Von Linus Geschke
Kleine Straßen, offene Vorgärten ohne Umzäunung, aufwendige Dächer aus Tonziegeln, Fassaden mit zahlreichen Erkern und Fenster, die mit Sprossen versehen sind. In der ehemaligen Bergmannssiedlung Teutoburgia, heute perfekt renoviert und originalgetreu wiederhergestellt, fühlt sich manch ein Besucher um ein liebgewonnenes Klischee betrogen: das der grauen und tristen Bergmannssiedlung im Ruhrgebiet.
Die ehemalige Arbeiterkolonie wurde 1909 zeitgleich mit der Zeche Teutoburgia gegründet und bis 1923 fertig gestellt. Entworfen nach dem "Gartenstadt-Konzept", gleicht keines der 136 Gebäude dem anderen. In den fünfziger und sechziger Jahren ging es mit der Siedlung dann bergab, ein Teil der Häuser verkam, die Zeichen standen auf Modernisierung oder Abriss. 1988 begann die VEBA Wohnen AG mit der originalgetreuen Restaurierung der Häuser, für die sie später auch den "Bauherrenpreis" verliehen bekam.
Heute ist die Siedlung rund um die Baarestraße in Herne ein Musterbeispiel für den Bergarbeiterwohnungsbau in den Anfängen der Industrialisierung - und ein beliebtes Ausflugsziel am Wochenende.
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