Von Florian Harms
Hamburg - Ob in Hamburg oder München, in Chemnitz oder Köln - eigentlich ist es jedes Jahr dasselbe Spektakel: Das Sektglas in der einen Hand, Wunderkerze oder Feuerzeug für den nächsten Böller in der anderen, prosten die Bundesbürger einander zu und wünschen sich "ein gutes Neues". Hinterher schenkt man noch mal nach, zündet eine weitere Rakete, schwingt vielleicht das Tanzbein oder zappt sich durch die Fernsehprogramme. Dabei werden weitere Flaschen entkorkt, und spätestens beim Katerfrühstück am Neujahrsnachmittag sind alle guten Vorsätze für das neue Jahr im trägen Gedankenbrei versickert. Alles in allem nicht gerade originell, aber eine irgendwie lieb gewonnene Gewohnheit.

Silvester in München: Raketen und Sekt bestimmen in Deutschland das Neujahrsfest
Hatten Sie geahnt, dass das bis heute in vielen Familien gepflegte Bleigießen vermutlich auf antike Orakelbräuche zurückgeht, mit denen schon die Menschen des Altertums Vergangenes hinter sich ließen und zugleich einen Blick in die Zukunft erheischen wollten? Wussten Sie, dass die Sitte, einen neuen Lebensabschnitt mit einem oder besser mehreren ordentlichen Schlucken Hochprozentigem zu besiegeln, bereits...
Aber genug der Belehrung, kommen wir zum eigentlichen Anliegen dieses Textes: dem Blick über unsere Grenzen. Gibt es einen besseren Anlass als ein neu beginnendes Jahr, anderen Völkern dieser Welt auf die Finger und in die Gläser zu schauen, ergo: zu erfahren, wie sie denn nun den Jahreswechsel begehen? Bühne auf für einige der originellsten Neujahrsriten Europas!
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