Neuer Arbeitskampf Lufthansa-Piloten streiken Montag und Dienstag

Die Pilotenvereinigung Cockpit ruft ab Montagmittag zu einem neuen Streik bei der Lufthansa auf. Erst trifft es Kurz- und Mittelstreckenflüge, ab Dienstag auch Langstreckenflüge. Diese sollen dagegen am Montag noch durchgeführt werden.


Berlin - Die Piloten der Lufthansa streiken am Montag und Dienstag erneut. Dies teilte die Vereinigung Cockpit mit.

Betroffen sind deutschlandweit ab Montag 12.00 Uhr bis Dienstag 23.59 Uhr Flüge der Kurz- und Mittelstrecke sowie zusätzlich am Dienstag zwischen 3.00 Uhr und 23.59 Uhr auch Langstreckenflüge. Die Tochter Germanwings ist nicht betroffen.

Ein Lufthansa-Sprecher unterstrich, dass am Montag alle geplanten Langstreckenflüge durchgeführt werden sollen, wie er der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Am Sonntagabend gab das Unternehmen einen Sonderflugplan heraus (die Liste der Lufthansa finden Sie hier).

Die Lufthansa kündigte einen Sonderflugplan an. Das Unternehmen appellierte außerdem an Cockpit, die Gespräche unverzüglich wiederaufzunehmen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte am späten Freitagabend die Verhandlungen über die betriebliche Frührente erneut für gescheitert erklärt.

Im Mittelpunkt des seit Monaten schwelenden Tarifkonflikts steht die sogenannte Übergangsversorgung, die es bislang noch etwa jedem zweiten der 10.000 Piloten des Konzerns erlaubt, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Sie erhalten in der Übergangszeit bis zur gesetzlichen Rente bis zu 60 Prozent ihrer Bezüge. Die Lufthansa will die Altersgrenze anheben, Cockpit lehnt dies ab und machte mehrfach mit Streiks Druck.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte noch am vergangenen Montag in einem Zeitungsinterview die Hoffnung auf eine baldige Einigung in dem Konflikt geäußert. Er sprach vom "härtesten Arbeitskampf in der Geschichte" der Lufthansa.

Seit April haben die Flugzeugführer die Lufthansa achtmal bestreikt. Zuletzt legten sie im Oktober insgesamt 35 Stunden lang innerdeutsche Verbindungen, Europaflüge und teilweise auch Langstreckenflüge lahm. Von geplanten 2330 Lufthansa-Flügen fielen etwa zwei Drittel aus, nach damaligen Angaben waren rund 160.000 Passagiere betroffen. Die Lufthansa bezifferte die Belastungen durch die Streiks auf 160 Millionen Euro.

ala/daf/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 164 Beiträge
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Alfred Ahrens 30.11.2014
1. Und das ist auch gut so, damit noch mehr Passagiere umsteigen auf freundliche Airlines,
innerhalb und ausserhalb der Staralliance! Bis diese Linie in den Geschichtsbüchern verschwindet und ihre Flugzeugführer sich den Wind auf dem internationalen Arbeitsmarkt um die Nase wehen lassen dürfen. Es ist unglaublich, was sich VC und ihre Mitglieder einbilden.
lifad 30.11.2014
2. Lufthansa Streik ist positiv!
Soll mir Recht sein das die streiken! Ich finde den Flughafen nicht gut und umso öfter sie streiken umso besser ist es für mich. KEINE 3. Startbahn!!!
alex260570 30.11.2014
3. Bitte an die Lufthansa
Es wird Zeit, dieses faule und arbeitsscheue Gesindel loszuwerden. Bitte feuern und verantwortungsvolle Mitarbeiter einstellen. Und kommt mir nicht mit der großen Verantwortung die ein Pilot gegenüber Gerät und Passagieren hat. Die hat jeder busfahrer auch. Und selbst wenn Kündigungen gegen geltendes recht verstoßen. Ist immer noch billiger als diese ständigen Erpressungsversuche.
doc111 30.11.2014
4. Lufthansa schafft sich selbst ab - gut so!
Prima, dass Lufthansa mal wieder streikt. Bin gerade auf dem Weg zu einem Lufthansa-Langstreckenflug und werde wahrscheinlich für den Rückflug schon mal umbuchen, damit ich wieder nach Hause komme. Und in Zukunft werde ich gleich andere Airlines buchen auf die man sich verlassen kann. Auf den Senator-Status, den ich seit Jahren habe, pfeife ich doch gerne, wenn ich meine Termine wieder zuverlässig planen kann. Wenn dann Lufthansa endlich pleite ist und sich die Egoisten im Cockpit alle einen neuen Job suchen müssen, werden sie mit Wehmut an die Zeit zurückdenken als es ihnen bei Lufthans noch richtig gut ging und sie monatelang die Passagiere terrorisiert hatten... Den Ast, auf dem man sitzt, sollte man halt nicht selbst absägen...
outsider-realist 30.11.2014
5.
Zitat von alex260570Es wird Zeit, dieses faule und arbeitsscheue Gesindel loszuwerden. Bitte feuern und verantwortungsvolle Mitarbeiter einstellen. Und kommt mir nicht mit der großen Verantwortung die ein Pilot gegenüber Gerät und Passagieren hat. Die hat jeder busfahrer auch. Und selbst wenn Kündigungen gegen geltendes recht verstoßen. Ist immer noch billiger als diese ständigen Erpressungsversuche.
Und Busfahrer haben auch ein Streikrecht. Gesetzesverstöße sind keine Kostenfrage, sondern sind strafbar bzw. aus diesem Grunde nicht durchführbar. Seien Sie froh, das wir in einem relativ zivilisierten Land leben, in dem der einzelne noch Rechte hat. Irgendwann werden auch Sie diese benötigen..... Und jetzt wischen sie sich bitte den Schaum vom Mund. Wie sieht das denn aus?
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