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26.09.2008
 

"Celebrity Solstice"

Ein Gigant auf der Ems

Countdown für das größte jemals in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff: Am Sonntag wird die "Celebrity Solstice" aus der Meyer Werft in Papenburg in die Nordsee überführt. Naturschützer befürchten einen nachhaltigen Schaden für die dann aufgestaute Ems.

Papenburg/Norden - Zu dem Spektakel werden entlang des Ufers Tausende Schaulustige erwartet: Am Sonntag wird der Kreuzfahrtgigant "Celebrity Solstice" über die Ems in die Nordsee steuern. Umweltschützer befürchten, dass der Fluss bei einem Aufstau Schaden nimmt. Deshalb wird der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) noch genauer als bei einer ersten Probestauung im August die Sauerstoffwerte des Gewässers kontrollieren.

Das Aufstauen ermöglicht der Meyer Werft die Überführung des Schiffes zur 35 Kilometer entfernten Küste. Es ist ein schwieriges Unterfangen, bei dem zentimetergenau manövriert werden muss. Nach den Plänen des NLWKN in Norden soll das Emssperrwerk nahe Emden am Samstagmittag geschlossen werden. Das 476 Meter lange Bollwerk fängt die Flut ein und lässt die Wassermassen bei einsetzender Ebbe nicht abfließen.

So soll der Flusspegel um gut einen Meter höher als das normale Hochwasser steigen - von 1,6 Meter auf 2,7 Meter über Normalnull. Das Schiff soll sich voraussichtlich am Sonntagnachmittag in Bewegung setzen.

Der rund eine halbe Milliarde Euro teure Luxusliner wurde für die US-amerikanische Reederei Celebrity Cruises gebaut und ist mit 315 Metern in etwa so lang wie drei Fußballplätze. Das XXL-Schiff bietet in 1430 Kabinen Platz für fast 2900 Passagiere und ist beispielsweise mit einem riesigen Theatersaal, einem Kasino und echtem Rasen zum Golfen ausgestattet.

Mit der Kontrolle der Sauerstoffwerte will der NLWKN beurteilen, ob die Ems demnächst auch im Sommer ohne eine Gefahr für das Leben im Fluss stundenlang aufgestaut werden kann. Bisher ist das wegen vermutlich kritischer Sauerstoffwerte verboten. Die Meyer Werft will bereits im Juni nächsten Jahres erneut ein Schiff überführen. Jedoch erlaubt die geltende Regelung nur ein Aufstauen im Sommer von bis zu zwölf Stunden - diese Zeitspanne ist zu kurz für die Werft.

Im August hatte der NLWKN den ersten sogenannten Probestau bewertet. Ergebnis: Die Sauerstoffwerte sinken nicht in den Keller. Naturschützer zweifeln dieses Ergebnis an und protestieren gegen Staus im Sommer. Die Umweltstiftung WWF hatte parallel zum NLWKN gemessen und war zu anderen Ergebnissen gekommen. Es entstünden "neue Todeszonen" in der Ems, in denen Fische und Kleinstlebewesen erstickten, hieß es.

Außerdem fürchten die Gegner der ganzjährigen Schiffsüberführungen bei einem Aufstauen im Sommer das Überspülen der Ufer - dann ziehen dort am Boden brütende Vögel ihre Jungen groß.

abl/dpa

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insgesamt 12 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
27.09.2008 von Frau Wutz: Fluss, Kanal und die Logik

Sie sind mir aber auch ein ganz Schlauer. Erstens ist der Unterlauf der Ems schon jetzt kanal-ähnlich. Oder möchten Sie den Fluß zusätzlich noch einbetonieren? Natürlich würde auch ein solcher Kanal auf Dauer verschlickt. Es [...] mehr...

27.09.2008 von malaki: Wenn...

... die Naturschützer meckern, sollte man halt den Fluss komplett einebnen und einen Kanal draus machen. Mal schauen was die dann sagen ;D mehr...

27.09.2008 von Frau Wutz: Nochmals zur Ems

Es geht doch nicht nur um das gelegentliche Aufstauen. Am Rande: allein das Sperrwerk, welches das Aufstauen ja erst ermöglicht, hat den deutschen Steuerzahler weit über 200 Mio gekostet. Mit Küstenschutz hat das Ding nichts [...] mehr...

27.09.2008 von Taubenus: ...

Wir sollten stolz sein auf eine Werft, welche es schafft, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten. Der Naturschutz sollte natürlich nicht zu kurz kommen. Ich frage mich aber, wie oft die Ems eigentlich so im Schnitt aufgestaut [...] mehr...

26.09.2008 von Frau Wutz: Riesenschiffe - teures Desaster

Stuss. Dumm Tüch. Die Menschen am Unterlauf der Ems sehen diese Sache mit gemischten Gefühlen. Viele sehen mit Sorgen, wie der Fluss zerstört wird. Wenn Sie etwas Ahnung haben von der Situation dort, dürften Sie so einen [...] mehr...

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