Und am Südstrand sammeln sich auch die touristischen Attraktionen der Stadt: restaurierte Hotelbauten aus den zwanziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts, Yachthäfen, ein Seewasseraquarium, ein Marinemuseum und das Wattenmeerhaus sowie die Zentrale des Nationalparks Wattenmeer. Die Unterwasserwelt "Oceanis", der deutsche Beitrag zur Expo 1998 in Lissabon, hat ebenfalls am großen Hafen ihren endgültigen Platz gefunden.
Wilhelmshaven ist eine Stadt vom Reißbrett. Den Anstoß zu ihrem Bau mitten in einem damals Malaria verseuchten Gebiet am Jadebusen gab im 19. Jahrhundert der spätere Kaiser Wilhelm I. Preußen sollte Seegeltung erlangen, und dazu brauchte es einen Kriegshafen an der Nordsee. 1869 wurde der Hafen von seinem Namensgeber eingeweiht.
Und bis heute ist die Stadt vom preußischen Stil geprägt, aber mehr noch von der Marine, die mit ihrem Stützpunkt am Jadebusen ein wichtiger Arbeitgeber für die Stadt ist. Wilhelmshaven ist Endpunkt einer Tiefwasserrinne, durch die modernste Frachtschiffe Deutschland erreichen können. Der Gesamtumschlag des Hafens liegt bei rund 45 Millionen Tonnen jährlich, das meiste davon ist Rohöl.
Auffälliges Merkmal der Stadt sind ihre weiten Grünflächen. Selbst Industrieanlagen verschwinden auf riesigen Freiflächen. Straßen führen unweit der Innenstadt durch grüne Waldstriche. Große Parks kommen hinzu. Ein feiner Duft von Kräutern und Brombeeren liegt zuweilen über der ganzen Stadt.
Und wer einsame Spaziergänge mit Blick auf das Farbenspiel von Licht und Wasser liebt, findet überall einen ruhigen Deichabschnitt. Denn bisher hat die Tourismusindustrie das schlummernde Potenzial Wilhelmshavens noch nicht entdeckt.
Und was bislang vor allem die Einwohner schätzen: Durch die Nähe zur See scheint über der Stadt häufig die Sonne, während sich über dem übrigen Norddeutschland die Wolken ballen.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Reise | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Europa | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH