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14.09.2008
 

Griechische Insel Zakynthos

Schnorcheln mit Schildkröte

Griechenlands fotogenstes Bootswrack und Tausende Schildkröten: Zakynthos bietet weit mehr als lange Strände und romantische Sonnenuntergänge. Obwohl Naturschützer Ruhezeiten fordern, kann es hier in der Hochsaison ziemlich laut werden.

Porto Koukla - Die unechte Karettschildkröte (caretta caretta) ist auf Zakynthos allgegenwärtig: Als Kuscheltier, auf Badehandtüchern, T-Shirts oder Schlüsselanhängern kann man sich in vielen Farben und Größen ein Souvenir von der Urlaubsinsel mitbringen. Es gibt sie aber auch ganz lebendig, und es kann passieren, dass man beim Schnorcheln oder Planschen im seichten Wasser plötzlich neben einer ausgewachsenen Schildkröte schwimmt. Zahlreiche Anbieter an den südlichen Stränden um Laganas unternehmen zudem "Turtle Spotting"-Bootstouren mit Schildkrötengarantie.

Weil Zakynthos für die Karettschildkröten der wichtigste Nistplatz im Mittelmeer ist, kümmert sich die Organisation Archelon seit 25 Jahren um die Balance zwischen Tourismus und Naturschutz. Um die Urlauber zu sensibilisieren und Spenden zu sammeln, kommen die Umweltschützer zu Informationsveranstaltungen und Dia-Vorträgen direkt in die Ferienanlagen und Hotels.

Auch die griechischen Behörden haben Maßnahmen zum Schutz der Schildkröten ergriffen: Für Motorboote gilt an bestimmten Strandabschnitten ein Tempolimit, Flugzeuge dürfen nach Angaben von Archelon nachts nicht mehr starten und landen, weil der Lärm die Muttertiere beim Nisten gestört hat.

Zakynthos im Ionischen Meer: Nicht nur die Blaue Grotte lohnt einen Ausflug mit dem Schiff
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TMN

Zakynthos im Ionischen Meer: Nicht nur die Blaue Grotte lohnt einen Ausflug mit dem Schiff

Neben den Schildkröten hat Zakynthos mit dem Schiffswrack in der Navagio-Bucht ein zweites attraktives Wahrzeichen. An der Steilküste im Nordwesten liegt umrahmt von türkisblauem Wasser das gestrandete Boot auf einem weißen Sandstrand und ist wohl eines der berühmtesten Fotomotive Griechenlands. Seit 1983 liegt das Schiff in der Bucht, und die Einheimischen erzählen sich, Schmuggler seien dort auf der Flucht vor der Küstenwache gestrandet. Da der Strand nur vom Meer aus zugänglich ist, werden auf der ganzen Insel Bootsausflüge mit Badestopps zur "Schmugglerbucht" angeboten.

Im Morgengrauen in die Blaue Grotte

Außerdem sollte man sich die "Blauen Grotten" im Osten bei Agios Nikolaos nicht entgehen lassen. Auch die Felsformationen können nur mit einem Boot besichtigt werden. Damit die Grotten wirklich blau erscheinen, sollte man den Ausflug möglichst morgens machen, wenn die Sonne im richtigen Winkel steht. Die ganze Insel können Touristen praktisch in einem Tag mit dem Auto umrunden, denn Zakynthos ist vergleichsweise klein. Das Eiland hat gerade einmal die Fläche von Köln. Trotzdem haben Ausflüge mit einem Mietwagen ihre Tücken: Die Beschilderung ist spärlich, und auch mit einer Straßenkarte fällt die Orientierung manchmal schwer.

Auch wenn Zakynthos in Deutschland nicht so bekannt ist wie die größeren Nachbarinseln Kefallonia oder Korfu, ist das Reiseziel kein Geheimtipp mehr. An den Stränden im Süden, in Laganas oder Agios Sostis, reiht sich ein Liegestuhl an den anderen, und die Orte bestehen zu einem Großteil aus Hotels, Fastfood-Restaurants, Pubs oder Diskotheken. Hier trifft sich die Jugend, vor allem aus England und den Niederlanden zum Feiern, und in der Hochsaison kann es sehr laut werden.

Etwas beschaulicher geht es weiter östlich in Porto Koukla oder Limni Keriou zu. In Porto Koukla liegen lediglich zwei kleinere Hotels an der Bucht. Familien mit Kindern finden hier den richtigen Platz zum Erholen. Hinter der Küste in den weitläufigen Olivenhainen versteckt, warten ursprüngliche Tavernen mit einheimischer Küche auf Kundschaft. In Limni Keriou prägen zwei Tauchschulen das Ortsbild, am Hafen und am Strand begegnet man Grüppchen schwerbeladener Touristen auf dem Weg zum nächsten Tauchgang.

Wer ganz tief eintauchen will in die einheimische Kultur, kann immer mittwochs und samstags ein Konzert der besonderen Art besuchen. Pavlos Linardos ist nicht nur Besitzer des "Porto Koukla Beach Hotels", sondern in Griechenland auch ein bekannter Musiker, der schon mehrere CDs herausgebracht hat. Für seine Gäste singt er in seiner Taverne mit Meerblick griechische Balladen und sorgt für Urlaubsgefühl und Gänsehaut. Mit etwas Glück kann man dabei im Wasser die Meeresschildkröten schwimmen sehen.

Von Christoph Strotmann, dpa

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