Bombenalarm in Düsseldorf 140 Starts und Landungen fielen wegen Flughafensperrung aus

Evakuierte Terminals, lange Menschenschlangen: Wegen eines herrenlosen Gepäckstücks kam am Dienstagabend der Betrieb am Düsseldorfer Flughafen mehrere Stunden zum Erliegen. In dem Koffer entdeckten die Beamten Rauschgift.


Düsseldorf - Der Betrieb am Düsseldorfer kann wieder normal laufen: Ein verdächtiger Koffer hat sich als nicht gefährlich erwiesen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Zuvor war der größte Flughafen Nordrhein-Westfalens evakuiert worden, weil an einem Schalter in der Abflughalle ein herrenloses Gepäckstück stand. Mehr als tausend Passagiere warteten vor dem Gebäude. Rund 20 Flüge wurden zu benachbarten Flughäfen umgeleitet, die meisten nach Köln. Insgesamt fielen 140 Flüge - davon 68 Abflüge sowie 72 Ankünfte - aus, wie der Flughafen am Mittwoch mitteilte.

Die Autobahnausfahrten, die zum Flughafen führen, wurden nach Angaben der Flughafenverwaltung während des Einsatzes gesperrt, um Staus zu verhindern. Erst gegen 20.30 Uhr durften die Passagiere wieder in den Flughafen zurück. Etwa zur selben Zeit lief der Betrieb wieder an. Daraufhin wurden die Nachtflugregelungen ausnahmsweise gelockert, so dass noch bis 23 Uhr Starts und bis 0.30 Uhr Landungen möglich waren.

Nach Angaben des Sprechers wurde der Koffer von Spezialkräften geröntgt, die Aufnahmen hätten aber "die Ungefährlichkeit nicht zweifelsfrei feststellen" können. Daraufhin sei der Koffer "aufgeschossen" worden - und nicht detoniert. Ein Schnelltest sowie der Einsatz von Drogenspürhunden bestätigten dann den Verdacht, dass es sich bei dem Fund um mehrere Kilo Rauschgift handelt, wie die Polizei in Düsseldorf am Mittwoch mitteilte.

Großer Radius, um Gefährdung auszuschließen

Zunächst musste jedoch ausgeschlossen werden, ob in dem Gepäckstück Sprengstoff enthalten sein könnte. "Seien Sie sicher, wenn die Fachleute sagen, sie brauchen einen großen Radius, um eine Gefährdung auszuschließen, dann gehen wir darauf ein", sagte Achim Berkenkötter von der Bundespolizei.

Nach Berichten der "Rheinischen Post" waren die Terminals A und B bereits am Dienstagnachmittag gesperrt worden. Gegen 17.45 Uhr habe man die Sperrung auf das Abflugterminal C sowie einen Teil des Ankunftsbereichs ausgeweitet. Nach Angaben eines Flughafenmitarbeiters herrschte die höchste Alarmstufe.

Am Mittwochmorgen lief der Betrieb normal, wie der Flughafen auf seiner Webseite mitteilte. Passagiere werden aber gebeten, sich vor der Anreise zum Airport mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen.

rls/sto/vks/dpa/AFP

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