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19.03.2010
 

Pistenkarusselle in den Alpen

Das weiße Rauschen

Von Tim Tolsdorff

5. Teil: Saalbach-Hinterglemm: Manege frei für den Skizirkus


Seinen Ruhm bei den Flachländern verdankt das Glemmtal im Salzburger Land mittlerweile vor allem der ebenso lauten wie aufdringlichen Après-Ski-Sause. Nicht umsonst haben sich in Saalbach und Hinterglemm in den letzten zehn Jahren deutsche Pauschalreiseveranstalter breitgemacht und Gasthof nach Gasthof eröffnet.

Dabei ist auch die Skirunde über den beiden Orten nicht zu verachten. Werbewirksam titulieren die Saalbacher Marketingstrategen ihr Produkt schon seit langem als als "Skicircus". Dessen Manege zerfällt in zwei Hälften, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der Südseite des Tals ragen die Paradeberge Zwölferkogel und Schattberg auf und tauchen ihre Nordflanken in beinahe ewigen Schatten. Dort reißen an beiden Bergen raubtierartige Pisten ihre Mäuler auf. Wer hier als Dompteur Erfolg haben will, sollte sicher auf den Latten stehen, denn mit ihren Eisplatten, Engstellen und Steilstücken haben sich beide Pisten das Prädikat "schwarz" redlich verdient.

Zum Glück für die skifahrenden Zirkusgäste zählen diese Witwenmacher nicht zum Muss auf der Runde. Harmoniebedürftige Rundfahrer stehlen sich durch die Hintertür vom Schattberg: Wie der Traum skifahrender Schwiegermütter schmiegt sich die sieben Kilometer lange Jausernabfahrt II, ob ihrer sanften Neigung blau markiert, um den Berg und führt durch den Nadelwald nach Vorderglemm.

So bietet die Piste einen Vorgeschmack auf den zweiten Teil der Zirkusshow: Sanfte Almwiesen prägen das Pistenrevier auf den Südhängen der acht Gipfel zwischen Wildenkarkogel und Spieleckkogel, mit Hilfe der modernen Lifte lässt es sich vorzüglich über die gesamte Flanke pendeln. Wie ein großer Bühnenscheinwerfer brennt die Sonne bei Schönwetter auf die tief gelegenen Abschnitte. Dann zerfließt der Pulverschnee - ähnlich der Schminke auf den Gesichtern von Zirkusclowns - schnell zu einer zähen, grauen Masse. In diesem Fall bietet es sich an, die ein oder andere gemütliche Hütte anzusteuern, denn davon gibt es im Skicircus mehr als genug.

Kurz vor dem Talschluss, der den Langläufern und Tourengehern vorbehalten bleibt, wechselt man wieder auf die Südseite. Vom Zwölferkogel stürzten sich vor 19 Jahren bei den alpinen Skiweltmeisterschaften die Cracks den Berg hinab. Auf der Rundtour kann man ihren Spuren folgen und auf der großzügig angelegten WM-Abfahrt Kurvenartistik im Radius der Carving-Ski einüben. Wer sich nach so vielen Pistenkilometern die Füße platt gefahren hat, auf den wartet auf halber Höhe am Zwölferkogel eine Raststation, deren clownesker Name bestens zum Skicircus im Glemmtal passt - die Breitfußalm.

Vorteile: Großes Skigebiet, lange Abfahrten

Nachteile: Geringe Höhenlage, deshalb manchmal Schneemangel, viel Kunstschnee, mitunter viel Verkehr an Kreuzungspunkten

In Zahlen: Insgesamt über 200 Pistenkilometer im Skigebiet, Höhenlage: 1003 bis 2200 Meter

Homepage: www.saalbach.com

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Ja, mein werter Herr... Ich fahre wie gesagt jedes Jahr dorthin, fast immer in der ersten Januarwoche... Es ist zwischen Heilige drei Könige und Neujahr am vollsten, aber auch in den ersten Januarwochen ist es Rappelvoll, weil [...] mehr...

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20.03.2010 von lurn2: Das weiße Rauschen

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