04. August 2009, 12:14 Uhr

Zehnmal Deutschland

Kuss vom Neandertaler

Von Antje Blinda

Richtig was erleben? Dann ab ins Museum. Auf Sylt und im Saarland, in Mettmann und München begeistern moderne Mitmach-Ausstellungen für das Thema Mensch und Natur. SPIEGEL ONLINE zeigt zehn Wissenschafts-Museen in Deutschland, die Sie besuchen sollten.

Wenn der Seestern Hunger hat, geht's der Miesmuschel an den Kragen. Der vielarmige Stachelhäuter stülpt sich über seine Mahlzeit, saugt sich fest - und zieht. Manchmal stundenlang. Bis die Muschel sich dem Stärkeren ergibt, öffnet, und letztlich nur die ausgelutschte Schale zurückbleibt. Ein stilles Drama am Meeresboden der Nordsee, in phantastischen Bildern verfilmt und zu sehen im "Erlebniszentrum Naturgewalten" in List auf Sylt.

Das Museum am nördlichsten Hafen der Insel hat sich ganz dem Leben an und in der Nordsee verschrieben. 13 Partner haben sich für Konzeption und Umsetzung zusammengetan - darunter das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, Nabu und WWF. Nach gut zehn Jahren Vorbereitung konnte der Bau Ende Februar eröffnen.

Nicht nur Seesterne und Muscheln liefern sich im kalten Wasser der Nordsee tödliche Kämpfe, auch Kegelrobben streiten sich bis aufs Blut um ihren Harem - "ein Anblick, mit dem man in der Nordsee nicht rechnet", wie der Sprecher des Audioguides trocken bemerkt. Ums reine Überleben ihrer Art dagegen kämpfen die europäische Auster, der der Klimawandel zu schaffen macht, und der kleine Schweinswal, die Walart vor nordeuropäischen Küsten.

Drei Themenbereiche decken die Ausstellungsmacher von "Naturgewalten" auf 1500 Quadratmetern ab: Tiere und Pflanzen im Watt und im Meer rund um Sylt, das Leben mit den "Kräften der Nordsee" und das globale Klima. Überzeugend ist die Ausstellung dort, wo sie die unmittelbare Umgebung beschreibt: in den Filmen über den "Seestern-Muschel-Battle", den wunderbaren Impressionen der Sylter Welt, die über eine kinoähnlich große Leinwand flimmern, oder etwa einem Schweinswal-Sichtungs-Computerspiel.

Auch wer per Kopfhörer der Zeitzeugin lauscht, die im friesischen Tonfall erzählt, wie der Hof ihres Bruders von der Sturmflut ergriffen wurde, erfährt Neues von der Waterkant. Oder wer Stürme im Wind-Wellen-Kanal toben lässt. Immer noch pädagogisch wertvoll und didaktisch gut aufgearbeitet ist die Klima-Sektion. Doch wer von globalen Themen wie Golfstrom, Klimawandel und Hurrikanen schon mal gehört hat, ist schnell gelangweilt.

Das Erlebniszentrum ist erstaunlicherweise ein stilles Museum: Erklärungen und Film-Kommentare erhalten die Besucher, indem sie sich mit einem Kopfhörer-System an Hörstationen einstöpseln. Für jüngere Kinder, für die immerhin ein Eintritt von 6,50 Euro bezahlt werden muss, sind die Ausstellungen daher weniger geeignet. Vieles ist noch nicht mal in Augenhöhe der Kleinen arrangiert, zu tun und anzufassen gibt es für sie noch wenig.

Dennoch: Viele Museumsgäste der ersten Wochen verbrachten vier bis fünf Stunden bei den "Naturgewalten". Gerade an stürmischen Tagen bietet das Zentrum eine gute Zuflucht - und wenn der Regen gegen das Fenster platscht, dann ist die Botschaft der Ausstellung beruhigend, dass mit Hurrikanen vor der Nordseeküste nicht zu rechnen ist. Noch nicht, wie Klima-Paniker sagen würden.


Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt
Hafenstraße 37
25992 List/Sylt
Telefon: 04651-83619-0

Öffnungszeiten:
Täglich von 10 bis 18 Uhr
Juli und August von 10 und 22 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 11 Euro, Kinder (ab 4 bis 15 Jahre) 6,50, Familienkarte (zwei Erwachsene, bis drei Kinder) 28 Euro

Das Praehistorium - Aug in Aug mit T. Rex

Dinos leben doch! Zumindest im Saarland. Dort warten Argentinosaurus, Tyrannosaurus und Co. auf ihre Beute, pardon, auf Besucher. Im Praehistorium, erst im Dezember vergangenen Jahres von Al Gore eröffnet, nehmen die ausgestorbenen Urzeit-Monster die Ankömmlinge mit gelben Reptilaugen ins Visier und senken drohend den Kopf - wenn auch mit pneumatischer Hilfe.

Auf 5000 Quadratmetern führt ein verschlungener Pfad durch die Halle, die auf dem ehemaligen Gelände der Kohlegrube Reden entstanden ist. Acht Stationen erzählen die Phasen der Erdgeschichte vom Silur vor gut 400 Millionen Jahren bis zur Kreide vor 65 Millionen Jahren. Es riecht nach Dinosauriern (Mundgeruch, Dschungel), es klingt nach Dinosauriern (Gebrüll, Gekreisch), und es sieht nach Vorvergangenheit aus (Riesenfarne, Steinkohle-Sumpfwald) - dabei sind es moderne Animationstechniken und audiovisuelle Verfahren, die die vergangenen Welten wieder lebendig machen.


Gondwana - Das Praehistorium
Alexander-von-Humboldt-Str. 8-10
66578 Schiffweiler (OT Landsweiler-Reden)
Telefon: 06821-9316310

Öffnungszeiten:
Täglich von 10 bis 19 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 15 Euro, Kinder (von 4 bis 14 Jahre) 10 Euro, Familienkarte (zwei Erwachsene, bis zwei Kinder) 38 Euro


Universum Bremen - Silberne Muschel

Die ganze Welt in einer Muschel: Mit der Eröffnung des Universums im September 2000 leiteten die Bremer einen Boom der großen Experimentier-Museen vor allem im Norden Deutschlands ein. 2006 folgte das Phaeno in Wolfsburg, im Mai diesen Jahres das Klimahaus in Bremerhaven. Schief ragt der muschelförmige, silberfarbene Bau mit der Dauerausstellung auf 4000 Quadratmetern aus dem Wasser. Hier können sich die Besucher an rund 250 Stationen auf Expeditions-Parcours zu den Themen Mensch, Erde und Kosmos begeben.

Vor zwei Jahren kamen der Außenbereich EntdeckerPark mit dem Turm der Lüfte und die SchauBox hinzu. In dem würfelförmigen Gebäude beschäftigt sich die aktuelle Ausstellung "Farben.Formen.Fantasien" mit der Kreativität der Natur. Wieso trägt die Schildkröte einen Panzer aus Sechsecken auf ihrem Rücken, ist eine der Fragen, auf die Besucher eine Antwort erhalten. Und auch: Warum nur sind Bananen gelb?


Universum Bremen
Wiener Str. 1a
28359 Bremen
Telefon: 0421-33 46-0

Öffnungszeiten:
Montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen 10 bis 19 Uhr

Eintritt:
Sonderausstellung: Erwachsene 9,50, Kinder ab 6 Jahre, Schüler, Studenten etc. 7 Euro, Familienkarte (Eltern/Großeltern mit Kindern) 25,50 Euro

Science Center: Erwachsene 15,50, Kinder ab 6 Jahre, Schüler, Studenten etc. 10,50 Euro, Familienkarte (Eltern/Großeltern mit Kindern) 39,50 Euro

Sonderausstellung und Science Center: Erwachsene 18,50, Kinder ab 6 Jahre, Schüler, Studenten etc. 12,50 Euro, Familienkarte (Eltern/Großeltern mit Kindern) 45 Euro

Phaeno - Mit Vollstoff gegen die Wand

Das Phaeno, nach eigenen Angaben Deutschlands größtes Science Center, öffnete vor vier Jahren seine Türen und ist in einem spektakulären Bau der Stararchitektin Zaha Hadid gleich am Wolfsburger Bahnhof untergebracht. Technikfans kann die Stadt außerdem mit der "Autostadt" von Volkswagen beglücken.

Das Phaeno aber prunkt mit 300 sogenannten Experimentierstationen auf rund 9000 Quadratmetern. Der 79 Millionen Euro teure Wissenschaftspark dient ganz dem Erleben naturwissenschaftlicher Phänomene: Beim "Kraftwerk" erkurbeln die Probanden Strom, beim "Smack-Test" rennen sie gegen eine gepolsterte Wand und staunen über die Aufprallstärke. Der "Funkensender" verdeutlicht die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen.

In der Sonderausstellung "SpürSinn" können Kinder wie Erwachsene an etwa 35 Stationen noch bis zum 18. Oktober testen, ob sie höhensicher sind und sich im Dunklen zurechtfinden und wie sich ein Fakir auf den Nagelbrett fühlt.


Phaeno. Die Experimentierlandschaft
Willy-Brandt-Platz 1
38440 Wolfsburg
phæno Service-Center: 01 80/10 60 600

Öffnungszeiten:
Dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr
Wochenende und Feiertage von 10 bis 18 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 12 Euro, Kinder (ab 6 bis 17 Jahre) 7,50, Familienkarte (zwei Erwachsene, bis zwei Kinder) 26,50 Euro

Mensch und Natur in Schloss Nymphenburg - Bruno forever

Aufgeschreckt schaut Bruno auf - der Bär steckt noch mit beiden Pfoten im Honig der gerade zerlegten Bienenstöcke: Bayerns "Problembär" ist seit seinem gewaltsamen Tod Hauptdarsteller in einem Diorama des Münchner Museums Mensch und Natur - neben den rund tausend Kunstbienen. Bruno war 2006 als erster Bär in Deutschland nach über 170 Jahren eine Sensation, mit der der bayerische Umweltminister nicht umgehen konnte: Er gab ihn zum Abschuss frei.

Das kleine, aber feine Naturkunde-Museum hat sich im Nordflügel des Münchner Schlosses Nymphenburg eingerichtet, in der Nähe des Botanischen Gartens und des Schlossparks. Was eigentlich eine Übergangslösung sein sollte, währt nun schon seit 19 Jahren. Und seitdem wird auch Interaktivität, die die gigantischen Science Center in Deutschland erst seit ein paar Jahren entdecken, vor allem in der Abteilung "Spielerische Naturkunde" geprobt.


Museum Mensch und Natur
Schloss Nymphenburg
80638 München
Telefon: 089/179589-0

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag von 9 bis 17 Uhr,
Donnerstag von 9 bis 20 Uhr,
Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr,
montags geschlossen.

Eintritt:
Erwachsene 3 Euro (sonntags 1 Euro), Kinder unter 18 Jahre freier Eintritt

Panometer Amazonien - Dschungellärm in Leipzig

Seit März liegt Amazonien mitten in Leipzig. Auf einem monumentalen 360-Grad-Panoramagemälde des Künstlers Yadegar Asisi recken sich Dschungelgiganten in die Höhe, tummeln sich Papageien, Raupen und Faultiere. Installiert wurde das gigantische, 30 Meter hohe und 106 Meter lange Bild im Panometer, einem ehemaligen, 1910 erbauten Gasometer.

Der 53-jährige Asisi hat seine Motive auf vier Reisen nach Brasilien gesammelt, auf 25.000 Fotografien und Skizzen. Für Realitätsnähe sorgen Lichtinstallationen, die den Ablauf eines Tages simulieren. Begleitet wird das visuelle Erlebnis von Geräuschen wie Gewitterregen und einer Kakophonie von Tierstimmen.


Asisi Panometer Leipzig
Richard-Lehmann-Str. 114
04275 Leipzig
Telefon: 0341-35 55 34-0

Öffnungszeiten:
Bis 2011 dienstags bis freitags 9 bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage 10 bis 20 Uhr, montags geschlossen

Eintritt:
Erwachsene 9 Euro, Kinder (4 bis 14 Jahre) 6 Euro, Schüler ab 15 Jahre, Studenten, Senioren 7 Euro

Klimahaus Bremerhaven - Auf acht Grad Ost um die Welt

Der Spaziergang auf dem Längengrad acht Grad Ost beginnt mitten im Hafen von Bremerhaven: im Klimahaus, just im Juni eröffnet. Dabei müssen die Wanderer gar nicht die Tausende Kilometer rund um den Globus auf sich nehmen. Die Ausstellungsmacher haben auf einer Fläche von 11.500 Quadratmetern und einem Pfad von einem Kilometer Länge die Klimazonen komprimiert: von Schweizer Alpen, sardischer Blumenwiese, nigerianischer Halbwüste und Kameruns Regenwald, über Antarktis, Samoa, die Tundra Alaskas bis zur Hallig Langeneß als letzte Station vor Bremerhaven.

Temperaturunterschiede von bis zu 48 Grad Celsius, staubtrockene und dschungelfeuchte Luft, Eis zum Anfassen und Sturmflut an den Füßen - das Erleben der Klimaphänomene und des Klimawandels geht in Bremerhaven hautnah. Dabei hat diese Reise entlang des achten Längengrads auch tatsächlich stattgefunden: Der Bremer Architekt Axel Werner reiste zwischen 2004 und 2006 rund um die Welt und drehte mit einem Team insgesamt sechs Stunden Dokumentarfilm, die nun im Klimahaus zu sehen sind.

Neben der Längengrad-Reise können Besucher im Ausstellungsbereich "Elemente" selber experimentieren, im Bereich "Perspektiven" mehr über die Klimageschichte erfahren, und bei den "Chancen" geht es um den ganz persönlichen CO2-Verbrauch. Mit im Klimaboot sind die Forscher des örtlichen Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, die wie im "Naturgewalten"-Zentrum auf Sylt für den nötigen wissenschaftlichen Background sorgen.


Klimahaus Bremerhaven
Am Längengrad 8
27568 Bremerhaven
Telefon: 0471-902030-0

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: montags bis freitags 9 bis 19 Uhr, Wochenende 10 bis 19 Uhr
November bis März: montags bis freitags 10 bis 18 Uhr, Wochenende 10 bis 18 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 12,50, Kinder ab 5 Jahre, Schüler, Studenten etc. 8,50 Euro, Familienkarte (zwei Erwachsene mit eigenen Kindern) 36 Euro

Deutsches Hygiene-Museum - Gläserne Frau

So staubtrocken und antiquiert, wie sein Name und seine Geschichte vermuten lässt, ist das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden seit einigen Jahren nicht mehr. 1912 von dem Odol-Fabrikanten Karl August Lingner gegründet, sollte die Ausstellung damals die Gesundheit der ärmeren Bevölkerungsschichten verbessern. Während des Nationalsozialismus stand es im Dienst der Rassenideologie, und auch zur DDR-Zeit sollte es über Gesundheit aufklären.

"Abenteuer Mensch" nennt das Museum heute seine Dauerausstellung zu Körper und Geist. Faszinierend ist die Zusammenstellung historischer, oft skurriler Exponate und moderner, interaktiver Ausstellungskonzeption. Da reckt die "Gläserne Frau", eine durchsichtigen Skulptur von 1935, noch immer ihre Arme in die Luft, ein anatomisches Modell einer Schwangeren von circa 1710 zeigt ihre Innereien zum Rausnehmen vor, und ein Röntgengerät von 1919 lehrt das Gruseln.

Zugleich nähert sich eine Fotoserie "Naked New York" dem Thema Sexualität. An Versuchsstationen können Besucher ihre Sinne, Muskeln und Wahrnehmungen testen. Für Kinder gibt es einen eigenen Erlebnisbereich unter dem Motto "Die fünf Sinne": Auf den rund 500 Quadratmetern ist auch Toben erlaubt. Derzeit laufen die beiden Ausstellungen "Arbeit. Sinn und Sorge" zur Rolle der Arbeit in unserer Gesellschaft (bis 11. April 2010) und "Krieg und Medizin" (noch bis 9. August).


Deutsches Hygiene-Museum
Lingnerplatz 1
01069 Dresden
Telefon 0351-4846-400

Öffnungszeiten:
Dienstags bis sonntags, Feiertage 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen

Eintritt:
Erwachsene 6 Euro, Kinder ab 4 Jahre, Schüler, Studenten etc. 3 Euro, Familienkarte (zwei Erwachsene mit bis zu vier Kindern) 11 Euro

Müritzeum - Ufo mit Fisch-Besatzung

Als gäbe es in den Gewässern der Mecklenburger Seenplatte nicht genügend Fische: In Waren eröffnete das Naturerlebniszentrum Müritzeum vor zwei Jahren das größte Aquarium Deutschlands mit einheimischen Süßwasserfisch-Arten. In einem Bau, der zum Teil im Wasser, zum Teil an Land mit seiner Fassade aus verkohlten Lärchenbrettern einem notgewasserten Ufo gleicht.

In diesem "Haus der 1000 Seen", das den Altbau mit seiner Exponatesammlung ergänzt, beherbergt ein 100.000 Liter fassendes Becken etwa einen Maränenschwarm mit 600 Tieren. In insgesamt 25 Aquarien sind über 40 der in der Seenplatte heimischen Fischarten zu sehen, außerdem seltene Krebs- und Schildkrötenarten. Angrenzende Themenräume beschäftigen sich mit der Natur über Wasser: mit Moor, Wald und Vogelwelt.


Müritzeum
Zur Steinmole 1
17192 Waren (Müritz)
Telefon: 03991-63368-0

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Täglich von 10 bis 19 Uhr
November bis März: Täglich von 10 bis 18 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 7,50 Euro, Kinder (von 6 bis 16 Jahre) 3 Euro, Familienkarte (zwei Erwachsene mit Kindern) 17 Euro

Neanderthal Museum - Kuss für Herrn N.

Cousine und Cousin des Menschen heißen im Neandertal "Wilma" oder schlicht "Herr N": Die lebensgroßen Figuren des ausgestorbenen Homo neanderthalensis wurden anhand der hier gefundenen Fossilien rekonstruiert und begrüßen Besucher des Neanderthal Museums nahe Düsseldorf mit stoisch-freundlichem Gesichtsausdruck. Doch nicht nur die Geschichte des Herrn N. wird in der Ausstellung erzählt, auch die der Menschen: von den ersten Gehversuchen in der afrikanischen Savanne bis zur Gegenwart.

Die steinzeitliche Thematik ist dabei in einem modernen, 1996 eröffneten Bau, der sich schneckenförmig in das Neandertal kringelt, untergebracht. Und wird mit multimedialen Möglichkeiten präsentiert: in herkömmlichen Inszenierungen, in Filmen, Hörtexten und an Computern. Besonderes Highlight ist noch bis zum 1. November die Sonderausstellung "Monster und Mythen" des Natural History Museums in London, das bewegte Modelle - etwa von Yetis und Drachen - mitgebracht hat.



Neanderthal Museum
Talstraße 300
40822 Mettmann
Telefon: 02104-9797-0

Öffnungszeiten:
Dienstags bis Sonntags von 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen

Eintritt:
Museum: Erwachsene 7 Euro, Kinder (von 6 bis 16 Jahre) 4 Euro
Sonderausstellung: Erwachsene 5 Euro, Kinder (von 6 bis 16 Jahre) 2 Euro
Kombi: Erwachsene 7 Euro, Kinder (von 6 bis 16 Jahre) 4 Euro


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