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24. Dezember 2011, 15:06 Uhr

ICE-Panne an Heiligabend

400 Reisende sitzen stundenlang vor Wolfsburg fest

Ein ICE der Deutschen Bahn ist an Heiligabend auf offener Strecke liegengeblieben. Der Zug war auf dem Weg von Berlin nach Köln - und wurde vermutlich von einer blockierten Bremse gestoppt. Für Hunderte Reisende ging die Fahrt erst mit stundenlanger Verzögerung weiter.

Wolfsburg - Ein unfreiwilliger Stopp auf freier Strecke hat am Heiligen Abend den Zeitplan für rund 400 Bahnreisende durcheinandergebracht. Ein ICE der Deutschen Bahn blieb am Samstagmorgen gegen 8.40 Uhr auf seiner Fahrt von Berlin nach Köln kurz vor Wolfsburg liegen, wie ein Bahn-Sprecher mitteilte.

Erst nach stundenlangem Warten konnten die Fahrgäste bei Gardelegen (Sachsen-Anhalt) in einen Ersatzzug umsteigen. Über zwei Stege mussten die oft schwer bepackten Passagiere, darunter alte Menschen, Behinderte, Kinder und viele Hunde in den Zug auf dem Nachbargleis wechseln.

Reisende kritisierten die Informationspolitik der Bahn im Zug. Lange sei es völlig unklar gewesen, wie es weitergeht, berichtete ein Augenzeuge. Auch Hinweise auf Anschlusszüge habe es nicht gegeben. "Da sollte sich jeder am Bahnhof dann selber drum kümmern", sagte ein anderer.

"Die Verspätung tut uns leid"

Die Reisenden sollten mit knapp dreistündiger Verspätung ihr Ziel erreichen. So dürfte für viele Weihnachten verspätet starten. Unter anderem für Thomas Mosebach, der auf dem Weg zu seinen Eltern nach Warendorf war. "Dort war ich zum Mittagessen erwartet worden", sagte er.

Es bestehe der Verdacht auf eine festsitzende Bremse, deshalb sei ein Warnsignal ausgelöst und der Zug gestoppt worden. "Die Verspätung tut uns leid", sagte ein Sprecher der Bahn. An die Reisenden seien Gutscheine ausgegeben und auch kostenlos Getränke verteilt worden. Reisende stellten dies anders dar. Es habe nichts zu trinken gegeben mit dem Hinweis, dass es nicht für alle Passagiere reiche, sagte Mosebach.

Immerhin: Dieses Mal hielt der Zug auch im Bahnhof von Wolfsburg, nachdem er zuvor mehrere Stunden vor der Stadt auf freier Strecke gestanden hatte. In den vergangenen Monaten hatten Lokführer mehrfach den Halt Wolfsburg ausgelassen und waren am Bahnhof vorbeigerauscht. Oberbürgermeister Rolf Schnellecke hatte sich bei der Bahn beschwert, die sich daraufhin entschuldigte und ihre Lokführer anwies, auf jeden Fall in Wolfsburg zu halten.

wit/dpa/AFP

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