Winterspaß abseits der Skipisten Am Lift anstehen? Können die anderen!

Endlich ist es kalt geworden. Skifahrer in Deutschland hoffen auf einen guten Januar. Aber was, wenn man keine Lust auf den Pistenzirkus hat? Hier sind fünf Ausflugsideen.

Schneeschuhwandern: Durch stille Winterwälder
N. Eisele-Hein/ SRT

Schneeschuhwandern: Durch stille Winterwälder


Sollen die anderen doch am Lift Schlange stehen. Winterurlaub macht auch ohne Pistenrummel Spaß. Und Tempo kann man schließlich auch auf Deutschlands längster Naturrodelbahn machen. Oder beim rasanten Ritt durch den Eiskanal. Sie gehen den Winter lieber etwas ruhiger an? Wie wäre es mit einer Schneeschuhwanderung durch den stillen Winterwald? Hier sind fünf sportliche Gründe für ein winterliches "Wow!":

Rauf auf die Rodel - Volle Fahrt voraus am Tegernsee

Eugen Gebhardt/ SRT

Würde man im Winter ganz still am Wallberg oberhalb der oberbayerischen Gemeinde Rottach-Egern sitzen, könnte man sie vermutlich hören: die Freudenschreie der Rodler, wenn sie die längste Naturrodelbahn Deutschlands hinunterjagen. 6,5 Kilometer führt sie durch eine der schönsten Landschaften Bayerns. Nachdem einen die Wallbergbahn bis knapp unter den Gipfel gebracht hat, sollte man deshalb auch nicht gleich auf den Schlitten steigen, sondern erst die Aussicht genießen: An klaren Tagen reicht der Blick im Norden bis München, im Süden bis zur Zugspitze. Und unter einem funkelt der Tegernsee. Für die 825 Höhenmeter vom Start am Wallberg-Panoramarestaurant auf 1620 Meter Höhe bis hinunter zur Talstation benötigen Rodler 30 Minuten. Speed-Strecken und rasante Kurven inklusive. Die Abfahrt ist anspruchsvoll, Kleinkinder sollte man besser nicht mit auf die Strecke nehmen.

Mehr Infos: Rodeln auf der Wallbergbahn

Alaska-Feeling - Im Huskyschlitten durch den Schwarzwald

Touristikservice Bad-Herrenalb-Gaistal/ SRT

Die Huskys schnaufen Atemwolken in die klare Winterluft, kraftvoll ziehen sie die vorgespannten Schlitten über verschneite Felder und Wiesen. Weißgepuderte Tannen glitzern in der Sonne. Um das zu erleben, muss man nicht nach Alaska reisen, auch hierzulande können sich Winterurlauber bei Hundeschlittenkursen für ein paar Stunden wie Jack London fühlen. Zum Beispiel in Bad Herrenalb, 20 Kilometer südlich von Karlsruhe im Nordschwarzwald. Der Touristik-Service Bad Herrenalb-Gaistal bietet verschiedene Husky-Events für große und kleine Gruppen an, zum Beispiel einen Tageskurs, bei dem bis zu fünf Teilnehmer lernen, einen Schlitten zu führen.

Mehr Infos: Huskyabenteuer im Gaistal

Der Biathlet in mir - Talenttest im Thüringer Wald

Oberhof Sportstätten/ SRT

Kaum eine Wintersportart ist so anspruchsvoll wie Biathlon. Der ständige Wechsel von körperlicher Anstrengung und höchster Konzentration macht sie so spannend. Wer Biathleten nicht nur im Fernsehen zusehen will, sondern seine eigene Begabung testen will, ist in der Biathlon-Hochburg Oberhof im Thüringer Wald genau richtig. Der Spaß im Kurs "Biathlon für Anfänger" in der DKB-Skisporthalle beginnt nach der Einweisung mit einer Stunde Biathlonschießen und der Wahl zum Schützenkönig. Anschließend erlernen Neu-Biathleten die klassische Langlaufmethode und können sich in der Skisporthalle probieren. Wer bereits Erfahrungen im Skilanglauf hat, kann beim Biathlon für Fortgeschrittene seine Grenzen testen.

Mehr Infos: Biathlon-Training im Thüringer Wald

Rasanter Ritt - Nervenkitzel im Eiskanal am Königssee

DPA

Dort, wo sich jeden Winter Bob- und Rodelprofis aus aller Welt Kämpfe um Hundertstelsekunden liefern, können sich auch Laien den Adrenalinkick holen und den Eiskanal in Schönau am Königsee im Gäste-Bob hinunterrasen. Nervenkitzel ist bei Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern garantiert. Am Steuer sitzen meist ehemalige Profis. Dazu kommen jeweils drei Passagiere. Die Bahn am Königssee misst 1300 Meter, der Höhenunterschied beträgt 110 Meter, die Fahrt dauert gerade mal eine Minute. Was man mitbringen muss? "Eigentlich nur ein paar Handschuhe und eine Portion Mut", sagen die Betreiber. Die Fahrten werden je nach Wetterlage zwischen Dezember und Ende Februar durchgeführt.

Mehr Infos: Gäste-Bobfahren am Königssee

Hoch über dem Chiemgau

N. Eisele-Hein/ SRT

Stille herrscht im Winterwald. Die Sonnenstrahlen lösen kleine Schneewehen von den Ästen, die Schneeschuhe unter den eigenen Füßen katapultieren Pulverschnee in die Luft. Einer der schönsten Orte für Entdeckungen abseits ausgetretener Pfade ist Reit im Winkl. In dem Schneeloch hoch über dem Chiemgau bieten sich wunderbare Touren durch verschneite Wälder an. Spektakulär ist die 3,5 Kilometer lange Wanderung zum Straubinger Haus. Nach Neuschneefällen offenbart sich hier ein wahres Winterwunderland. Die Aussicht von der Hütte auf der Eggenalm über die kühne Schneide des Großvenedigers, den Wilden Kaiser, das Kitzbüheler Horn und die Gipfel der Zillertaler Alpen ist eine Offenbarung. Wer noch Kraft hat, kann von hier aus 45 Minuten weiterstampfen und das Fellhorn (1765 Meter) besteigen. Von oben reicht der Blick über das gesamte Berchtesgadener Land. Tipp für Schneeschuh-Einsteiger: Verschiedene Skischulen bieten im Winter geführte Touren rund um das malerische Reit im Winkl an.

Mehr Infos: Schneeschuhwandern in Reit im Winkl

Fabian von Poser/srt/ele

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insgesamt 5 Beiträge
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Gottloser 02.01.2016
1. Die armen Schifahrer
Stehen die doch stundenlang an den Lifts an. Meine Erfahrung aus den letzten Jahren: Maximal morgens 5-10 Minuten, sonst nahe null. Man muss nur das richtige Schigebiet auswählen.
kratzdistel 02.01.2016
2. dorthin fahren, wo alternativen sind
skilanglauf im diagonalschritt ist wohl noch die gesündeste alternative zum pistenskilauf. pistenskilauf ist stress für das herz. durch die ständige anspannung und aufmerksamkeit nimmt die adrenalinausschüttung und damit die pulzfrequenz zu. wer im Büro schon stress hat, sollte es mit dem pistenbolzen nicht übertreiben. wichtig ist die Auswahl des urlaubsortes nach schneesicherheit, alternativen und dessen winterservice. das Allgäu mit und um oberstdorf mit der Möglichkeit bei schneemangel mit dem ÖPNV ins kleine Walsertal oder nach dem kleinsibirien balderschwang auszuweichen kann nur empfohlen werden. ein großes loipennetz, viele geräumte Wanderwege in die vielen täler und zu berghütten, berge für skiwanderer und eine tolle naturloipe im stillen rohrmoostal dazu noch die pistenskigebiete runden das Angebot ab.natürlich gibt es noch andere ideale orte zur freizeitbetätigung, wie das hier erwähnte Oberhof. in erfurt kann es grün sein und in oberhof liegt schnee
Sibylle1969 02.01.2016
3. Schlangestehen muss nicht sein
Das richtige Skigebiet und die richtige Zeit, dann braucht man nicht Schlangezustehen oder maximal mal wenige Minuten. Skigebiete, wo man zuviel Schlangestehen muss, sind für mich ein No-Go. Es bleibt dabei, dass Skifahren das Beste am Winter ist. Aktivitäten wie Rodeln oder Schneeschuhwandern können das Skifahren auf gar keinen Fall ersetzen. Der Endorphin-Faktor ist einfach zu groß!
devilsown 02.01.2016
4. Nervenkitzel? Cresta-Run!
"Rasanter Ritt - Nervenkitzel im Eiskanal am Königssee"? Mitfahren ist langweilig, im Bob sowieso. Nervenkitzel kommt da nicht auf. Wer wirklich etwas auf sich hällt und echten Nervenkitzel erleben will (und keine Frau ist), stürzt sich den Cresta-Run in St. Moritz runter. Das macht man alleine, bäuchlings und mit dem Kopf vorran auf einem Cresta-Schlitten (Skeleton Style). Kostenpunkt (irgendwas um) 600,- CHF allerdings ist die Fahrt jeden Franken wert, sofern man den Shuttlecock (die Kurve, welche die schlechten Fahrer rausschmeißt) übersteht und (mehr oder minder) heil unten ankommt. Jede Fahrt drückt den letzten verfügbaren Tropfen Adrenalin in das Gehirn und wenn man endlich irgendwann dem "Anfänger-Status" entkommen ist, darf man From-The-Top starten, ein Vergnügen, welches bei mir am Shuttlecock und damit im Krankenhaus endete. Aber ohne dieses Risiko wäre der Nervenkitzel längst nicht so groß. Übrigens: Gunter Sachs ist die Bahn noch kurz vor seinem Tod, also mit 78, ein letztes Mal gefahren. Alter ist somit keine Ausrede!
specialsymbol 03.01.2016
5. Also, dieses Jahr war es auf der Piste nicht auszuhalten
Man stand ewig zwischen den ganzen Bikern und Wanderern an. Mit Skistiefeln ist das wirklich kein Spaß. Dazu auch noch an einem Tag Regen - schlimmer kann es wirklich nicht werden.
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