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Luxusresort Weissenhaus: Keine Angst vorm Millionärswatching

Von , manager-magazin.de

Reich und reich gesellt sich gern: Das gerade eröffnete Resort Weissenhaus an der Ostseee ist das ambitionierte Projekt des Multimillionärs Jan Henric Buettner. Dafür hat er ein fast leerstehendes Dorf samt Schloss in ein "Grand Village" verwandelt.

Grand Village Weissenhaus: 75 Hektar Luxus Fotos
Weissenhaus

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"Am liebsten wäre ich jetzt am Strand", sagt Jan Henric Buettner, Multimillionär und Luxushotelbesitzer, und sitzt am Strand. Links plätschert sanft die Ostsee sanft, rechts liegt sein Restaurant Bootshaus (13 Punkte in der Feinschmeckerbibel Gault Millau). Strand ist gleichbedeutend mit Urlaub für ihn, aber nur "ein Strand, an dem ich nicht links und rechts die Arbeit sehe", sagt er und zeigt eine dicke Mappe in seiner Tasche. Noch ist viel zu tun.

Am Montag feiert Buettner die Eröffnung seines "Grand Village Weissenhaus Resort & Spa am Meer". Am Wochenende davor wird auf dem Gelände in der Hohwachter Bucht noch gebaggert, planiert, Rollrasen ausgelegt; in den Gebäuden der Luxusanlage werkeln Maler, Möbelbauer, Installateure und Elektriker. Gerade ist die Schneekammer fertig geworden, in der erhitzte Saunagäste im künstlichen Gestöber Abkühlung finden sollen. In den Schlosssuiten - einschließlich der 100 Quadratmeter großen "Gräflichen Suite" mit Privatsauna und Meerblick - wird mit Hochdruck gearbeitet.

Vor neun Jahren begann Buettners Projekt: Einem eher spontanen Impuls folgend, kaufte in der Ferienregion seiner Kindheit ein ganzes, nahezu leerstehendes Dorf inklusive Schloss, um es in ein Luxusresort zu verwandeln. Die idyllische, aber damals sehr heruntergekommene 75-Hektar-Anlage mit drei Dutzend historischen Gebäuden liegt knapp anderthalb Autostunden von Hamburg entfernt. Das Kapital dafür kam zu großen Teilen aus einem Vergleich des früheren Co-Chefs von AOL Deutschland mit seinem ehemaligen Arbeitgeber Bertelsmann.

Check-in an der Einfahrt

Internetpionier Buettner hatte also ein solides Polster im Rücken, als er dann vor fünf Jahren mit dem Umbau von Weißenhaus in das Grand Village Weissenhaus begann. Hier sollen die wirklich reichen Leute alles finden, was sie wirklich gerne mögen. Schon an der Einfahrt werden registrierte Gäste freie Fahrt haben - dank einer Autonummernerkennung. Eingecheckt werden kann auch in der Suite.

Die Zimmerpreise liegen zwischen 350 und 1350 Euro, dafür haben viele Räume offene Kamine und es gibt freistehende Badewannen. Auf dem weitläufigen autofreien Gelände ist das Personal per Elektrofahrzeug unterwegs. Und weil Wohlhabende auch etwas zurückgeben wollen, soll die Energie, die auf den Geräten im Fitnessbereich erzeugt wird, wieder in die Stromversorgung eingespeist werden.

Vom Schloss aus führt ein Tunnel direkt in das großzügige Spa, das künftig 24 Stunden täglich geöffnet sein wird. Ein Schwimmbadtechniker in wasserdichter Hose watet durch den mit silberglitzerndem Naturstein ausgelegten Pool und testet Automatiktüren zwischen Innen- und Außenbecken. Das Gourmetrestaurant Coutier mit wandfüllenden Schlachtengemälden aus der Romantik steht ebenfalls kurz vor der Vollendung. Es soll im Schloss für die gehobene Gästeklientel auch Kochkurse in einer eigenen Küche geben.

Buettner hat viel eigenes Kapital in die Anlage gesteckt, ist aber nicht alleiniger Investor. Einige andere Privatleute sind mit im Boot und auch die EU mit etlichen Millionen Strukturfördermitteln. Er rechnet die Kosten für die Luxusanlage vor: "Zehn Millionen Euro Kaufpreis, dann verbuddeln Sie zehn Millionen unterirdisch - Kanalisation, Abwasser, Glasfaserkabel, Heizung, Parkplätze. Dann noch mal zehn Millionen, um die verrottete Gebäudesubstanz herzustellen. Weitere zehn Millionen, um eine Winterdestination zu erschaffen." In den ersten sieben Jahren der neunjährigen Bauzeit habe zudem es keine Einnahmen gegeben - also noch mal zehn Millionen.

Die Zwischensumme: 50 Millionen Euro - und das ohne ein einziges Hotelzimmer. "Im Schnitt liegen bei uns in der alten Bausubstanz die Kosten für ein Zimmer bei 300.000 Euro. Wir haben 60 Zimmer gebaut - damit sind wir bei rund 70 Millionen, die hier schon verbaut oder fest verplant sind." 100 Mitarbeiter hat das Hotel derzeit, im Laufe des Jahres sollen es 150 werden - Handwerker natürlich nicht mitgerechnet.

Heiligendamm ist Geschichte

Als Nächstes sind vier weitere Neubauten für rund 12,5 Millionen Euro geplant. "Wir haben eine viel bessere wirtschaftliche Situation, wenn es 110 statt 60 Zimmer gibt", sagt Buettner. "Für einen Teil der Finanzierung wollen wir jetzt Crowd Financing ausprobieren. Das ist für uns ein Testballon." Auf der Crowdfunding-Plattform Companisto, auf der Buettner seit neuestem persönlich wirbt, fühlen sich allerdings einige der potentiellen Investoren an das Schicksal des Grand Hotel Heiligendamm erinnert, bei dessen Insolvenz vor zwei Jahren viele Anleger viel Geld verloren.

Zwar lägen beide Anlagen an der Ostsee, sagt Buettner zu der Pleite in Mecklenburg-Vorpommern, sonst aber hätten sie nicht viel gemein. Weissenhaus sei an Hamburg und das Umland gut angebunden, das komplette historische Dorf werde so wiederbelebt, dass es für jedermann zugänglich bleibe.

"Weissenhaus ist keine abgeschirmte, isolierte Hotelwelt", meint Buettner, "wir ziehen keine Zäune." Die Unterkünfte lägen durch die historische Gutsstruktur in ausreichender Entfernung zu den öffentlichen Wegen, das ermögliche den Hotelgästen auch viele großzügige Rückzugsbereiche. Ein "Millionärs-Watching" also, von dem in Heiligendamm viele Gäste genervt waren, werde es nach Buettners Absicht nicht geben. Region und Gemeinde seien von Anfang an in das Projekt eingebunden gewesen.

Mit den bisherigen Buchungen ist Neu-Hotelier Buettner zufrieden: "Am Wochenende bekommt man hier kein Zimmer mehr. Wir sind ausgebucht. Ich habe auch keines mehr bekommen." Während der längeren Soft-Opening-Phase, die der Eröffnung vorweg ging, sei er zuweilen für die Übernachtung wieder nach Hamburg in seine Mietwohnung gefahren.

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Naja..
nixkapital 30.06.2014
Zitat von sysopWeissenhausReich und reich gesellt sich gern: Das gerade eröffnete Resort Weissenhaus ist das ambitionierte Projekt des Multimillionärs Jan Henric Buettner. Dafür hat er ein fast leerstehendes Dorf samt Schloss in ein "Grand Village" verwandelt. http://www.spiegel.de/reise/deutschland/eroeffnung-von-luxusresort-weissenhaus-von-jan-henric-buettner-a-978258.html
...die Millionenförderung der EU hat er bestimmt erhalten, weil er dann Leute aus der Region einstellt? Hoffentlich greift dann schon der Mindestlohn, auch wenn sich seine Angestellten wahrscheinlich in ein paar Jahren das Leben in der Nachbarschaft nicht mehr leisten können, weil die Preise massiv steigen. Kennt man ja von Sylt.
2. Wie die meisten
licorne 30.06.2014
Kann ich mir das nicht leisten. Ich bewundere doch sehr, dass jemand in Deutschland den Mut hat, eigenes Vermögen in beachtlicher Höhe zu investieren, ein hohes Risiko einzugehen und damit Arbeitsplätze sowohl im Baugewerbe als auch in der Hotellerie schafft. Respekt und viel Erfolg, die Unterstützung durch EU Gelder haben Sie sich redlich verdient. Hoffentlich hat das Projekt Erfolg, dann werden auch noch andere Geschäftszweige folgen.
3. Superreiche an
spon-facebook-10000523851 30.06.2014
der Ostsee ohne Moeglichkeit ihre 20 Mio Yacht zu parken ? Wenn die Neugiergaeste weg sind, dann waechst auch da das Unkraut wieder.
4. oh Mann !
weltretter1 30.06.2014
Zitat von nixkapital...die Millionenförderung der EU hat er bestimmt erhalten, weil er dann Leute aus der Region einstellt? Hoffentlich greift dann schon der Mindestlohn, auch wenn sich seine Angestellten wahrscheinlich in ein paar Jahren das Leben in der Nachbarschaft nicht mehr leisten können, weil die Preise massiv steigen. Kennt man ja von Sylt.
.. was soll denn in diesem Zusammenhang schon wieder das unsinnige, typisch dt. Gejammere wegen Mindestlohn etc. etc. - scheinbar sehen sich viele Deutsche genötigt, zu wirklich JEDEM Thema ihr linkes Gewäsch zu verbreiten. Mir ist ein derartiges Ressort wesentlich lieber, als das x-te soziale Wohnheim usw. - merke: ein Land besteht nicht nur aus "Empfängern". Und Sylt ist mir (Westerlands Plattenbauten außen vor gelassen) wesentlich lieber, als z.B. die heruntergewirtschafteten Städte des Ruhrgebietes ...
5. Prora
volker_morales 30.06.2014
wartet auch noch auf seine Sanierung, aber da möchte die Haute Volée trotz des schönen Strandes wohl nicht hin...
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