Legendäre Imbissbude Konnopke's feiert Comeback in Berlin

Für die ersten Kunden gab es die Currywurst umsonst: Mit einer großen Feier wurde der Berliner Imbiss Konnopke's in Prenzlauer Berg wiedereröffnet. Viel Grund zur Freude hatte die 75-jährige Besitzerin - monatelang war ihr Traditionsunternehmen in Gefahr.

dapd

Berlin - Joachim Stein genießt seine Currywurst. Geschnitten, ohne Darm, auf Pappe und mit viel roter Sauce. Der agile Mitsiebziger ist der erste Kunde, der am Donnerstag bei der offiziellen Wiedereröffnung von Konnopke's Imbiss unter dem Hochbahn-Viadukt an der Schönhauser Allee bedient wird. Die Wurst gibt es zur Feier des Tages gratis. Konnopke's Imbiss gilt als eine der berühmtesten Currywurstbuden Berlins. Die Tradition reicht nach Inhaberangaben zurück bis ins Jahr 1930. Damals hat Max Konnopke nachts als "Wurstmaxe" an der Ecke Schönhauser/Danziger Straße Bockwürste, Wiener und Krakauer verkauft.

Zur Wiedereröffnung sind viele Stammkunden und Neugierige gekommen, um den neuen Kiosk zu besichtigen. Dazu gibt es Musik vom Leierkasten und deutsche Schlager. Inhaberin Waltraud Ziervogel hat lange dafür gekämpft, dass ihr neuer alter Kiosk nach der Sanierung des Hochbahn-Viadukts am angestammten Platz stehen darf. Es gab Streit darum mit dem Bezirk und den Berliner Verkehrsbetrieben.

Optik wie in den Achtzigern

Die 75-jährige Inhaberin, der die Besucher an diesem Tag die Freude ansehen, sagt, es sei ein "schwerer, aber guter Weg, der jetzt zu Ende gebracht" worden sei. Ihr Engagement habe ihren Mitarbeitern, den Stammkunden, aber auch dem Prenzlauer Berg gegolten, auf dass er weiter "ein stolzes Zeichen für Tourismus" habe. Zugleich unterstrich Ziervogel, die von Stammkunden auch "Traudchen" genannt wird, dass sie selbst noch ein paar Jahre hinterm Ladenfenster mitmachen will.

Der neue Kiosk, über den die U-Bahn im Minutentakt hinwegrauscht, sieht fast aus wie der alte, der im Ost-Berlin der achtziger Jahre errichtet worden war. Aus der hellbronzenen Aluminiumfassade wurde eine goldeloxierte Oberfläche. Auch die neue Schrift auf dem Lichtband, die "Bratwurst, Bockwurst, Knacker" und "Bouletten" anpreist, sieht fast genauso aus wie die bisherige. Wirklich neu ist nur der kleine Pavillon nebenan, in dem die Gäste nun auch unter einem Dach ihre "Curry" genießen können. Vorher gab es dafür nur einen kleinen Garten.

Das neue Ensemble gefällt auch Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD). "Retrolook ist angesagt", sagt er und nennt den Imbiss eine Institution. Für diese wurde nun sogar eine eigene Adresse geschaffen, wie Kerstin Lindstädt, Leiterin der Denkmalschutzbehörde in Prenzlauer Berg unterstreicht. "Schönhauser Allee 44 B" sei extra für den Imbiss unter der Hochbahn eingerichtet worden.

Das ist den Kunden in der langen Schlange an diesem Eröffnungstag aber wohl egal. Sie bestellen ihre Wurst ohne Darm - geschnitten oder am Stück. Und das Geheimnis? Für Joachim Stein, der schon in den sechziger Jahren bei Konnopke Wurst aß, ist das keine Frage: "Es ist die Sauce. Die schmeckt hier wirklich ganz besonders gut".

Claudia Pietsch, dapd



insgesamt 14 Beiträge
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seine_unermesslichkeit 28.04.2011
1. ...
...kenn ich und mag ich seit 40 Jahre, da war Ulbricht noch am Ruder in der Zone. Ganz ohne Zweifel ist dies eine der besten Currywurstbuden Deutschlands!
metaller16 28.04.2011
2. Mit oder ohne ?
Ich war einmal da und muß sagen daß mich das Geschmackserlebnis nicht umgehauen hat. Nicht schlecht aber auch nicht richtig gut. Schmeckt im Wedding besser.
tristram175 28.04.2011
3. Na ick weeß nich
Curry Bude am Henriettenplatz? Namen kennt wahrscheinlich keener - oben, am Kudamm in Halensee. Schade is aber uff jeden Fall, daß sich so´ne urberliner Einrichtung mit´m "sächsischen Genitiv" "schmücken" muß! Dennoch allet Jute Konnopke!
barlog 28.04.2011
4. titel
Zitat von seine_unermesslichkeit...kenn ich und mag ich seit 40 Jahre, da war Ulbricht noch am Ruder in der Zone. Ganz ohne Zweifel ist dies eine der besten Currywurstbuden Deutschlands!
Genauso isses ! Ein Produkt nach Rezept von Frau Ziervogel war die erste Currywurst, die mir in zartem Jugendalter von elterlicher Hand in den Mund gestopft wurde. PS: Bin gespannt, wie lange es dauert, bis der erste Frankfurter sich hier nörgelnd meldet.
qx87 28.04.2011
5. die Ruhrpott Curry
Is um Welten besser.
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