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Über den Wolken

Segelflug-Blog Tanz mit den Wolken

Michail Hengstenberg

Michail Hengstenberg hat 2013 mit dem Segelfliegen begonnen. Viele Theoriestunden, Starts, Landungen und verschiedene Prüfungen später hat er es jetzt geschafft - und sich am Himmel eine neue Welt erschlossen. Was ihn so fasziniert, sehen Sie in diesem Video.

Die zurückliegende Flugsaison war für mich voller aufregender Momente und persönlicher Segelflug-Meilensteine. Vor allem aber hat es mir noch klarer gemacht, warum ich eigentlich das Fliegen liebe. Nur wie es weitergeht mit diesem Blog, das weiß ich noch nicht genau.

Für mich war 2015 das Jahr der Entscheidung. Auf dem Weg zur Pilotenlizenz waren die letzten, aber entscheidenden Hürden zu nehmen. Das Funksprechzeugnis, dank dessen ich mich jetzt mit Fluglosten unterhalten kann. Die Theorieprüfung, ohne die es keine praktische Prüfung gibt und die mir schlaflose Nächte bereitet hat. Mein knapp geratener 50-Kilometer-Flug, die letzte Hürde vor der Prüfung und dann natürlich der Abschluss, die Prüfung selbst.

Und jetzt? Bis zu dem Tag, an dem mein Pilotenschein in der Post lag, war mein Ziel immer, den nächsten Ausbildungsinhalt abzuhaken. Mich Schritt für Schritt auf die Prüfung vorzubereiten. Auf einmal stand ich ohne Ziel da - und hatte den Blick wieder frei auf die Faszination des Fliegens.

In meinem eigenen Flugzeug (das Ziel hatte ich auch schon abgehakt) habe ich bis zum Ende der Saison 13 Flugstunden gesammelt. In den vergangenen Tagen habe ich mich hingesetzt und aus dem Filmmaterial, das ich dabei aufgenommen habe, ein kleines Video zusammen geschnitten. Und dabei, im Rückblick, noch mal gemerkt, warum ich eigentlich fliege.

Hoch da oben sind die Gedanken frei von Mails

Wie Wellenreiten oder Segeln auf dem Wasser ist Segelfliegen ein Tanz mit der Natur. Sie stellt Energie bereit, in Form von Wind, Wellen oder Wärme. Es liegt an einem selbst, wie gut man dieses Geschenk nutzt. Es ist ein ständiges Abtasten, das die Entwicklung einer feinen Sensorik erfordert und nichts anderes erlaubt, als mit allen Sinnen, mit allen Gedanken dort zu sein, wo man gerade ist. Das Zittern zu erfühlen, das der Außenrand eines Thermikschlauches durch das Flugzeug schickt und anzeigt, dass man jetzt möglichst einkreisen sollte.

Hoch da oben sind die Gedanken deswegen frei von Mails, Terminen, Alltagsstress. All das liegt weit unten, hier oben gibt es nur das Flugzeug und die Luft. Eine Sache weiß ich schon: Ich möchte diesen Tanz perfektionieren. Die Luft noch besser kennenlernen, ihr nicht nur Zeit abringen, sondern auch Entfernung. Im nächsten Jahr möchte ich mich weit tragen lassen, 200 oder 300 Kilometer weit. Streckenflug heißt das im Segelfliegerjargon.

Was ich dagegen nicht weiß: Wie es mit diesem Blog weitergeht. Als ich damit anfing, hatte ich von Segelfliegen keine Ahnung. Mein Blick auf die Segelfliegerei war der der meisten SPON-Leser. Es war die naive Annährung an ein Thema, das mich schon immer fasziniert hat und bei dem ich klären wollte, ob das überhaupt so einfach geht: Segelflugpilot werden.

Heute bin ich längst ein Nerd, ein Fachidiot, und mein Blick auf das Thema viel kleinteiliger, die Fragen, die mich beschäftigen, ganz andere als die eines Laien. Ob der Blog mich überhaupt weiter begleiten kann oder ob das für die meisten Leser vielleicht stinklangweilig ist, wie ich ihn vielleicht ändern müsste: Darüber werde ich jetzt den Winter über nachdenken.

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15 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
ironbutt 04.12.2015
fortyplus 04.12.2015
ash26e 04.12.2015
Livedeath 04.12.2015
primavesi 05.12.2015
Norbertli1 05.12.2015
jbodenheim 08.12.2015
hektor2 08.12.2015
McGeehan 08.12.2015
gott777 08.12.2015
hgi 08.12.2015
Hamberliner 08.12.2015
meinungsmacher 08.12.2015
Lzdf 12.12.2015
dorowill 15.01.2016

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  • Den Traum vom Fliegen träumt Michail Hengstenberg, seit er Kind ist. Weil regelmäßige Fünfen in Mathe einer Karriere als Berufspilot nicht förderlich sind, blieb er lange am Boden. Doch dann machte der SPIEGEL-ONLINE-Redakteur von etlichen Gastflügen bei verschiedenen Segelflugklubs ausreichend motiviert die Ausbildung zum Segelflugpiloten.

    Von seinen Erfahrungen auf dem Weg zur Lizenz zum Abheben und in der Luft erzählt Michail Hengstenberg regelmäßig in diesem Blog.

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