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Krise der Regionalflughäfen: Der Billigflieger-Wanderzirkus zieht weiter

Passagierschwund in Hahn, Weeze und Lübeck: Seit Billigfluggesellschaften immer mehr Verbindungen streichen, sind die Zukunftsaussichten der kleinen Airports mäßig. Experten sehen darin einen "heilsamen Prozess" - denn viele Regionalflughäfen sind wahre Subventionsgräber.

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DDP

Ryanair-Maschinen am Flughafen Hahn: Mehr als 20 Prozent Passagierrückgang

Berlin/Frankfurt/Main - Hoffnungsträger in der Provinz: Jahrelang steckten Kommunen und Länder Millionen in den Ausbau kleinerer Regionalflughäfen. Vor allem im Osten sollte nach der Wiedervereinigung manch heruntergekommener Militärflugplatz zum Luftverkehrs-Drehkreuz werden und auch andere Unternehmen zur Ansiedlung anlocken. Die meisten dieser hochsubventionierten Standorte - oft fern von den Ballungszentren gelegen - schreiben längst tiefrote Zahlen. Verschärft wird die Situation durch den Rückzug vieler Billigflieger. Verkehrsexperten begrüßen das als längst fällige Marktbereinigung zugunsten des Steuerzahlers.

Auch Air Berlin reagiert mit dem Rückzug aus der Region auf den scharfen Wettbewerb. Die zweitgrößte deutsche Airline ist selbst ins Trudeln geraten und dünnt jetzt ihr Streckennetz massiv aus. Im zweiten Halbjahr sollen mehr als 7500 Flüge wegfallen. Der Verzicht auf Erfurt ist schon beschlossene Sache. "Es ist durchaus möglich, dass auch andere Standorte geschlossen werden", kündigte Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer jüngst an. Bei Easyjet heißt es, die zu Jahresbeginn eingeführte Luftverkehrssteuer sorge dafür, dass der Standort Deutschland an Attraktivität verliere. "Andere Märkte wachsen dafür stärker", betont Deutschlandchef Thomas Haagensen.

Aus dem thüringischen Altenburg zog sich die irische Ryanair bereits ganz zurück - Ende März startete hier die letzte Maschine nach London. Jetzt will man in Altenburg mehr auf Geschäftsflüge setzen. Auf dem von Rheinland-Pfalz kräftig subventionierten Hunsrückflughafen Hahn vollzieht sich gerade ein Teilrückzug der Iren. Neun Verbindungen mit zusammen 150 Flügen in der Woche hatte Airline-Chef Michael O'Leary zum Sommer gestrichen. Rund eine Million Passagiere und damit jeder vierte sollten nach seiner Prognose auf dem Hahn wegbleiben. Für den Winter sind bereits weitere Ryanair-Ziele gestrichen.

Massive Rückgänge der Passagierzahlen

Nach den Statistiken des Flughafenverbands ADV ging allein im Juli die Passagierzahl in Weeze bei Kleve um 22,8, in Hahn um 21,7 und in Paderborn/Lippstadt um 11,1 Prozent zurück. Am Flughafen Lübeck rechnet man für dieses Jahr mit nur noch 400.000 Fluggästen, 2010 waren es noch rund 540.000.

Der Erfurter Verkehrsforscher Matthias Gather sieht in der Entwicklung einen "heilsamen Prozess". Jahrelang habe durch die Subventionen eine Marktverzerrung stattgefunden, die nicht zur "erhofften Beflügelung der Regionen führte". An vielen Standorten wurde sogar doppelt subventioniert: die Flughäfen selbst sowie die einzelnen Flugverbindungen. Oft wurde das damit begründet, mittelgroße Städte besser an internationale Drehkreuze anzubinden wie zum Beispiel Erfurt an München.

Um die kleinen Regionalflughäfen Rostock-Laage oder Hahn siedelten sich aber infolge des Flugbetriebs kaum neue Unternehmen an. Vielen war das zu unsicher, "denn man wusste ja nicht, wie lange Ryanair und Co. ihr Angebot dort aufrechthalten." Die Billigflieger seien wie ein Wanderzirkus. "Sie ziehen immer dorthin weiter, wo sie günstigere Bedingungen vorfinden oder neue Passagierpotenziale erreichen", betont Gather.

Die Flughäfen abseits der Zentren sollten aber nicht per se in Frage gestellt werden, da auch sie wichtige Funktionen erfüllen, sagt Deutsche-Bank-Analyst Eric Heymann. "Doch überzogene Hoffnungen auf das Passagiergeschäft werden sich nicht erfüllen." Das liege zum einen schon daran, dass allein Ryanair auf das Geschäftsmodell mit den möglichst günstigsten Provinzpisten setzt, während die anderen Billigflieger sich eher auf die Flughäfen aus der zweiten Reihe hinter Frankfurt und München konzentrieren.

Dass Hessen nun ziemlich genau in der Mitte zwischen Paderborn und Erfurt-Weimar mit einem Aufwand von 270 Millionen Euro in Kassel-Calden einen dritten vollausgerüsteten Verkehrsflughafen ausbaut, wird von vielen nur noch mit regionalpolitischen Egoismen erklärt. Denn eine Fluggesellschaft, die regelmäßig von Nordhessen aus fliegen möchte, gibt es bislang noch nicht. Umweltschützer erwarten ein langjähriges Subventionsgrab.

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Maren Martell und Christian Ebner, dpa

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1. Seit die ReGIERung die Luftverkehrssteuer eingeführt hat,
Pandora0611 26.09.2011
Zitat von sysopPassagierschwund in Hahn, Weeze und Lübeck: Seit Billigfluggesellschaften immer mehr Verbindungen streichen, sind die Zukunftsaussichten deutscher Regionalflughäfen mäßig. Experten sehen darin einen "heilsamen Prozess" - viele Airports seien wahre Subventionsgräber. http://www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,788359,00.html
geht das Sterben der hochsubventionierten Regionalflughäfen weiter. Sie sind ineffizient, liegen weit ab vom Schuß und dienen nur dem Ego von Regionalfürsten. Unter wirtschaftlichen Bedingungen würden sie nicht überleben; aber es gibt ja Subventionen! Wirtschaftlich denkende Unternehmen machen es richtig, wenn sie diesen Millionen(Milliarden)gräbern den Rücken kehren.
2. Hintergünde aufklären
tomkey 26.09.2011
Zitat von Pandora0611geht das Sterben der hochsubventionierten Regionalflughäfen weiter. Sie sind ineffizient, liegen weit ab vom Schuß und dienen nur dem Ego von Regionalfürsten. Unter wirtschaftlichen Bedingungen würden sie nicht überleben; aber es gibt ja Subventionen! Wirtschaftlich denkende Unternehmen machen es richtig, wenn sie diesen Millionen(Milliarden)gräbern den Rücken kehren.
Hinzu sollten die korrupten Machenschaften der regionalen Politikgrößen konsequent aufgedeckt werden, um deren Gier und Geltungssucht in Verbindung zu diesen Flugplätzen aufzudecken. Steuergelder ohne Ende wurden da in den Sand gesetzt.
3. Es wird immer toller...
adam68161 26.09.2011
Da baut man für die Billigflieger neue Flugplätze , dann erhebt man eine Steuer, und dann hauen die ab. Was ist das für eine Politik?
4. Hinter Gitter
hwolf@gmx.net 26.09.2011
Zitat von tomkeyHinzu sollten die korrupten Machenschaften der regionalen Politikgrößen konsequent aufgedeckt werden, um deren Gier und Geltungssucht in Verbindung zu diesen Flugplätzen aufzudecken. Steuergelder ohne Ende wurden da in den Sand gesetzt.
Die Verantwortlichen, die Kassel-Calden gegen jede Vernunft durchpeitschen wollen, gehören hinter Gitter.
5. Vollpfosten
hwolf@gmx.net 26.09.2011
Zitat von adam68161Da baut man für die Billigflieger neue Flugplätze , dann erhebt man eine Steuer, und dann hauen die ab. Was ist das für eine Politik?
Sorry, aber man kann es leider nicht anders ausdrücken: Idioten - solche Politiker sind Idioten.
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