Watzmann Ostwand: Bergsteiger tödlich verunglückt

An der Ostwand des Watzmann ist ein deutscher Bergsteiger in den Tod gestürzt. In rund 1900 Metern Höhe war ein Felsblock ausgebrochen und hatte den Mann in die Tiefe gerissen. Er ist das 100. Todesopfer in der Wand seit der Erstbesteigung 1881.

Watzmann: Am Fuße des Berges liegt der Königssee mit der Kirche Sankt Bartholomae Zur Großansicht
DDP

Watzmann: Am Fuße des Berges liegt der Königssee mit der Kirche Sankt Bartholomae

Berchtesgaden - Wie Polizei und Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) mitteilten, ereignete sich das Unglück am Samstagnachmittag in der Ostwand des Watzmann in den Berchtesgadener Alpen. Der 52-Jährige Rosenheimer stürzte auf einer Höhe von etwa 1900 Meter rund 100 Meter in die Tiefe. Der Bergsteiger ist den Angaben zufolge das 100. Todesopfer in der höchsten Wand der Ostalpen seit der Erstbesteigung im Jahr 1881. Erst am Samstagmorgen hatten an der Watzmann-Südspitze zwei erschöpfte Bergsteiger eine groß angelegte Suche der Bergwacht ausgelöst.

Der verunglückte 52-Jährige gehörte zu einer vierköpfigen Bergsteigergruppe. Am sogenannten Kaserereck in der Route Kederbacherweg wurde der Mann, der laut Polizei ohne Seilsicherung unterwegs war, von einem großen, losgetretenen Felsblock in die Tiefe gerissen. Seine Kameraden sendeten sofort per Handy einen Notruf. Ein Polizeihubschrauber setzte ein Mitglied der Bergwacht mittels Seilwinde bei dem Verunglückten ab. Für den Mann kam jedoch jede Hilfe zu spät. Der Tote wurde geborgen; die übrigen drei Bergsteiger wurden mit einem Hubschrauber in Sicherheit gebracht.

Schwierigkeiten werden oft unterschätzt

Die Watzmann-Ostwand gilt mit einer Höhe von etwa 1800 Metern als die längste Steilwand der Alpen. Zwar ist die Durchsteigung in Bezug auf die Kletterschwierigkeit keine besondere Herausforderung. Doch gerade weil viele leichtere Routen durch die Wand führen, unterschätzen immer wieder unerfahrene Bergsteiger die Gefahren. Bei Kletterlängen von bis zu drei Kilometern ist eine überdurchschnittliche Kondition erforderlich. Außerdem ist das Gelände bröckelig und wegen der Lage der Wand lassen sich Wetterumschwünge nur sehr spät erkennen.

Auch an der Alpspitze bei Garmisch-Partenkirchen musste die Polizei am Samstag einen toten Bergsteiger bergen. Den Angaben zufolge war der 75 Jahre alte Mann aus München auf einer Kletterroute im Nordwandbereich der Alpspitze zusammengebrochen. Der erfahrene Alpinist war mit zwei befreundeten Kletterern unterwegs, als er plötzlich an einer schwierigen Stelle der Tour in sich zusammensank. Ein mit einem Hubschrauber eingeflogener Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die Leiche wurde aus der Bergwand geborgen und ins Tal gebracht.

rom/ddp

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insgesamt 6 Beiträge
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1. warum
Meckerliese 11.07.2010
Was sollen wir hier denn diskutieren ? Jeder der so eine Tour macht muss damit rechnen.
2. Ungesichert
Monark 11.07.2010
Es ist immer schrecklich, wenn ein Mensch verunglückt. Ich bin zwar nur Sportkletterer, aber eines weiß ich: Wer sich ungesichert auf so einen Berg begibt, der ist sich des Risikos bewusst. Das ist wie Autofahren mit defekten Bremsen ohne Gurt und Airbag. Sagen wir mal so: Ich würd's nicht machen.
3. Manchmal eben doch ungesichert
Clintchenestelwoods 11.07.2010
Zitat von MonarkEs ist immer schrecklich, wenn ein Mensch verunglückt. Ich bin zwar nur Sportkletterer, aber eines weiß ich: Wer sich ungesichert auf so einen Berg begibt, der ist sich des Risikos bewusst. Das ist wie Autofahren mit defekten Bremsen ohne Gurt und Airbag. Sagen wir mal so: Ich würd's nicht machen.
Hallo, natürlich sollte sich jeder Bergsteiger des Risikos bewusst sein. Allerdings ist es gerade in solchen Touren manchmal sinnvoll und sogar sicherer, ungesichert zu gehen. Zum einen kommt man schneller voran. Zum anderen gibt es auch am watzmann immer wieder Gehgelände. Ginge man dort etwa am kurzen Seil besteht die Gefahr des Mitreissens. Berg heil
4. ++
saul7 11.07.2010
Zitat von MonarkEs ist immer schrecklich, wenn ein Mensch verunglückt. Ich bin zwar nur Sportkletterer, aber eines weiß ich: Wer sich ungesichert auf so einen Berg begibt, der ist sich des Risikos bewusst. Das ist wie Autofahren mit defekten Bremsen ohne Gurt und Airbag. Sagen wir mal so: Ich würd's nicht machen.
Ich bin jemand, der nur mit ungläubigem Staunen den Kletterkünsten der Bergsteiger zuschauen kann und wundere mich jedesmal, welche Leistungen sie bringen. Die Kletterei muß eine eigenartige Faszination auf diese Menschen ausüben. ...
5. Faszination und Tod liegen eng beieinander
haltetdendieb 11.07.2010
"Der erfahrene Alpinist war mit zwei befreundeten Kletterern unterwegs, als er plötzlich an einer schwierigen Stelle der Tour in sich zusammensank." Ein schöner Tod für einen Alpinisten. Die Frage gesichert oder ungesichert ist nicht so einfach zu lösen, wie es der Bericht vorgibt. Ein Kommentator wies schon darauf hin.
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