Skiunfälle Chirurgen fordern Helmpflicht auf deutschen Pisten

Kopfverletzungen zählen zu den selteneren Unfallfolgen auf Skipisten, doch im Fall von Schädelbruch oder Hirnblutung sind sie besonders schwer. Um diesen vorzubeugen, fordern Chirurgen nun Helmpflicht für alle auf deutschen Pisten.

Besser mit Helm: So lassen sich Schädelbrüche vermeiden
TMN/ Engelberg-Titlis Tourismus AG

Besser mit Helm: So lassen sich Schädelbrüche vermeiden


Berlin - Skifahrer in Deutschland sollten Helme tragen, das fordert der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC): "Es wird Zeit, dass die Helmpflicht auf deutschen Pisten kommt", mahnte der BDC-Hauptgeschäftsführer Jörg Ansorg am Freitag in Berlin. "Ein Skiunfall kann schreckliche Folgen wie Schädelbrüche oder Hirnblutungen haben. Der Helm ist die einfachste Möglichkeit, die Zahl solch schwerer Verletzungen zu verringern."

Dem Berufsverband zufolge verletzen sich pro Saison rund 43.000 deutsche Skifahrer im In- und Ausland auf der Piste so schwer, dass sie in eine Klinik gebracht werden müssen. Mehr als 3000 von ihnen erleiden demnach schwere Kopfverletzungen.

An erster Stelle der Verletzungen stehen die Kniegelenke mit rund 30 Prozent, gefolgt von Schultern und Oberarmen (20 Prozent) sowie Verletzungen an Rumpf, Oberschenkeln und im Hüftbereich (18 Prozent).

"Viele Verletzungen werden von unseren Chirurgen erfolgreich operiert, verschraubt, genagelt und genäht", erklärte der BDC-Präsident Hans-Peter Bruch. "Aber die Vermeidung der Unfälle - gerade am Kopf - steht für die Ärzte an oberster Stelle."

In Südtirol und Teilen Österreichs gilt laut BDC bereits eine Helmpflicht für Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr. Eine Helmpflicht in Deutschland soll nach dem Willen des Chirurgenverbands auch für erwachsene Skifahrer gelten.

bon/AFP



insgesamt 42 Beiträge
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AliceHinterDemSpiegel 27.12.2013
1. Nicht deren Aufgabe
Zitat von sysopTMN/ Engelberg-Titlis Tourismus AGKopfverletzungen zählen zu den selteneren Unfallfolgen auf Skipisten, doch im Fall von Schädelbruch oder Hirnblutung sind sie besonders schwer. Um diesen vorzubeugen, fordern Chirurgen nun Helmpflicht für alle auf deutschen Pisten. http://www.spiegel.de/reise/deutschland/skiunfaelle-chirurgen-fordern-helmpflicht-auf-deutschen-pisten-a-941004.html
Wem schade ich, wenn ich ohne Helm eine Kopfverletzung habe? Niemandem. Also ist es meine Privatsache, ob ich mit oder ohne Helm fahre. Chirurgen können uns auf die Gefahr von 3000 Kopfverletzungen pro zig Millionen Pistenkilometern jährlich hinweisen - sie haben aber nicht die Aufgabe, uns ein bestimmtes Verhalten aufzuzwingen. Mir ist es sehr wichtig andere Skifahrer von hinten gut zu hören, um ggf. auszuweichen. Damit fahre ich vermutlich unfallärmer, als mit Helm. Also fahr ich mit Mütze. Gäbe es Helmpflicht in Deutschland würde ich nur noch in Österreich fahren (wo ohnehin mehr geboten wird auf den Pisten ...)
DonCarlos 27.12.2013
2. Skifahrer mit Helm
Zitat von AliceHinterDemSpiegelWem schade ich, wenn ich ohne Helm eine Kopfverletzung habe? Niemandem. Also ist es meine Privatsache, ob ich mit oder ohne Helm fahre. Chirurgen können uns auf die Gefahr von 3000 Kopfverletzungen pro zig Millionen Pistenkilometern jährlich hinweisen - sie haben aber nicht die Aufgabe, uns ein bestimmtes Verhalten aufzuzwingen. Mir ist es sehr wichtig andere Skifahrer von hinten gut zu hören, um ggf. auszuweichen. Damit fahre ich vermutlich unfallärmer, als mit Helm. Also fahr ich mit Mütze. Gäbe es Helmpflicht in Deutschland würde ich nur noch in Österreich fahren (wo ohnehin mehr geboten wird auf den Pisten ...)
Nunja, die Helmpflicht gibt es auch beim Motorrad. Nur die Kopfverletzungen auf der Piste kommen daher, dass für die die meist unerfahrenen Carving-Skifahrer die Pisten ziemlich platt gewalzt werden. Das Resultat sind vereiste Pisten. In einer Buckelpiste kann man aber nicht so sinnlos heizen wie auf einer Eisautobahn. Wie gefährlich sind eigentlich Helme gegenüber anderen Skifahrern? Meiner Meinung nach sollten sogar eher Helme auf der Skipiste verboten werden. Im Rennbereich mit Kippstangen oder bei der Abfahrt ist ein Helm sinnvoll. Dann sind die Pisten aber abgesperrt. Das Problem sitzt eher zwischen den Ohren als über den Ohren. Die dümmsten Heizer auf der Piste, die kaum ihre Geschwindigkeit kontrollieren können haben einen Helm auf. Im Gegensatz zu Motorradfahreren fällen diese Typen meist unbeteiligte Skifahrer auf ihrem Weg nach unten.
avada~kedavra 27.12.2013
3. So so!
Zitat von sysopTMN/ Engelberg-Titlis Tourismus AGKopfverletzungen zählen zu den selteneren Unfallfolgen auf Skipisten, doch im Fall von Schädelbruch oder Hirnblutung sind sie besonders schwer. Um diesen vorzubeugen, fordern Chirurgen nun Helmpflicht für alle auf deutschen Pisten. http://www.spiegel.de/reise/deutschland/skiunfaelle-chirurgen-fordern-helmpflicht-auf-deutschen-pisten-a-941004.html
jetzt sollen "wir" auf obskure Personen hören, welche bei der Verrichtung ihrer Arbeit (Gesichts)masken und Handschuhe tragen. Meistens machen das doch nur Personen die etwas zu verbergen haben. Aber mal im Ernst, erst das Fahrrad, jetzt die Ski, als nächstes sollen wir wohl im Bett bleiben, da dort die Gefahr zu verunfallen am geringsten ist. Nur dann kommen die Internisten und fordern mehr Bewegung weil sonst die Herzverfettung etc. droht. Egal wie, recht machen kann man es niemandem. Das ergibt unter dem Strich doch nur, dass es nur eine Forderung geben kann: *Keine lächerlichen Verbote mehr (vorschlagen).*
eigene_meinung 27.12.2013
4. ich bin für ein Helmverbot.
Meistens sind es die Helmträger, die viel zu schnell und viel zu schlecht fahren und andere Skifahrer verletzen, wobei die Verletzungen bei den anderen ohne den Sch...helm wahrscheinlich gar nicht so schwer wären. Beispiel ist ein ehemaliger deutscher Ministerpräsident...
njotha 27.12.2013
5. @AlicehinterdemSpiegel
Alice, Sie scheinen nicht hinter dem Spiegel, sondern hinter dem Mond zu leben. Alleine die Operationen nach Schädel-Hirn-Trauma kosten die Versicherten-Gemeinschaft locker 10.000, leicht aber auch an 100.000 Euro. Dazu kommen gigantische Kosten für Reha, Umschulung, verlorene Ausbildungskosten - und im Zweifelsfall auch noch jahrzehntelange Rentenzahlungen, alles zu Lasten anderer Menschen. Ich würde Ihnen das Recht auf schwere Schädelverletzungen gerne gönnen - wenn dieses Recht mit der Pflicht verbunden wäre, alle entstehenden Kosten selbst zu tragen. Das würden gerade Sie aber mit Sicherheit nicht wollen, oder? Oder haben Sie für den Fall schon mal eben eine halbe (besser eine ganze) Million zurückgelegt?
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