Bangkok/Berlin - Wegen der Blockade der zwei Flughäfen in Bangkok durch Regierungsgegner sitzen Zehntausende Reisende in Thailand fest. "Schätzungen zufolge konnten rund 90.000 Passagiere zwischen dem Mittwoch und Donnerstag Thailand nicht verlassen", sagte Tourismusminister Weerasak Kowsurat am Freitag nach einem Krisentreffen mit Fluggesellschaften. In den nächsten zwei, drei Tagen sollten in vier Hotels in Bangkok Informationsstellen eingerichtet werden, an denen Reisende Flüge umbuchen könnten.
Auch Tausende deutsche Urlauber sind von den Sperrungen betroffen. Die Reiseveranstalter TUI, Thomas Cook und Dertour/Meier's Weltreisen werden in den kommenden Tagen ihre Kunden nach Hause holen, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) in Berlin mit. Die Kunden vor Ort würden von den Reiseleitungen der jeweiligen Veranstalter betreut und über die genauen Abflugzeiten in den nächsten Tagen informiert.
Wie Meier's Weltreisen und Dertour gemeinsam erklärten, starteten zwei Charterflieger der beiden Unternehmen bereits am Donnerstag von Phuket und U-Tapaoh in der Nähe von Pattaya aus nach Deutschland. Die erste Maschine mit 118 Touristen an Bord sei bereits in Frankfurt am Main gelandet, die zweite Maschine werde am Freitagabend mit 95 Touristen an Bord in Düsseldorf erwartet. Weitere 660 Gäste sollten noch an diesem Wochenende wieder in Deutschland landen.
Auch der Reisekonzern Thomas Cook brachte seine in Bangkok festsitzenden Kunden auf dem Landweg nach Phuket. 74 Reisende sollten dort noch am Freitagabend mit Thai Airways nach Deutschland geflogen werden. Weitere Urlauber sollten Samstagvormittag die Rückreise antreten. Thomas Cook kündigte alle Reiseaufträge nach Bangkok bis einschließlich Montag. Die davon betroffenen Kunden erhalten ihr Geld zurück oder können kostenlos umbuchen.
Mit zwei Sonderflügen werde der Reisekonzern TUI rund 250 seiner Kunden von Phuket aus zurückholen, teilte das Unternehmen in Berlin mit. Die gleiche Anzahl Sitzen stelle es den anderen deutschen Veranstaltern zur Verfügung. Die erste Chartermaschine der holländischen TUI-Tochtergesellschaft Arkefly vom Typ Boeing 767-300 ist bereits auf dem Weg von Amsterdam nach Phuket. Dort nimmt das Flugzeug die Gäste auf, die momentan von Bangkok mit Reisebussen auf die im Südosten Thailands gelegene Insel gebracht werden.
Das Rückhol-Flugzeug wird laut TUI am Samstagmittag in Deutschland eintreffen und nach wenigen Stunden mit neuer Crew wieder nach Phuket aufbrechen, um die übrigen Urlauber abzuholen. Für Gäste außerhalb Thailands mit geplanten Rückreisen über Bangkok, wie beispielsweise Vietnam oder Kambodscha, würden Alternativflüge geprüft.
Auch TUI hat Anreisen nach Thailand über Bangkok bis einschließlich kommenden Montag abgesagt. Betroffen sind rund 100 Kunden, die kostenlos umbuchen oder stornieren können. Direktflüge nach Phuket sind hiervon nicht betroffen.
Touristen würden auch in kleinen Gruppen von dem Militärflughafen U-Tapao 190 Kilometer südöstlich von Bangkok ausgeflogen, sagte ein Vertreter der thailändischen Luftfahrtbehörde. Pro Tag könnten dort 48 Flüge abgefertigt werden, sagte der Tourismusminister.
Lufthansa leitet Flüge nach Phuket um
Wegen der Unruhen leitet auch Lufthansa ihre Flüge weiterhin in den Ferienort Phuket um. Die für Donnerstagabend geplante Maschine von Frankfurt nach Bangkok ist erst am Freitagmorgen gestartet und soll in Phuket landen, wie ein Sprecher in Frankfurt mitteilte. Von dort können die Gäste dann mit Bussen in die thailändische Hauptstadt weiterfahren. Auch der für Freitagabend geplante Flug von Frankfurt nach Bangkok wurde verschoben. Er soll nun am Samstagmorgen nach Phuket gehen
Der internationale Flughafen Suvarnabhumi und der nationale Don-Mueang-Airport waren nach der Besetzung durch Anhänger der regierungsfeindlichen Volksallianz für die Demokratie (PAD) geschlossen worden. Der seit Dienstagabend geschlossene Suvarnabhumi-Flughafen, über den sonst täglich bis zu 70.000 Passagiere reisen, soll nach Angaben der Behörden bis Samstag geschlossen bleiben. Thailands Ministerpräsident Somchai Wongsawat verhängte den Ausnahmezustand über die beiden Flughäfen.
abl/AFP/dpa
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