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11.06.2008
 

Katalanisch auf Flügen

Air Berlin und Balearen nähern sich im Sprachenstreit an

Gespräche ja, Ansagen erstmal nicht: Im Streit um die katalanische Sprache auf Mallorca-Flügen haben Air Berlin und die balearische Regionalregierung eine Zusammenarbeit vereinbart. Ansagen auf Katalanisch plant die Fluglinie aber vorerst nicht.

Palma de Mallorca / Berlin - Air Berlin-Chef Joachim Hunold musste in den vergangenen Tagen jede Menge Kritik einstecken. Seine Bemerkungen über die katalanische Sprache und die Autonomiebestrebungen Kataloniens hatten eine Welle der Entrüstung hervorgerufen, ein Politiker bezeichnete die Fluglinie sogar als "Air Goebbels".

Ein Treffen zwischen dem in Spanien ansässigen Vertreter von Air Berlin und der balearischen Regierung in Palma de Mallorca brachte nach Angaben beider Seiten Entspannung in den Streit. "An sich ist die Sache beerdigt", sagte Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel. Der Präsident der Balearen-Regierung habe "die Bedeutung von Air Berlin herausgestellt und den touristischen Stellenwert für Mallorca betont", sagte Hauptvogel.

Es werde ein Gespräch zwischen dem Präsidenten und Air-Berlin-Chef Hunold geben, an dem über Details einer Zusammenarbeit gesprochen werde, sagte der Air-Berlin-Sprecher. Die Balearen-Regierung habe angeboten, Stewardessen von Air Berlin in Katalanisch zu unterrichten. Zu der Möglichkeit, dass in Zukunft auch Ansagen in der Sprache erfolgen, sagte Hauptvogel: "Unter den jetzigen Umständen ist das nicht praktikabel". Die Ansagen auf Air-Berlin-Flügen in die Region erfolgen auf Deutsch, Englisch und Spanisch.

Auslöser des Streits war Hunolds Reaktion auf das Ansinnen der Balearen-Regierung, auf Flügen in die Region Ansagen auf katalanisch vorzunehmen. Spanisch ist in dieser Region zwar Amtssprache, die Muttersprache der Einwohner ist jedoch die Landessprache Katalanisch. Die Autonomiebestrebungen hatte Hunold in einem Bordmagazin als "mittelalterliche Kleinstaaterei" bezeichnet und sich über die Aussprache des Begriffs "Platja de Palma" mokiert.

Neben den Attacken auf Air-Berlin-Chef Hunold in Internet-Blogs hat heute ein Video auf der Internet-Plattform YouTube nach Angaben des Sprechers einen weiteren Höhepunkt der Geschmacklosigkeit erreicht: "Das Video zeigte Herrn Hunold mit Hitlerbart und ein Air-Berlin-Transparent vor dem KZ Sachsenhausen. Inzwischen ist das Video aber wieder entfernt worden", sagte Hauptvogel.

reh

Katalonien, Valencia, Balearen, Andorra, Sardinien: Hier ist Katalanisch für viele Menschen Muttersprache.
SPIEGEL ONLINE

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