Von Linus Geschke
Der ehemalige deutsch-deutsche Grenzstreifen, an dem Hunderte Menschen bei Fluchtversuchen ihr Leben ließen, zieht sich heute wie ein grüner Streifen von Nord nach Süd durch die vereinte Republik. Von Travemünde an der Ostsee bis zum Dreiländereck bei Hof - die Strecke ist der größte deutsche Biotopverbund, knapp 1400 Kilometer lang.
Statt Selbstschussanlagen sehen Wanderer jetzt Seeadler. Wo früher Minenfelder lagen, wachsen heute seltene Pflanzenarten. Was einst tödlich war, ist nun eine grüne Lebensader.
Grenzzäune, Absperrgitter und Wachtürme: Wer sich 20 Jahre nach Mauerfall auf die Spurensuche nach Überbleibseln macht, muss außerhalb der Grenzmuseen und Gedenkstätten schon genauer hinsehen, um fündig zu werden. Vieles ist entfernt worden, anderes von der Natur überwuchert. Die Grenze ist geschlossen - durch Auenwälder und Löwenzahn.
Das vom Bundesamt für Naturschutz unterstützte Projekt "Grünes Band Deutschland" will die Regionen entlang des ehemaligen Grenzstreifen touristisch entwickeln. Umgesetzt wurden bereits der Thüringer Grenzwanderweg in der Wartburgregion und der Harzer Grenzweg.
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