Schnellfahrstrecke München-Berlin Schon wieder Panne auf neuer ICE-Strecke

Für das Projekt musste jeder dritte Fernzug angepasst werden - doch bereits am ersten Tag der neuen ICE-Strecke Berlin-München kam es zu einer Panne. Und auch die hat schon fast Tradition auf dem neu ausgebauten Abschnitt.

ICE in Berlin bei Eröffnungsfeier
Getty Images

ICE in Berlin bei Eröffnungsfeier


Schon am ersten regulären Betriebstag der neuen Schnellfahrstrecke Berlin-München hat sich ein ICE wegen eines technischen Problems stark verspätet. Der Zug musste deswegen am Sonntag in Nürnberg etwa 20 Minuten lang halten, durfte danach zwar weiterfahren - aber nicht auf der neuen Strecke, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte. Es ist nicht die erste Panne seit Eröffnung der neuen Bahn-Fernstrecke.

Man habe sich dafür entschieden, den verspäteten ICE auf der alten Strecke weiterfahren zu lassen, um die Hochgeschwindigkeits-Route für nachfolgende Züge freizuhalten, sagte der Sprecher. Die Fahrgäste sollten über Würzburg nach Erfurt gebracht werden und dort am Nachmittag in einen neuen Zug umsteigen.

Fotostrecke

18  Bilder
ICE-Neubaustrecke: In vier Stunden von München nach Berlin

Der Sprecher rechnete damit, dass die Fahrgäste dadurch gut zwei Stunden später als geplant in der Hauptstadt ankommen sollten. Eigentlich hätte der Zug in viereinhalb statt wie bisher in sechs Stunden nach Berlin fahren sollen. Der "Sprinter" mit wenigen Stopps schafft die Strecke in rund vier Stunden.

Der erste planmäßige Zug auf der Strecke kam dagegen pünktlich an. "Der erste reguläre ICE von Berlin über die neue Strecke ist eine Minute zu früh in München angekommen. Geplante Ankunft war 11.02 Uhr", sagte ein Bahnsprecher. Die Planung und Umsetzung der Schnellfahrstrecke ist die größte Fahrplanumstellung der vergangenen Jahrzehnte - beschlossen wurde der Bau der Schnellfahrstrecke 1991. Jeder dritte Fernzug bundesweit musste angepasst werden.

Deutsche Bahn

Auf den 623 Kilometern zwischen Berlin und München über Erfurt fahren die ICE-Züge mit bis zu Tempo 300. Zuletzt wurde der 107 Kilometer lange Abschnitt von Erfurt nach Ebensfeld in Oberfranken gebaut. Der Neu- und Ausbau der Gesamtstrecke kostete rund zehn Milliarden Euro.

Ein ICE mit zahlreichen Ehrengäste und Journalisten an Bord musste bereits am Freitag auf dem Rückweg von Berlin nach München mehrmals anhalten. Der Zug hatte rund sechs Stunden für die Fahrt gebraucht.

joe/dpa

Mehr zum Thema
Newsletter
Die schönsten Reiseziele: Nah und Fern


insgesamt 74 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
b744 10.12.2017
1. Chaos
Liebes SPIEGEL Team, Was euch der Pressesprecher der DB nicht mitgeteilt hat ist, das heute fast jeder ICE zwischen Berlin-München-Berlin technische Probleme hat und entweder komplett gestrichrn wurde, auf freier Strecke stehen blieb oder über die alte Strecke geführt wird. In Leipzig waren vorher die Bahnsteige mit defekten ICE‘s blockiert. Bin gerade selber im ICE von Berlin über Leipzig nach Frankfurt und wir haben knapp 2Std Verspätung und halten nicht mal mehr in Frankfurt Hbf, da der Zug im Kopfbahnhof nicht wieeer rausgahren könnte ( technnischer Defekt ). Laut Bahnpersonal sind fast alle ICE‘s auf der neuen Schnellfahrtstrecke betroffen. Soll wohl an dieser neuen Signaltechnik liegen. Hakt doch mal bitte bei der DB nach.
Sensør 10.12.2017
2.
Bahnfahren ist und bleibt ein Glücksspiel.
Oberleerer 10.12.2017
3.
Wäre es zu viel verlangt, "technische Störung" zu präzisieren? Wenn ein Unternehmen der Kunden immer mehr für blöd verkauft, was soll mich da animieren, freiwillig Geld zu zahlen?
think26 10.12.2017
4.
Was immer pünktlich ist bei der Bahn: Die Preiserhöhung.
Filsbachlerche 10.12.2017
5. Einziges Kühltruheabteil im Zug für Familie mit Kindern und 2 Enkeln
Im Sommer erreichte uns die Einladung zu einer Familienfeier am 2.12.17. Da sechs Mitglieder unserer Familie bereit waren, die gut 300 km in Kauf zu nehmen, aber die Autofahrt bei wahrscheinlich schlechtem Wetter vor allem für Kinder und Alte als zu risikoreich ansahen, buchten wir ein sechssitziges Abteil in einem IC für die Hinfahrt. Fast schon als selbstverständlich nahmen wir die Verspätung auf dem eiskalten, windigen Bahnsteig hin. Erfreut stellten wir dann fest, daß das Abteil tatsächlich reserviert und zugänglich war. Bei Fahrtaufnahme begannen wir alle zu frieren. Aus den Lüftungen unter dem Fenster strömte eiskalte Luft! Wir versuchen vergebens, die Heizung höherzustellen: Auf bei Schalterstellung auf Höchstleistung blieb es kalt. Wir drehten die Heizung ab. Nicht einmal der Kältezustrom ließ nach. Die Zugführerin antwortete auf unsere Vorhaltungen mit der Frage „Was soll ich machen?“. Der Zug sei voll. Und dies ei ein österreichischer Wagen! Nach ca. 200km konnten wir wenigstens die Kinder in benachbarte Abteile setzen. Immer noch leiden 3 der sechs Teilnehmer unter starken Atemwegsinfekten. DB? Nein, danke!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.