Radler- und pendlerfreundlich: Göttingen und Oberursel sind Bahnhöfe des Jahres

Das Fahrradparkhaus mit Waschanlage überzeugte die Juroren: Göttingen ist aufgrund seiner Radlerfreundlichkeit zum besten Großstadtbahnhof des Jahres erklärt worden. Bei den Kleinen machte Oberursel im Taunus das Rennen.

Bahnhöfe des Jahres 2013: Göttingen und Oberursel sind top Fotos
DPA

Berlin - Die Auszeichnung "Bahnhof des Jahres 2013" geht nach Göttingen und Oberursel in Hessen. Die Allianz pro Schiene kürte die beiden Stationen in Berlin zu den Siegern in den Kategorien "Großstadtbahnhof" und "Kleinstadtbahnhof". Den Sonderpreis Tourismus bekam das oberbayerische Murnau.

Den Bahnhof im niedersächsischen Göttingen erklärte die Jury zu "Deutschlands bestem Fahrradbahnhof". Nur dieser biete etwa "ein Fahrradparkhaus mit Fahrradwaschanlage und angeschlossener Werkstatt", erklärten die Experten. Wie kein anderer Bahnhof Deutschlands habe sich dieser auf Fahrradfahrer, Fußgänger und Flaneure eingestellt. Der Vorplatz mit Wasserspielen, Palmen und Sitzgelegenheiten lade zum Verweilen ein, lobte die Jury.

Der Bahnhof im hessischen Taunus-Städtchen Oberursel ist nach Ansicht der Tester ein "Paradies für Pendler". Dieser Vorstadtbahnhof sei "keiner von diesen lieblosen Umsteigebahnhöfen, die im städtischen Speckgürtel übermüdete S-Bahn-Pendler ausspucken", erklärte die Jury. Er überzeuge mit Atmosphäre, guter Beschilderung, Gastronomie und freundlichem Personal der Umsteigestation für S- und U-Bahn. Im Mittelpunkt der weitläufigen Anlage steht das sanierte historische Bahnhofsgebäude mit Fachwerk.

Den Bahnhof Murnau als Gewinner des Sonderpreises Tourismus lobten die Experten für die dort "wiederauferstandene Bahnhofskultur" und "eine konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Touristen".

Bürger kümmern sich um ihre Bahnhöfe

Die Allianz pro Schiene kürte bereits zum zehnten Mal die kundenfreundlichsten Bahnhöfe in Deutschland und vergab zum zweiten Mal den Sonderpreis Tourismus. In der Jury sitzen auch Experten vom Fahrgastverband Pro Bahn, dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem Autoclub Europa (ACE) und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club ADFC.

In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Deutsche Bahn von Hunderten kleiner Bahnhöfe getrennt, erklärte Allianz-pro-Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege. Viele dieser Gebäude seien zunächst in den Besitz von Immobilienfonds geraten und dem Verfall preisgegeben worden.

In jüngster Zeit stoße die Jury des Wettbewerbs aber zunehmend auf die Früchte eines neuen Bürgerengagements, erklärte Flege. Städte kauften sich ihre Bahnhöfe zurück und richteten sie unter großem Anteil der Bürgerschaft "liebevoll" wieder her. "Murnau und Oberursel sind gute Beispiele für diesen Prozess hin zum Bürgerbahnhof", lobte Flege.

abl/dpa/AFP

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Orschel
weissblau123 22.08.2013
Als Einwohner dieser kleinen Taunusperle habe ich mich jahrelang über den scheusslichen Bahnhof, gekrönt mit Budchen und Pommesbude, vollgepisst und stinkend, geärgert. Jetzt ist der Bahnhof das was er sein soll: Das Tor zur Stadt! Und gur essen kann man da neuerdings auch :-)) So solls sein Ciao Weissblau123
2. Radfahrbahnhof Göttingen
buckrogers 22.08.2013
Ja, der Göttinger Bahnhof mag für Radfahrer das reinste Paradies sein, aber für Bahnkunden ist er das Letzte. Für einen derart wichtigen Umsteigebahnhof sind die Gänge zu eng, die Halle zu klein, das Ladenangebot unzureichend und, wie mittlerweile in jedem Bahnhof fehlen passable Sitzgelegenheiten für Wartende (Soll es ja geben). Die Fahrkartenautomaten sind in einen engen Seitengang gequetscht, gegenseitig zu den Schließfächern, so daß ein Mann mittlerer Größe schon Platzangst bekommt und die Schlange bis weit in die Halle reicht. Und muß man im Winter auf einen Anschlußzug warten ,tut man dies am Besten am Glühweinstand vor der Tür, denn im Bahnhof erfriert man oder wird von Radfahrern über den Haufen gefahren.
3.
hans.jo 22.08.2013
---Zitat--- Nur dieser biete etwa "ein Fahrradparkhaus mit Fahrradwaschanlage und angeschlossener Werkstatt", erklärten die Experten. ---Zitatende--- Tolle Experten. Und offenbar völlig inkompetent, jedenfalls in dieser Darstellung. Radstation Münster Hbf, seit 1999: "Die Radstation stellt 3.300 Plätze zur Verfügung. Daneben wird ein Service rund um das Fahrrad angeboten: eine Fahrradreparaturwerkstatt und eine Fahrradwaschanlange. Das Angebot wird durch einen Fahrradverleih und Schließfächer abgerundet, Touristen können eine Tourismus-Beratung in Anspruch nehmen" Quelle: Radstation Münster (http://de.wikipedia.org/wiki/Radstation_M%C3%BCnster) Und nach Umbau letztes/dieses Jahr sieht Münster Hbf auch nicht mehr so runtergekommen aus.
4. Idee
inhabitant001 22.08.2013
Ich wäre mal für einen Wettbewerb um den schönsten Bahnhof der kein Bahnhof mehr ist, weil die Bahn die Strecke stillgelegt und/oder den Bahnhof losgeschlagen hat.
5. Frankfurt!
Nobody Niemand 22.08.2013
lustig ist, dass der Frankfurter Hauptbahnhof als Titelbild auf der 1. Seite erscheint.
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