Dublin - Kaum ein Nationalfeiertag wird auf der Welt so begangen wie der irische St. Patrick's Day: Die Fröhlichkeit der grünen Republik ist inzwischen weit über die Insel hinausgeschwappt - und so haben Iren und Nicht-Iren den 17. März fest im Kalender markiert. Das Jahr 2008 bildet allerdings in vielen Ländern eine Ausnahme.
Weil der Tag ausgerechnet in die Karwoche vor Ostern fällt und mit den liturgischen Regeln kollidiert, verlegten irische Bischöfe den St. Patrick's Day um zwei Tage nach vorn auf den 15. März. Auch der Vatikan gab grünes Licht. Den Iren-Fans auf aller Welt dürfte die Entscheidung gefallen - schließlich ist der Samstag für Partys bekanntlich günstiger als ein Wochentag.
Die Organisatoren des St. Patrick's Festival in Dublin halten jedoch am Termin für ihre Parade fest: Am 17. März ziehen die Festgruppen durch Dublin - die ersten Parties beginnen schon heute.
Dass der St. Patrick's Day überhaupt eine derart internationale Berühmtheit erlangt und ausgerechnet durch den Genuss von Bier begangen wird, mag an den Auswanderern liegen. Viele Iren verließen vor allem während der großen Kartoffelfäule in den Jahren 1845 bis 1848 ihr Land und verbreiten seither ihre Lebensart auf allen Kontinenten. Mancher Emigrant hielt sich in seiner neuen Heimat mit dem Ausschank heimatlicher Getränke über Wasser. Irish Pubs gibt es auch heute in vielen Städten - und damit auch den St. Patrick's Day.
Die Ideen, diesen Tag zu begehen, werden immer ausgefallener: In der Iren-Hochburg Chicago wird der Chicago River alljährlich grün gefärbt, Japaner verwandeln den Tokyo Tower mit Lichteffekten in ein grasgrünes Stahlgerüst.
Irisch-bayerische Parade in München
In München wird die größte St.-Patrick's-Day-Parade Europas am Sonntag zum Multikulti-Event: 36 irische Gruppen und etliche bayerische Vereine werden mit Kostümen, Tanz und Musik durch die Stadt ziehen, um am Odeonsplatz ein Volksfest mit vier Konzerten zu feiern. Auch andere europäische Folkloregruppen haben sich zu der Parade angemeldet. Die Veranstalter rechnen mit 30.000 Besuchern.
Ähnlich wie der Kult um den US-Exportschlager Halloween hat sich der St. Patrick's Day mit allerlei Utensilien als Geschäft entwickelt - grüne Kostüme, Perücken, hochgewachsene Hüte und Sonnenbrillen mit Kleeblatt-Umrandung finden in diesen Tagen üppige Verbreitung.
Nicht nur die Bier- und Accessoires-Hersteller, auch die irische Regierung trommelt kräftig für St. Patrick: Am Nationalfeiertag schwärmen die Minister traditionell in die ganze Welt aus. Mit Ausnahme des Verteidigungsministers sind die Kabinettsmitglieder in diesem Jahr in den USA, in China, Australien, Argentinien, Malaysia und Italien unterwegs, um dort für Irland als Urlaubsland und Wirtschaftsstandort zu werben.
In der Heimat Dublin werden am kommenden Montag (17. März) Tausende Besucher zur größten Parade anlässlich des St. Patrick's Days erwartet. Jährlich fließen um die 60 Millionen Euro in die Stadt - und vor allem in deren Pubs.
reh/sta/AP
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