Teurer Reisen: Deutsche Bahn
Frankfurt am Main/Berlin - Dies teilte das Unternehmen am Freitag mit und bestätigte Informationen der "Berliner Morgenpost". Damit setzte die Bahn nach wochenlangem Streit mit den Bundesländern den höheren Preis wie beabsichtigt durch, um das Problem überfüllter Züge in den Griff zu bekommen. Das Regierungspräsidium Darmstadt als Vertreter der Länder genehmigte den neuen Tarif bis Ende März 2003. Der Fahrgastverband Pro Bahn bedauerte die Preiserhöhung und forderte erneut ein günstigeres Wochenend-Ticket für einzelne Passagiere.
Mit dem Schönes-Wochenende-Ticket können bis zu fünf Erwachsene jeweils am Samstag oder Sonntag bis 3.00 Uhr des Folgetages Züge des Nahverkehrs ohne Kilometerbegrenzung nutzen. Diese Konditionen blieben unverändert, sagte ein Bahnsprecher. Das Angebot verkaufte sich im vergangenen Jahr fast sieben Millionen Mal.
Die Länder hätten der Verteuerung aus rechtlichen Gründen nachgegeben, sagte ein Sprecher des sächsischen Ressortchefs und derzeitigen Vorsitzenden der Verkehrsministerkonferenz der Länder Kajo Schommer (CDU) in Dresden. "Wir wollten die Bahn runterhandeln."
Eine Prüfung des Regierungspräsidiums Darmstadt habe aber ergeben, dass eine von der Bahn ins Auge gefasste Klage gegen den Widerstand der Länder gute Erfolgsaussichten gehabt hätte. Im jetzt zugestellten Bescheid hat das Regierungspräsidium laut Bahn die Höhe des Preises als unternehmerische Entscheidung der Bahn anerkannt. Das Bundesverkehrsministerium schaltete sich nach den Worten eines Sprechers nicht offiziell in den Streit ein.
Ein Pro-Bahn-Sprecher sagte, das Wochenend-Ticket bleibe auch zum neuen Tarif zumindest für kleine Reisegruppen attraktiv. Statt den Preis zu erhöhen, solle die Bahn aber lieber das Angebot auf stark benutzten Strecken verbessern und Extra-Züge oder mehr Waggons fahren lassen. Nach Ansicht der Bahn können zusätzliche Kapazitäten aber durch das Wochenend-Ticket nicht finanziert werden. Dies sei nur über mehr Nachfrage zu regulären Fahrpreisen möglich.
Seit Jahresanfang hat die Bahn bereits die Preise für Nahverkehrs-Verbindungen sowie Wochen- und Monatskarten im Fernverkehr um durchschnittlich 3,8 Prozent angehoben.
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