Von Sören Meschede
14:00 Uhr:
Der Wind treibt die Schneeflocken waagerecht durch die Luft. Wir passieren ein Schild, das 1800 Höhenmeter anzeigt. Die Reifen unseres Lieferwagens fangen an zu schlingern. Nervosität stellt sich ein. Ein besonders Geschäftstüchtiger hat sich an den Straßenrand gestellt und bietet die begehrten Ketten an. "60 Euro." Wir beschließen, den Preistreibern ein Schnippchen zu schlagen, umzukehren, und in einem Hyper-Supermarkt in Granada auf Kettenschau zu gehen.
14:45 Uhr:
Es gibt offensichtlich einige, die die gleiche Idee hatten. Im Carrefour ist der Schneekettenstand geplündert. Aber wir finden einen Satz für 24 Euro – TÜV-geprüft – beglückwünschen uns, investieren den Gewinn in Fast-Food und einen Billigschlitten "Made in Germany" und sind sofort wieder Richtung Skistation unterwegs – wir wollen ja schließlich noch etwas vom Schnee haben.
15:30 Uhr:
Wieder am 1800-Meter-Schild angekommen. Wir stellen wir unser Auto ab und machen uns an die Montage. Ich lese den Plan, José montiert. Die Beschreibung ist auf Chinesisch und die Zeichnung hieroglyphisch. Die Hände werden kalt. Schnee rieselt in den Kragen, und irgendwie klappt es nicht. Die Kette hängt am Reifen wie die Haut am Körper eines Übergewichtigen nach erfolgreicher Diät. Uns schwant, dass es eventuell unterschiedliche Größen geben könnte. Der Schneekettenverkäufer heißt Gonzalo, bestätigt uns unsere Vermutung und grient: "Wenn ihr wollt, ich habe die Richtigen. 60 Euro." Wir bedanken uns freundlich und fahren wieder zurück nach Granada - Ketten tauschen.
16:15 Uhr:
Die Verkäuferin im Supermarkt ist nett und gibt uns neben den richtigen Ketten noch einen Tipp. "Bleibt aber lieber unten - die Skistation schließt in einer Stunde, und außerdem seht ihr im Augenblick dort oben nur Nebel." Ein gutes Argument. Wir beschließen, dass wir immerhin teilweise Erfolg hatten – Schnee und Bad an einem Tag – und die Skifahrt auf morgen zu verlegen.
17:30 Uhr:
Für rund 1,70 Euro gibt es in Granadas Kneipen zu jedem kleinen Bier eine Tapa. In der Bar Calle Elvira legen sie sogar Hamburger, Pfannkuchen oder Paella zu dem Bier. Das schlechte Wetter hält an, aber uns ist das inzwischen egal. Wir trinken uns erst einmal satt. Morgen soll es schön werden.
Die A 4050 nimmt in Almuñécar in der Provinz Granada ihren Anfang und schlängelt sich etwa 60 Kilometer bis in das nahe Granada gelegene Padul hinauf. Dort die Abzweigung auf die A44 Richtung Granada nehmen und nach 34 Kilometern bei der Ausfahrt 132 auf die Umgehungsstraße Richtung Sierra Nevada und Alhambra abbiegen. Von hier aus geht es auf der A 395 31 Kilometer hinauf zu dem Skigebiet "Sierra Nevada". Schneebericht und Wettervorhersagen im Internet.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Reise | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Europa | RSS |
| alles zum Thema Winterurlaube | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH