Bespaßung am Flughafen Wo Kinder am liebsten abfliegen

Mini-Hubschrauber, Bällebäder und Kinderbetreuer: An vielen deutschen Flughäfen wird auch den jüngsten Passagieren einiges geboten. In einem Vergleich schnitten München und Frankfurt gut ab. Berlin dagegen zeigte große Schwächen.

TMN

Berlin - Eigentlich sind es ganz einfache Dinge: Sitzgelegenheiten, kurze Wege, Spielecke, Wickeltisch. Genau das steht auf der Wunschliste von Eltern ganz oben, die mit ihrem Nachwuchs am Flughafen eine Reise antreten. Das hat eine nicht-repräsentative Umfrage des Flugportals Skyscanner ergeben. Doch längst nicht an jedem Airport in Deutschland sind diese Dinge selbstverständlich. In Berlin-Tegel gibt es beispielsweise keinen einzigen Spielbereich. Eine Übersicht über die Angebote deutscher Flughäfen:

Frankfurt am Main: Der größte deutsche Flughafen stellt Familien vor ein großes Problem. Er ist schlicht zu riesig. Auf den langen Wegen zu den Gates macht der Nachwuchs schon mal schlapp. Immerhin gibt es mittlerweile zahlreiche Angebote für Familien. Dazu gehören zum Beispiel acht Spielflächen, die jeweils unter einem anderem Motto stehen.

Im Terminal 1 an Gate B22 klettern die jungen Gäste zum Beispiel auf einem Hubschrauber, am Flugsteig A-Plus lockt eine Flughafenwelt, im Terminal 2 dreht sich am Flugsteig E alles um Raumfahrt. In allen größeren Sanitäranlagen gibt es Rückzugsmöglichkeiten zum Wickeln, Stillen und Füttern.

Auch gegen die langen Wege gibt es übrigens Abhilfe: Der Flughafen bietet einen kostenlosen Buggy-Verleih an. Die Wagen stehen im Terminal 1 am Servicepoint im öffentlichen Bereich B und im Transitbereich B am Schalter 10 bereit. Im Terminal 2 gibt es die Buggys am Servicepoint zwischen den Bereichen D und E.

München: Ein Spielzeugflugzeug mit Bällebad, Kinderkino, Nintendo Wii und Schminkstube - das Kinderland am Münchener Flughafen ist für die Kleinen ein Paradies. Betreuer passen auf Wunsch auf. Die Eltern können in der Zwischenzeit in der Eltern-Lounge entspannen. Daneben gibt es mehrere Kinderspielecken in verschiedenen Bereichen der Terminals.

Im Terminal 2 steht zum Beispiel ein sechs Meter langes Flugzeugmodell. Wie in Frankfurt hat Lufthansa auch in München einen Family-Check-in eingerichtet. Der Weg dorthin führt entlang von Monitoren, auf denen die Maskottchen Lu und Cosmo die kleinen Passagiere begrüßen. Über eine kleine Treppe können die Kinder den Check-in-Vorgang beobachten. Spezielle Baby-Wickelräume gibt es auch. Mit diesem Angebot landete der Airport bei der Skyscanner-Umfrage auf Platz 1 in Deutschland in Sachen Familienfreundlichkeit.

Berlin: Eher mau ist das Angebot für Kinder an den beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld. In Tegel ist außer Wickelräumen in einigen Damentoiletten nichts vorhanden. Schönefeld bietet neben einigen Mutter-Kind-Räumen immerhin einen Kinderspielbereich bei "Cindy's Diner" in Terminal D und einen Flugzeugspielautomaten, der 50 Cent pro Flug kostet.

Nürnberg: Auch hier ist das Angebot eher überschaubar: Neben Wickelräumen gibt es zwei Kinderspielecken in den Warteraumbereichen sowie einen Air-Berlin-Flieger zum Klettern.

Hamburg: Drei Spielecken stehen den jüngsten Fluggästen in Hamburg zur Verfügung: an den Gates C08, B20 und Pier Süd. Daneben gibt es Spielecken bei Mövenpick, in der Airport Lounge und bei McDonalds. Auch an Eltern-Kind-Räume und Wickeltische ist gedacht. Besonderer Service: kostenlose Buggys für den Weg vom Check-in zum Gate.

Köln/Bonn: Wickelräume und Spielecke - schön und gut. Doch was macht die Familie, wenn sie am Gepäckband wartet und der Koffer einfach nicht kommen will? Am Flughafen Köln-Bonn gibt es dafür bald Abhilfe. Hüpfekästchen auf dem Boden sollen den Kindern die Wartezeit verkürzen. Etwas ähnliches gibt es nur noch in Frankfurt. Dort sind in Terminal 1 Wandspiele bei der Gepäckausgabe angebracht.

Vor dem Abflug gibt es in Köln/Bonn im Terminal 1 das sogenannte Terminal 3 - eine Spielewelt mit Bällebad. In Terminal 2 steht bei Gate D60 ein acht Meter langes und drei Meter hohes Klettergerüst. Wickelräume stehen ebenfalls zur Verfügung.

Düsseldorf: Am Düsseldorfer Flughafen gibt es mit zwei Kiddielands spezielle Bereiche für Kinder. Auf der Abflugebene in Terminal C sowie im Ankunftsbereich kann sich der Nachwuchs austoben - beispielsweise mit Goofy im Hubschrauber auf Reisen gehen und mit Ernie und Bert Autofahren üben.

Auch ein Lerncomputer für Memory oder Puzzle steht zur Verfügung. Babywickelräume gibt es sowohl in den Abflugbereichen als auch im Ankunftsbereich.

Michael Zehender/dpa/sto



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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
norman.schnalzger 03.01.2014
1. Kiddieland
Das obige in BER ist bestimmt schlecht beaufsichtigt, aber dafür umso spannender
spon-facebook-1077532553 03.01.2014
2. Noch mehr Infos zur Familienfreundlichkeit von deutschen Flughäfen ...
... inklusive Vergleichstabelle gibt es hier: http://www.kidsaway.de/reiseplanung/fliegen/flughafen/deutschlands-familienfreundlichste-flughaefen-der-grosse-test/
lhr 04.01.2014
3. Naja
Natuerlich ist in Nuernberg das Angebot ueberschaubar. Der ganze Flughafen ist uberschaubar. Gemessen an der Anzahl Passagiere oder Gates ist Nuernberg wahrscheinlich wesentlich besser als FRA, MUC und DUS zusammen.
zufriedener_single 05.01.2014
4. Es geht viel einfacher
Entweder die Kleinen bekommen Ritalin oder Hausverbot. Es ist Aufgabe der ELTERN dafür zu sorgen, daß die lieben Kleinen keinen Blödsinn machen!
andreas.joest 05.01.2014
5. Kinderservice
In TXL geht sowas leider nicht. Dort wird jeder Quadratmillimeter Boden gebraucht um die Abfertigung zu stemmen. SXF ist Osten. Hier kennt man das Wort Sevice nicht, da es sich um eine angelsächsische Fremdvokabel handelt.
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