Seltsame Wettkämpfe in Deutschland: Platsch! Und Sieg!

Nicht nur Briten, auch Deutsche messen sich bei seltsamen Wettbewerben: Arschbomben-Profis experimentieren mit der Schwerkraft. Paddler versuchen, sich in Pappbooten über Wasser zu halten. Und in Ostfriesland wurde es beim Schlickschlittenrennen dreckig.

Lustige Wettbewerbe: Arschbomber, Handtaschenwerfer, Papppaddler Fotos
DPA

Was sind da schon Käserollmeisterschaften wie in Gloucestershire, Moorschnorcheln wie in Wales oder Bäumeweitwurf, zu dem es regelmäßig auf schottischen Festivals kommt. Die Deutschen halten dagegen - an diesem Wochenende bewiesen sie, dass sie mit den originellen Wettbewerben der für Skurriles bekannten Briten durchaus mithalten können.

In Sachsen zum Beispiel haben sich mutige Paddler mit kunterbunten Booten aus Pappe durch ein Wildwasserrennen gekämpft. Die Teilnehmer dürfen nach den Spielregeln nicht mit einem fertigen Gefährt zu dem Wettkampf im Kanupark Markkleeberg kommen. Sie müssen ihr Boot an Ort und Stelle vor dem Rennen basteln - aus elf großen Bögen Pappe und zehn Rollen Klebeband. Was zählt, ist das Klebeband so geschickt zu wickeln, dass die Pappschönheiten das Bad überstehen.

Diesmal hat der Sieger - das "Dorfnasen"-Team - eine Minute und 53 Sekunden gebraucht, um den 270 Meter langen Wildwasserkanal heil zu durchqueren. Die Truppe aus Taucha bei Leipzig hatte aus Pappbögen ein Boot gebastelt, das wie ein Früchtekörbchen aussieht. Schon im vorigen Jahr hatten die Tauchaer den Designpreis gewonnen.

7000 Besucher schauten zu, wie sich 15 Mannschaften durch die reißenden Fluten kämpften. Sechs der Boote kamen nicht im Ziel an. "Entweder die Mannschaften sind vorher rausgefallen, oder die Boote haben sich aufgelöst", sagte Kanupark-Manager Christoph Kirsten - das sei normal.

Die fetteste Arschbombe gewinnt

Mit Eleganz hatte auch die Splashdiving-Weltmeisterschaft in Berlin nicht viel zu tun: Die Turmspringer mussten möglichst platschend und mit großer Fontäne ins Wasser eintauchen. Der Meister der Arschbomben wurde der 17 Jahre alte Malte Kruse aus Minden in Nordrhein-Westfalen, der gleich doppelt gewann - bei den Herren und bei den Junioren. Insgesamt hätten 45 Teilnehmer mitgemacht, sagte Veranstalter, Christian Elvis Guth. "Das Bad war gut, die Stimmung war gut und die Qualität der Sprünge wird immer besser."

In Duhnen bei Cuxhaven waren es nicht die Menschen, sondern die Tiere, die das Wasser spritzen ließen. Im gestreckten Galopp laufen Rennpferde beim Duhner Wattrennen auf einer ungewöhnlichen Rennstrecke. Nämlich auf dem Meeresboden der Nordsee, der bei Ebbe zu sehen ist. Jedes Jahr kommen viele tausend Besucher nach Duhnen, um sich das Rennen anzusehen.

In Bottrop ging es nicht um Geschwindigkeit und auch nicht nur um die größte Distanz. Bei der Handtaschenweitwurf-Weltmeisterschaft wurden neben der Strecke auch die technische Ausführung und die Choreografie des Auftritts bewertet. Das sei eine echte sportliche Herausforderung, sagt Jens Vatter, Bundestrainer der deutschen Handtaschenwerfer.

Aus seiner Mannschaft holte Stefan Krämer, 45 Jahre alter Versicherungskaufmann aus Brühl bei Köln, den Pokal: Er schaffte am Samstag 24,21 Meter mit seinem Täschchen und übertraf damit die Bestmarke des vorigen Jahres, als ein Lastwagenfahrer auf 22,66 Meter kam.

Krämer sei ein Anfänger, der sich nicht eigens auf die Handtaschen-Weitwurf-WM vorbereitet habe, sagte ein Sprecher der Veranstalter. Krämer war bei dem Spaßwettbewerb unter der gelb-weißen Flagge der Vatikanstadt angetreten. Sein Team landete auf Platz zwei - hinter der Mannschaft, die für Neuseeland angetreten war.

Wältmeisterschaft der Wattschlitten

Am Trockenstrand von Upleward in Ostfriesland war das Wettkampfgerät ein sommeruntypisches Gefährt: ein Schlitten. Die "Wältmeisterschaft" der Schlickschlitten gewinnt die schnellste und die am besten kostümierte Mannschaft. Damit erinnern die Ostfriesen an die Tradition der Fischer, die auf Kufen weit hinaus in Watt sausten, um ihren Fischfang aus den Stellnetzen zu klauben. Neben den Schlittenfahrern traten auch Aalsprinter, Watthandballer- und -fußballer gegeneinander an. Ganz schön schlickig!

abl/dpa

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1. Galopp?
orle 19.08.2013
Welcher Unwissende hat den diesen Artikel verfasst. Die Bilder vom Wattrennen zeigen eindeutig ein Trabrennen und dazu wird selbst unter dem Bild geschrieben: In getrecktem Galopp...... Wie wäre es mal mit einer Brille?
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