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16.07.2009
 

Kroatien

Ausländische Hoteliers klagen über unfairen Wettbewerb

Sie investieren Millionenbeträge in den Tourismus, sind mit ihrem Know-how unverzichtbar - doch ausländische Investoren in Kroatien fühlen sich betrogen. Vetternwirtschaft und heftige Schikanen machen ihnen das Leben schwer.

Split - Als erstem war dem Salzburger Vorzeige-Hotelier Wilfried Holleis im vergangenen Jahr der Kragen geplatzt. Er hatte die völlig verfallene Insel Katarina vor den Toren des Adriastädtchens Rovinj zu einem touristischen Schmuckstück aufgepäppelt. Doch nach Jahren verweigerter weiterer Renovierungen, fragwürdiger Gerichtsverfahren und Schikanen seines kroatischen Juniorpartners hat er vor gut einem Jahr die Segel gestrichen und seine Hotelinsel entnervt verkauft.

Dies deckt sich mit den Erfahrungen anderer Tourismus-Unternehmer aus dem Ausland. "Bisher haben wir nur als Milchkuh hergehalten", schimpft Georg Eltz, Mitbesitzer der österreichischen Valamar-Gruppe: "Einheimische Unternehmer mit engen Verbindungen zur Politik haben kein Interesse, ausländische Investoren zum Zuge kommen zu lassen. Sie wollen selbst das Geschäft machen." Der Mann muss es wissen, ist sein Unternehmen doch inzwischen mit zehn Prozent aller kroatischen Hotelbetten der Platzhirsch im Lande.

Die kroatischen Tourismusbehörden stellen die Behinderungen in Abrede und behaupten stets, in Kroatien würden heimische und ausländische Investoren gleich behandelt. Doch in der Praxis macht Kroatien ausländischen Hoteliers das Leben schwer, obwohl in den vergangenen zehn Jahren erst westliches Know-how den maroden Tourismus wieder zum Erblühen gebracht hat.

Die enttäuschten Investoren haben sich im Mai erstmals in Bol auf der Insel Brac getroffen, um ihr Leid zu klagen. So sind sie gezwungen, Getränke und Lebensmittel über kroatische Monopolisten zu beziehen, deren Preise bis zu einem Viertel über deutschem Niveau liegen. "Die Gäste verstehen nicht, warum das hier dann so teuer ist", schüttelt ein Vertreter von Gruber-Reisen aus Graz den Kopf, die hier ein Hotel betreiben.

Ohne Ausländer geht es nicht

Dabei ist auch der Regierung bewusst, dass es ohne ausländisches Fachwissen und Management nicht geht. "Kroatien kann ohne Ausländer kein konkurrenzfähiges Produkt aufbauen", räumt Franco Palma als Chef der kroatischen Hoteliersvereinigung offen ein. Doch erlauben die Behörden nur in wenigen Ausnahmefällen, dass dringend benötigte ausländische Tourismusexperten in Kroatien arbeiten dürfen. Dabei ist der Tourismus mit sieben Milliarden Euro Einnahmen im vergangenen Jahr der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig.

Besonders gebeutelt ist die aus Südtirol stammende Falkensteiner Michaeler-Gruppe, die sich als eine der ersten Westler in Kroatien durchgekämpft und in Borik bei Zadar mit dem "Funimation" eines der ersten Hotels mit westlichem Vier-Sterne-Standard eröffnet hatte. Zur Zeit stellt das Unternehmen auf der benachbarten Halbinsel Punta Scala ein für Kroatien einzigartiges Riesenprojekt mit Familienhotel, Luxushotel und Kauf-Appartements fertig - und dabei waren die Widerstände fast unüberwindbar.

Das Grundstück musste zwei Mal gekauft werden und kostete 25 Millionen Euro, sagt Vorstandschef Otmar Michaeler. Dann mussten zehn Millionen Euro Abgaben für die Infrastruktur berappt werden, obwohl die Behörden absolut nichts als Gegenwert bereitstellten.

Das Baurecht wurde zum Nachteil des Investors im Nachhinein verändert, und nach Fertigstellung verhindert die Regierung mit allerlei Tricks den Verkauf der 187 Appartements. "Damit rechnet sich Punta Scala nach einer Investition von 210 Millionen Euro in 50 Jahren nicht", schimpft der Touristiker. Der offensichtliche Grund: Gleich nebenan wartet eine von Kroaten gebaute Appartementanlage auf Käufer.

Thomas Brey, dpa

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