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22.06.2010
 

Werbe-Versprechen

Griechenland übernimmt im Streikfall Hotelkosten

Griechenland: Entschädigung für gestrandete Touristen
Fotos
Getty Images

Griechenland wirbt mit allen Mitteln um Touristen: Falls Streiks oder Naturkatastrophen den Urlaub ungewollt verlängern, will die Regierung für Extrakosten aufkommen. Ein Ausstand bei den Fähren könnte das Versprechen auf eine erste Probe stellen.

Athen - In Griechenland gestrandet? Die Regierung bezahlt! Durch eine Garantie will das südeuropäische Land potenzielle Urlauber beruhigen, die wegen den Folgen der Finanzkrise besorgt waren. Wer im Land wegen Streiks oder Naturkatastrophen über seinen eigentlichen Urlaub hinaus festsitze, dessen zusätzliche Ausgaben würden übernommen, erklärte Tourismusminister Pavlos Geroulanos am Montag.

"Wir garantieren, für jegliche Extrakosten für Hotelzimmer und Verpflegung von jedem Besucher in Griechenland aufzukommen, selbst wenn er wegen eines Vulkans in Island festsitzt", sagte Geroulanos bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung einer neuen Werbekampagne im Internet.

Allem Anschein nach erholt sie die Tourismusindustrie langsam. "Ich würde nicht sagen, dass es ein gutes Jahr für den griechischen Tourismus wird", sagte Geroulanos. "Aber wir hoffen, dass wir den Verlust wieder aufholen werden." Er sagte, dass Athen am stärksten von Stornierungen betroffen gewesen sei, während manche Inseln kaum etwas von der Krise gemerkt hätten.

Um einen Staatsbankrott abzuwenden, hat die griechische Regierung einen harten Sparkurs mit Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen eingeschlagen. Die Gewerkschaften reagierten darauf mit einer Reihe von Streiks, die das öffentliche Leben zum Teil lahmlegten

Keine Fähre ab Piräus

Das Versprechen der Regierung wird am Mittwoch auf eine erste Probe gestellt. Denn wegen eines Streiks der Gewerkschaft der Seeleute müssen Reisende mit erheblichen Problemen im Fährverkehr rechnen. Betroffen sind vor allem die Verbindungen in der Ägäis. Nach Angaben der Seeleutegewerkschaft (PNO) sollte von Mitternacht am Dienstag bis 24 Uhr am Mittwoch keine Fähre aus Piräus auslaufen.

Dies bedeutet, dass viele Inseln, die keinen Flughafen haben, für 24 Stunden von der Außenwelt abgeschnitten seien, berichtete das Staatsradio weiter. Der internatonale Verkehr zwischen Italien und Griechenland in der Adria und im Ionischen Meer sei von dem Streik nicht betroffen, hieß es. Die Gewerkschaft der Seeleute protestiert damit gegen das harte Sparprogramm der sozialistischen Regierung in Athen.

Auch der nächste landesweite Streiks gegen die Sparmaßnahmen steht bevor: Die zwei größten Gewerkschaftsverbände des privaten und des staatlichen Sektors (GSEE und ADEDY) wollen am 29. Juni das Land lahm legen.

jhe/apn/dpa/Reuters

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