Ryanair Auch deutsche Piloten und Flugbegleiter streiken am Freitag

24 Stunden geht nichts: Deutsche Ryanair-Piloten und -Flugbegleiter werden am Freitag ihre Arbeit niederlegen. Auch in fünf weiteren Ländern wird gestreikt. Die Airline hat weitere Flüge für den Tag storniert.

Anzug eines Mitarbeiters von Ryanair
REUTERS

Anzug eines Mitarbeiters von Ryanair


Die Gewerkschaften der Piloten und Flugbegleiter haben ihre Mitglieder bei Ryanair für den kommenden Freitag zum Streik aufgerufen. Die Vereinigung Cockpit (VC) will zwischen 3.01 Uhr und Samstag um 2.59 Uhr in den Ausstand treten. Dies betrifft alle festangestellten Piloten, die an Ryanair-Stationen in Deutschland beschäftigt sind. Am Nachmittag kündigte auch Ver.di an die Beteilung der deutschen Ryanair-Flugbegleiter an. Zugleich legen Ryanair-Mitarbeiter in Spanien, Portugal, Italien, den Niederlanden und Belgien die Arbeit nieder.

Der Billigflieger Ryanair hat daraufhin weitere Flüge für diesen Freitag abgesagt. Wegen der zusätzlichen Teilnahme von VC an einem europäischen Streik sollen weitere 35 bis 45 Flüge von und nach Deutschland ausfallen, erklärte Marketing-Chef Kenny Jacobs in Dublin. Das wären nur rund zehn Prozent des geplanten Programms.

Wegen der angekündigten Streiks in anderen europäischen Ländern hatte Ryanair bereits 150 von 2400 Europaflügen abgesagt. 30.000 von 450.000 Kunden werden nicht wie geplant fliegen können, hatte der irische Billigfliegermitgeteilt. Diese Passagiere wären per E-Mail oder SMSüber die Stornierungen informiert worden.

In einer VC-Pressemitteilung heißt es, dass der Gewerkschaft seit dem letzten Arbeitskampf am 12. September kein verbessertes Angebot vorgelegt wurde. Zudem wurde bislang keine Schlichtungsvereinbarung zwischen Ryanair und VC erzielt. "Bislang konnten wir weder Einvernehmen darüber erzielen, was wir schlichten wollen, wie wir schlichten wollen und wer geeigneter Schlichter sein könnte", sagte Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der VC.

Auch Ver.di nannte als Grund für den Streik, dass der irische Billigflieger "auch nach vier Verhandlungsrunden kein zufriedenstellendes Angebot" vorgelegt habe. "Das Angebot ist völlig unzureichend, vor allem auch, wenn man sich vor Augen führt, dass viele Beschäftigte ein kaum existenzsicherndes Einkommen haben", kritisierte Ver.di-Vorstandsmitglied Christine Behle.

Ver.di verlangt eine "substanzielle" Lohnerhöhung für die Flugbegleiter. Außerdem sollen sie eine Kompensation für Verspätungen erhalten. Daneben verlangt die Gewerkschaftdie Einrichtung einer betrieblichen Interessenvertretung.

Die Beschäftigten der profitabelsten europäischen Airline, die mit Flügen zum Preis von wenigen Euro den Markt aufmischte, fordern höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. Kritisiert wird vor allem, dass Ryanair Mitarbeiter in den einzelnen Ländern oft nicht mit lokalen Verträgen ausstatte und das nationale Arbeitsrecht nicht anwende.

bam/dpa/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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screwdriver 27.09.2018
1. Profitabelste europäische Airline?
Dann sollte man auch erwähnen, zu wessen Lasten der Profit erzielt wird. Der systematische und geplante Verstoß gegen EU-Recht ist kein Bagatelldelikt den man im Wettbewerb tolerieren kann. Mitarbeiter, geschädigte Fluggäste und Flughafenbetreiber zahlen den Profit.
aktiverbeobachter 27.09.2018
2. geschädigte Fluggäste
Zitat von screwdriverDann sollte man auch erwähnen, zu wessen Lasten der Profit erzielt wird. Der systematische und geplante Verstoß gegen EU-Recht ist kein Bagatelldelikt den man im Wettbewerb tolerieren kann. Mitarbeiter, geschädigte Fluggäste und Flughafenbetreiber zahlen den Profit.
Nun, derzeit zahlen vor allem geschädigte Fluggäste durch den Streik der Piloten den Profit.
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