Zehnmal sagenhafte Orte Echo der Steinzeit

Von Anne Alichmann

4. Teil: Barbarossahöhle im Kyffhäuser - Wohnzimmer des alten Kaisers


Barbarossahöhle: Grotten und Seen auf 13.000 Quadratmetern
Barbarossahöhle Rottleben

Barbarossahöhle: Grotten und Seen auf 13.000 Quadratmetern

Bizarre Gesteinsformationen, riesige Grotten und kristallklare, blaugrün schimmernde Seen: Jedes Jahr besuchen Tausende Touristen die Barbarossahöhle im thüringischen Mittelgebirge Kyffhäuser. Auf einer Führung durch die unterirdischen Gänge und Gewölbe hören sie die Legende, die sich um die Gipshöhle rankt.

Danach sei der alte Kaiser Barbarossa nicht gestorben, sondern dank eines geheimnisvollen Zaubers in ein unterirdisches Schloss versetzt worden. Dort sitzt er nun seit vielen Jahrhunderten schlafend an einem Tisch, um den sich schon sein feuerroter Bart schlingt. Alle hundert Jahre wacht er der Sage nach auf und schickt einen Knaben hinaus, um nachzusehen, ob die Raben noch um den Kyffhäuser fliegen. Wenn das der Fall ist, schließt Barbarossa wieder seufzend die Augen und schlummert weiter.

Erst wenn ein Adler die Raben vertrieben hat und wenn Barbarossas Bart dreimal um den Tisch herumgewachsen ist, wird das Warten ein Ende haben: Dann steigt der alte Kaiser hinauf in die Welt, um erneut zu regieren - so verheißt es die Legende.

Die Barbarossahöhle wurde am Ende des 19. Jahrhunderts von Bergmännern zufällig entdeckt. Sie ist inzwischen gut erforscht, ein Großteil der Gesamtfläche von 13.000 Quadratmetern ist für Besucher zugänglich. Den Kaiser selbst hat in den Tiefen noch niemand entdeckt, seinen Tisch und seinen Stuhl allerdings schon - die Felsenmöbel stehen dort aber auch erst, seit die Höhle für Touristen geöffnet ist.

Barbarossahöhle im Geopark Kyffhäuser
Mühlen 6
06567 Rottleben/Kyffhäuser
Tel. 034671/54513

Öffnungszeiten:
Von April bis Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr, von November bis März täglich (außer montags) von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Führungen:
Die Besichtigung der Höhle ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Erwachsene zahlen 7,50 Euro, Kinder von 3 bis 16 Jahren 4 Euro.

insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
nervmann 08.08.2011
1. Misteriöse Orte
Zitat von sysopTraurige Wasserfrauen,*rachsüchtige Teufel und alte Kaiser: Deutschland ist bevölkert von sagenhaften Gestalten - man muss nur wissen wo! SPIEGEL ONLINE führt zu zehn Ausflugszielen, die Forscher noch immer Rätsel aufgeben und*über die Mystisches gemunkelt wird. http://www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,776672,00.html
Die wirklich mysteriösen Orte in Deutschland sind die Ministerien. (PS.:Misteriös ist kein Schreibfehler ;-)]
mideal 08.08.2011
2. Mysteriös
Zitat von sysopTraurige Wasserfrauen,*rachsüchtige Teufel und alte Kaiser: Deutschland ist bevölkert von sagenhaften Gestalten - man muss nur wissen wo! SPIEGEL ONLINE führt zu zehn Ausflugszielen, die Forscher noch immer Rätsel aufgeben und*über die Mystisches gemunkelt wird. http://www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,776672,00.html
Das Mysterium bleibt, wie man mit solchen Deutschkenntnissen beim Spiegel eingestellt wird. Auch wenn man es immer wieder wiederholt, muss es "FORSCHERN" heißen.
Ylex 08.08.2011
3. Das Märchen ist in uns
Zitat: „Gespenst im Leichenhemd“ Die verblichene Gräfin Klara von Helfenstein irrt nächtens durch die Burg Wolfsegg – klingt sehr nach Geisterstunde à la Hollywood, und das stört ein bisschen. Mit solchem Mummenschanz lässt sich „das Echo der Steinzeit“ (Zitat) sicher nicht einfangen. Die Autorin stellt zehn Orte bzw. wundersame Begebenheiten vor, die nicht recht zusammenpassen wollen, weder zeitlich noch von ihrer Austrahlung her. Gut, sie liegen alle in Deutschland, sie haben das Sagenhafte gemeinsam, aber man kann die Millionen Jahre alten Externsteine kaum mit dem historischen Untergang von Rungholt vergleichen. Esoteriker suchen weniger die Hexe, die auf einem Besen reitet, sie wollen sich in eine Alternativexistenz einbezogen fühlen, die sich hinter der materiell verkürzten Welt verbirgt. Ob es diese andere Existenz gibt, vermag ich nicht zu sagen, fest steht jedenfalls, dass die Mehrheit auch der modernen Menschen nach einer transitorischen Realität geradezu lechzt, siehe zum Beispiel Fantasy als Religionsersatz, nacherlebtes Mittelalter als beliebte Massen-Events, überhaupt Rollenspiele, phantastische Fluchten in das Unerklärliche, ins Rückbezügliche und damit in Emotionen, die wir schmerzlich vermissen. Das Märchen ist in uns, es ist in uns angelegt, keine Frage, die Sehnsucht nach dem Märchenhaften bestimmt unsere Lebensorientierung viel mehr als wir es wahrhaben wollen. Es spukte – ich wuchs noch in einer Welt von Hexen, Wiedergängern und Besprechern auf. Aberglaube war für mich als Kind Wirklichkeit, ich bin bis heute abergläubisch. Mein einer Opa war Bauernknecht, er wohnte mit seiner Familie in einer Kate, dort hatte er auch zwei Kühe, von denen eine plötzlich Kolik bekam. Die Kuh drohte zu verenden, meine Oma schickte mich spätabends, das war sehr ungewöhnlich, mir einem trocknen Schwarzbrotknust ins Nachbardorf, natürlich durch den tiefen, dunklen Wald, wie es sich gehört. Ich sagte dem greisen Besprecher, was los war, er nahm den Brotknust, bestastete ihn immer wieder mit seinen dicken Wurstfingern und brabbelte dabei Unverständliches. Dann nahm er ein Stück blaue Kreide, er malte damit die Schnittfläche des Brotes an. Ich ging zurück, mein Opa stopfte das Brot fast mit Gewalt in das Maul der Kuh – und dann? Ist ja klar, am nächsten Morgen war die Kuh wieder putzmunter.
Christian Krippenstapel 08.08.2011
4. Vineta fehlt
Eigentlich hätte ich erwartet, daß auch Vineta besprochen wird, jene sagenhafte Stadt an der Ostsee, die einst unterging, ähnlich Rungholt. http://de.wikipedia.org/wiki/Vineta
caecilia_metella 08.08.2011
5. Geisterstunde à la Hollywood
Zitat von YlexZitat: „Gespenst im Leichenhemd“ Die verblichene Gräfin Klara von Helfenstein irrt nächtens durch die Burg Wolfsegg – klingt sehr nach Geisterstunde à la Hollywood, und das stört ein bisschen. Mit solchem Mummenschanz lässt sich „das Echo der Steinzeit“ (Zitat) sicher nicht einfangen. Die Autorin stellt zehn Orte bzw. wundersame Begebenheiten vor, die nicht recht zusammenpassen wollen, weder zeitlich noch von ihrer Austrahlung her. Gut, sie liegen alle in Deutschland, sie haben das Sagenhafte gemeinsam, aber man kann die Millionen Jahre alten Externsteine kaum mit dem historischen Untergang von Rungholt vergleichen. Esoteriker suchen weniger die Hexe, die auf einem Besen reitet, sie wollen sich in eine Alternativexistenz einbezogen fühlen, die sich hinter der materiell verkürzten Welt verbirgt. Ob es diese andere Existenz gibt, vermag ich nicht zu sagen, fest steht jedenfalls, dass die Mehrheit auch der modernen Menschen nach einer transitorischen Realität geradezu lechzt, siehe zum Beispiel Fantasy als Religionsersatz, nacherlebtes Mittelalter als beliebte Massen-Events, überhaupt Rollenspiele, phantastische Fluchten in das Unerklärliche, ins Rückbezügliche und damit in Emotionen, die wir schmerzlich vermissen. Das Märchen ist in uns, es ist in uns angelegt, keine Frage, die Sehnsucht nach dem Märchenhaften bestimmt unsere Lebensorientierung viel mehr als wir es wahrhaben wollen. Es spukte – ich wuchs noch in einer Welt von Hexen, Wiedergängern und Besprechern auf. Aberglaube war für mich als Kind Wirklichkeit, ich bin bis heute abergläubisch. Mein einer Opa war Bauernknecht, er wohnte mit seiner Familie in einer Kate, dort hatte er auch zwei Kühe, von denen eine plötzlich Kolik bekam. Die Kuh drohte zu verenden, meine Oma schickte mich spätabends, das war sehr ungewöhnlich, mir einem trocknen Schwarzbrotknust ins Nachbardorf, natürlich durch den tiefen, dunklen Wald, wie es sich gehört. Ich sagte dem greisen Besprecher, was los war, er nahm den Brotknust, bestastete ihn immer wieder mit seinen dicken Wurstfingern und brabbelte dabei Unverständliches. Dann nahm er ein Stück blaue Kreide, er malte damit die Schnittfläche des Brotes an. Ich ging zurück, mein Opa stopfte das Brot fast mit Gewalt in das Maul der Kuh – und dann? Ist ja klar, am nächsten Morgen war die Kuh wieder putzmunter.
Das Märchen ist in uns. Wo auch sonst? Kennen Sie auch das Märchen von Frau Holle? (nach Luise Büchner) Wenn der Frühling kam, stieg Frau Holle herauf auf die Erde, zog ein langes, grünes Kleid an, setzte einen Kranz von Kornblumen und Ähren auf und fuhr in einem goldnen Wagen, den zwei schneeweiße Kühe zogen, über das weite Land. Wo sie vorüber kam, streute sie Samenkörner aller Art aus, gleich darauf prangte die Erde in verschiedenartigen Farben. Alles ließ Frau Holle wachsen, aber nur auf den Feldern der fleißigen Menschen, auf denen der Faulen ließ sie Disteln und Unkraut sprießen... Im Frühling und im warmen Sonnenschein über Land zu fahren, das ging noch an, aber die Wintergeschäfte wollten ihr nicht mehr behagen. Es war auch ein schlechter Spaß, bei Schnee und Eis, bei Wind und Wetter auf einem Zwirnsfaden durch die Nacht zu reiten. Eines Tages sprach sie zu ihrem Freund, dem Storch: "Lieber Storch, ich bin alt und allein, da möchte ich gern ein Töchterchen haben, mit dem ich spielen und das ich hinunter zu den Menschen schicken könnte, um die Fleißigen und Braven zu belohnen und die Faulen und Bösen zu bestrafen... Wenn ich ein kleines Mädchen hätte, würde ich es so lieb und fromm machen, dass alle Kinder ihm gleichen und von ihm geliebt sein möchten. Lieber Storch, bringe mir von deiner nächsten Reise ein Töchterlein mit." "Ganz gewiss Frau Holle, das versteht sich von selbst", klapperte der Storch. ... "Da bin ich", sagte er, "ich komme weit, weit her aus einem heißen Lande, wo die Sonne fast nicht untergeht und habe Euch von dort das schönste, beste und frömmste Kind mitgebracht, das auf der ganzen Erde zu finden war." Mit diesen Worten legte er ein kleines, schneeweißes Kindlein auf Frau Hollens Bett. Als sie das hörte und sah, stieß sie einen Freudenschrei aus, und ihre Engelein (die im Winter immer Pelzmäntelchen trugen) jauchzten laut auf. Das Kindchen machte seine Augen weit auf, die waren durchsichtig blau wie der schönste Sommerhimmel, dabei hatte es eine Menge kleiner, goldner Löckchen auf dem Kopf und - das war das Schönste - zwei kleine, schneeweiße Flügel an den Schultern. Der Storch deutete auf die Flügel: "Damit es nicht auch auf dem Zwirnsfaden reiten muss." ... Es war wunderschön anzusehen, wie viele Lichter zwischen dem dunklen Grün der Tannen glänzten und schimmerten. Frau Holle war ganz entzückt davon; sie nahm das Kindlein auf den Arm und trug es hinaus, ihm die Pracht zu zeigen. Da machte es die schönen Augen weit auf und lächelte holdselig; die Engelein sangen: "Sei gesegnet, Christkindlein, Denn so sollst du heißen..."
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