er sollte den Reisenden prüfen legt er den Paß auf sein Lesegerät. Das Gerät macht aber nicht alle Checks, die ePass macht. ePass checkt viel mehr und der Remote-Zugriff dauert eben. Um einen Passagier dann abzufangen wird man aus Sicherheitsgründen genau dieselbe Anzahl Polizisten brauchen wie vorher. Das die Daten gelöscht werden kann getrost bezweifelt werden.
Am Ende des ePass-Ganges sitzt Personal der Bundespolizei, welches dann den ePass-Besitzer "abfängt", so in der Testphase in Frankfurt gesehen. Warum sollte man die Daten speichern? Wen interessiert es, wie viele Male man an welchem Flugplatz nach Europa einreist? Ich nehme seit Jahren als Testperson am Frankfurter Flughafen an der Iris-Erkennung (Ein- und Ausreise) teil und erspare mir das Schlange stehen. Warum sollte man meine Daten speichern, zumal man davon nichts hat?
5.
dergog 17.06.2014
Ich werde diese Neuigkeit sofort nutzen.meine Daten wurden ja schon vorher geprüft und gechecked, sonst hätte ich ja gar keinen Ausweis bekommen. Als Otto Normalbürger interessiert sich weder der BND noch die NSA. Die haben andere Sorgen. Diese ganze Hysterie ist doch nur eine Hetze bestimmter Kreise die Angst haben am Ende wegen irgendwelcher illegaler Tätigkeiten im Raster gefunden zu werden. Ich gehöre nicht dazu. Und wegen einem Busgeldbescheid für falsches Parken wird sich die Polizei auch nicht gleich auf mich stürzen, wenn ich mal in den Urlaub fliege. Hoff ich wenigstens. Und wenn ja, dann muss ich eben dafür gerade stehen.
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