Von Antje Blinda
So staubtrocken und antiquiert, wie sein Name und seine Geschichte vermuten lässt, ist das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden seit einigen Jahren nicht mehr. 1912 von dem Odol-Fabrikanten Karl August Lingner gegründet, sollte die Ausstellung damals die Gesundheit der ärmeren Bevölkerungsschichten verbessern. Während des Nationalsozialismus stand es im Dienst der Rassenideologie, und auch zur DDR-Zeit sollte es über Gesundheit aufklären.
"Abenteuer Mensch" nennt das Museum heute seine Dauerausstellung zu Körper und Geist. Faszinierend ist die Zusammenstellung historischer, oft skurriler Exponate und moderner, interaktiver Ausstellungskonzeption. Da reckt die "Gläserne Frau", eine durchsichtigen Skulptur von 1935, noch immer ihre Arme in die Luft, ein anatomisches Modell einer Schwangeren von circa 1710 zeigt ihre Innereien zum Rausnehmen vor, und ein Röntgengerät von 1919 lehrt das Gruseln.
Zugleich nähert sich eine Fotoserie "Naked New York" dem Thema Sexualität. An Versuchsstationen können Besucher ihre Sinne, Muskeln und Wahrnehmungen testen. Für Kinder gibt es einen eigenen Erlebnisbereich unter dem Motto "Die fünf Sinne": Auf den rund 500 Quadratmetern ist auch Toben erlaubt. Derzeit laufen die beiden Ausstellungen "Arbeit. Sinn und Sorge" zur Rolle der Arbeit in unserer Gesellschaft (bis 11. April 2010) und "Krieg und Medizin" (noch bis 9. August).
Deutsches Hygiene-Museum
Lingnerplatz 1
01069 Dresden
Telefon 0351-4846-400
Öffnungszeiten:
Dienstags bis sonntags, Feiertage 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen
Eintritt:
Erwachsene 6 Euro, Kinder ab 4 Jahre, Schüler, Studenten etc. 3 Euro, Familienkarte (zwei Erwachsene mit bis zu vier Kindern) 11 Euro
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Reise | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Europa | RSS |
| alles zum Thema Deutschland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH