Herbstwandern in den bayerischen Alpen Unten Nebel, oben Krautkrapfen

Bergwandern schön und gut, aber haben die Hütten nicht schon geschlossen? Hier sind fünf Touren in den bayerischen Alpen, die auch im Oktober noch zu Kaiserschmarrn, Speckknödeln und tollen Aussichten führen.

Stefan Herbke/ SRT

Der Oktober kann Bergwanderern in den Alpen noch einige goldene Tage bescheren. Der Haken: Nicht mehr alle Hütten haben geöffnet und werden bewirtschaftet - dabei eignen sie sich doch besonders als Ziel einer Tour. Wer nicht mit Stulle, Salami und einer Thermoskanne Tee vorliebnehmen will, kann eine dieser fünf Routen testen - viel Zeit bleibt aber auch hier nicht mehr!

Berchtesgadener Alpen: Grünstein

Blick vom Grünstein auf den Watzmann
Stefan Herbke/ SRT

Blick vom Grünstein auf den Watzmann


Auch kleine Berge können beeindruckend sein, das beweist der - dem Watzmann vorgelagerte - Grünstein (1303 Meter). Von der Schönau aus betrachtet ist er ein breiter, behäbiger Berg mit etwas Fels über einem steilen Waldgürtel. Von Königssee aus dagegen ist er eine steile Pyramide mit einigen Felsabsätzen.

Die verleihen dem leichten Wandergipfel eine alpine Note, vor allem, weil durch die Abbrüche im Sommer 2009 ein Klettersteig gebaut wurde. Aufgrund der Höhenlage und der südostseitigen Ausrichtung ist der knapp zweistündige Anstieg von Königssee aus bis in den Herbst sehr beliebt, auch weil wenige Minuten unter dem Aussichtsgipfel die Grünsteinhütte (1220 Meter) steht, die bis Ende Oktober durchgehend bewirtschaftet ist.

Infos: Grünsteinhütte, Tel. 0171/8329328, www.gruensteinhuette.de

Chiemgauer Alpen: Hochries

Hochrieshütte in den Chiemgauer Alpen
Stefan Herbke/ SRT

Hochrieshütte in den Chiemgauer Alpen


Das ganze Alpenvorland liegt einem auf der Hochries zu Füßen. Entsprechend großartig ist der Panoramablick von der Hochrieshütte (1569 Meter), die am höchsten Punkt des grünen Gipfelrückens thront. Im Herbst blickt man häufig auf ein riesiges Nebelmeer, aus dem nur die Bergspitzen herausragen.

Die Seilbahn fährt von der Bergstation nur wenige Minuten. Verdient hat man sich die Einkehr auf einem der vielen Anstiege, etwa vom Samerberg über die Seitenalm (rund drei Stunden Gehzeit). Und wer es gerne gemütlicher angeht, der übernachtet am besten auf der Hütte und genießt in aller Ruhe den stimmungsvollen Sonnenuntergang. Die Hochrieshütte hat bis Anfang November durchgehend geöffnet, im Winter nur an den Wochenenden.

Infos: Hochrieshütte, Tel. 08032/8210, www.hochrieshuette.de

Bayerische Voralpen: Latschenkopf

Blick vom Latschenkopf auf die Benedktinerwand
Stefan Herbke/ SRT

Blick vom Latschenkopf auf die Benedktinerwand


Erst mit der Gondelbahn bequem bergauf und dann aussichtsreich hinüberwandern zum Latschenkopf (1712 Meter) - die Tour hoch über dem Isartal ist ein bayerischer Klassiker und im Herbst besonders schön. Während das Flachland häufig unter einer zähen Nebelschicht liegt, gibt es hoch oben am Brauneck Sonne und Licht im Überfluss, dazu Traumausblicke bis zur Zugspitze und zum Großvenediger.

Zum Abschluss wartet die Tölzer Hütte mit einer Kombination aus Sonnenterrasse, guter Küche und tollem Ausblick. Sie ist bis Anfang November geöffnet - genau wie die nahe gelegene Bergstation der Brauneckbahn, die diesen Sommer ihren 60. Geburtstag feiert.

Infos: Tölzer Hütte, Montag Ruhetag, Tel. 08042/8732, www.toelzerhuette.de

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Herbstwandern in Bayern: Fünf Touren mit Einkehr und Ausblick

Ammergauer Alpen: Kenzenhütte

Kenzenhütte in den Ammergauer Alpen
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Kenzenhütte in den Ammergauer Alpen


Stützpunkt am Maximiliansweg, Ausflugsziel oder Einkehr nach einer Trainingstour mit dem Mountainbike - für den Besuch der Kenzenhütte (1300 Meter) gibt es viele Gründe. Einer davon sind die sympathischen Schwestern Corinna und Pamela Linder, die die Hütte seit dem Sommer 2011 bewirtschaften.

Ein anderer ist das gute Essen: Egal ob Spinatnocken, Allgäuer Krautkrapfen oder im Herbst Wildgerichte wie Hirschgulasch, alles schmeckt ausgezeichnet. In die Winterpause geht die Hütte am 22. Oktober 2017.

Infos: Kenzenhütte, Tel. 08368/390, www.berggasthof-kenzenhuette.de

Allgäuer Alpen: Gaisalpe

Oberer Gaisalpsee
Stefan Herbke/ SRT

Oberer Gaisalpsee


Vom Parkplatz in Reichenbach benötigt man rund eine Stunde für den Anstieg zur Gaisalpe. Sofern kein Wintereinbruch die hochgelegenen Wege unter Schnee begräbt, ist allerdings der Umweg über das Nebelhorn zu empfehlen. Das Bergauf geht ganz bequem, bis zum 5. November ist die Nebelhornbahn im Sommerbetrieb.

Auch der Abstieg zur wunderschön gelegenen Gaisalpe über die idyllischen Geißalpseen ist ein Traum. Den Talschluss überragt das Rubihorn, selbst sitzt man unter alten Bäumen und gönnt seinen vom langen Abstieg müden Knochen eine kurze Erholung. Zum Schluss quert man auf dem Walraffweg relativ flach die Hänge über dem Illertal, ehe es ein letztes Mal bergab geht und man an der Sprungschanze vorbei die Talstation der Nebelhornseilbahn erreicht. Die Gaisalpe ist bis Ende Oktober geöffnet.

Infos: Gaisalpe, Tel. 08326/7917, www.berggasthof-gaisalpe.de

Stefan Herbke, srt



insgesamt 5 Beiträge
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elkemeis 01.10.2017
1. Benediktenwand
Die Bildunterschrift von Bild 3 - Latschenkopf - ist nicht korrekt. Auch wenn er im Internet mehrfach falsch benannt wird, heißt der Berg im Hintergrund BENEDIKTENWAND. https://de.wikipedia.org/wiki/Benediktenwand
streifenpuppe 01.10.2017
2. Stulle...
Schon in der ersten Zeile das Unwort...
paysdoufs 02.10.2017
3. Nun denn
Wem beim "Berg"wandern die Seilbahn- und Hüttenöffnungszeiten am wichtigsten sind, der ist den bayrischen Hügeln sicher gut aufgehoben. Alle anderen gehen eben in die Berge wo sie wollen... ;-)
honey_d 02.10.2017
4. wieso Unwort?
Zitat von streifenpuppeSchon in der ersten Zeile das Unwort...
da kommt wahrscheinlich einfach jemand aus Berlin; und dort ist das ein knorkes Wort :) So'ne Stullen sind richtig dufte.
ksail 03.10.2017
5. @paysdoufs
Natürlich gibts unterschiedliche Bedürfnisse bei Herbstwanderungen, aber wenn im Spiegel zb der Berchtesgadener Weg empfohlen würde, der im Oktober ja wunderschön ist, dann bekommt mich meine Familie gar nicht mehr zu sehen. Jeder, wie ers mog und ko, dod i sogn...
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