Von Florian Harms
Deutschland vor 200 Jahren
Zu guter Letzt werfen wir einen Blick zurück: Gibt es in Deutschland wirklich keine anderen Silvesterbräuche als Böllern, Picheln, Bleigießen und seit einigen Jahren "Dinner for one" gucken? Natürlich gibt es sie, nur sind sie in den meisten Gegenden aus der Mode gekommen.
Vor 200 Jahren war das noch ganz anders. Damals verbrannte man beispielsweise in Berlin in der Neujahrsnacht alte Kleider, um Schlechtes zu vergessen und einen neuen Anfang zu symbolisieren. Gleichzeitig war der Aberglaube verbreitet, dass Wäschewaschen zwischen Weihnachten und Neujahr Unglück bringe.
Im Wendland wiederum bohrten die Hausfrauen in ihr erstes Neujahrsbrot stellvertretend für jedes Familienmitglied ein Loch, rieselten Salz hinein und buken es dann. Wessen Loch danach aufgebrochen war, musste mit einer Erkrankung rechnen. Wessen Loch verbrannt war, sogar mit dem Tod.
Daran gemessen, sind Sekt und Raketen zwar vielleicht nicht so originelle, aber doch ganz heitere Rituale. Also stoßen wir auch an diesem Silvester wieder wie gewohnt an: Prosit Neujahr!
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