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Schnellzug nach London: Deutsche Bahn darf Eurotunnel nutzen

Eurotunnel: Ende eines Monopols Fotos
REUTERS

Die Deutsche Bahn kann künftig direkt nach London fahren: Dem Unternehmen ist die Genehmigung erteilt worden, den Eurotunnel zu nutzen. Erste Züge zwischen Frankfurt am Main und der britischen Hauptstadt rollen frühestens 2016.

London/Hamburg - Ein Monopol wird ausgehebelt. Bislang durchqueren den Kanaltunnel nur auf dem französischen TGV basierende Eurostar-Züge sowie Güterzüge und Pendelzüge für Autos, Busse und Lastwagen. Das soll sich nun ändern: Künftig darf auch die Deutsche Bahn Züge durch den Ärmelkanaltunnel nach London schicken. Nach dreijähriger Prüfung erteilte die zuständige Kommission am Freitag dafür die notwendige Genehmigung.

"20 Jahre nach dem Beginn der kommerziellen Verbindungen haben die Behörden den Kanaltunnel endlich für alle geöffnet", sagte Eurotunnel-Chef Jacques Gounon. Der Tunnel war im Jahr 1994 eröffnet worden. "Das sind wundervolle Neuigkeiten für Millionen von Passagieren in Nordeuropa", erklärte Gounon. Die Entscheidung werde den Bahnverkehr zwischen Großbritannien und anderen Ländern wie Deutschland und den Niederlanden beleben. Zu den bislang zehn Millionen Passagieren, die jedes Jahr durch den Tunnel befördert werden, dürften nun bald zwischen drei und vier Millionen hinzukommen.

Um die Genehmigung für die Deutsche Bahn hatte es lange Streit gegeben. Die französische Regierung und der Alstom-Konzern versuchten mit aller Macht zu verhindern, dass auch ICE-Züge von Siemens durch den Tunnel zwischen Frankreich und Großbritannien fahren dürfen. Hintergrund war die Sorge um millionenschwere Aufträge für die französische Industrie.

Im Oktober 2010 wurde die Alstom-Klage abgewiesen: Damals entschied ein Londoner Gericht, dass der Auftrag für den Bau von zehn Eurostar-Zügen an Siemens rechtens war. Noch im gleichen Monat absolvierte die Deutsche Bahn erstmals eine Testfahrt durch den Tunnel.

Die Deutsche Bahn hatte im vergangenen Jahr ihre Pläne für eine direkte Zugverbindung zwischen Frankfurt am Main und London auf frühestens 2016 verschoben. Künftig soll eine regelmäßige Hochgeschwindigkeitsverbindung in die britische Hauptstadt eingerichtet werden, möglicherweise auch mit der Strecke Köln-Brüssel-London. Ursprünglich sollten die ersten ICE-Züge bereits in diesem Jahr durch den Eurotunnel fahren.

bos/dpa/Reuters

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insgesamt 106 Beiträge
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1. Frankfurt -> London
gurrke 14.06.2013
Was das wohl kosten soll? 599€ ein weg? Ich durfte letztens 400km Bahn fahren da haben hin und Rückweg nur 199€ gekostet
2. ICE-Züge bereits in diesem Jahr durch den Eurotunnel
michael41464 14.06.2013
Hoffentlich dann ohne Panne. Es klingt verlockend. es wurde doch publiziert, daß Lieferprobleme bei IC und ICE. Nun Kapazität für England ? Der Tunnelzug sollte wirklich fehlerfrei sein.
3. Eurotunnel? Großer Name nichts dahinter.
rolandjulius 14.06.2013
Das Gegenstück ist wohl die Europabrücke in den Alpen. So viel ich weis fährt dort jedermann, sogar die Franzosen.
4. wundervolle neuigkeiten
dummgeblubber 14.06.2013
von frankfurt nach london in nur 6 stunden ! und das zum spottpreis von nur 150 euro. one way natürlich. weil man ja von frankfurt aus so schlecht nach london kommt ... und so teuer. für den preis der bahn ohne card50 fliegt man vermutlich 3 mal hin und zurück.
5. Mit welchen Zügen wollen die fahren?
wolfi55 14.06.2013
Die Deutsche Bahn hat ja dank Jahren Mehdornscher Sparpolitik kaum noch das Material den Bestandsverkehr zu fahren. Woher soll dann das Material kommen, den Neuverkehr abzuwickeln. Und vor allem, sind die Fahrzeuge dnen bereits in Frankreich zugelassen? Das kann noch eine Herausforderung werden.
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Logistik-Riese: Wichtige Fakten über die Bahn

Deutsche Bahn
Der Konzern
dpa
Mit einem Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und weltweit 285.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. 2012 machte die Bahn einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Jedes Jahr transportiert die Bahn weltweit fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.
Die Geschäftsfelder
Die Deutsche Bahn bietet neben dem Personenverkehr auch andere Transport- und Logistikdienstleistungen (DB Schenker) an. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit dem Fern- und Nahverkehr und dem Betrieb von Bussen im Stadtverkehr. Der Bereich DB Schenker, in dem unter anderem der Schiengüterverkehr gebündelt ist, trägt rund die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.
Der Chef
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Rüdiger Grube ist seit Mai 2009 Chef der Deutschen Bahn. Der Top-Manager hat sich von der Hauptschule über eine Berufsausbildung und ein Studium bis an die Spitze des Logistikkonzerns hochgearbeitet. Vor seinem Wechsel zum Staatsunternehmen war er im Vorstand des Autobauers Daimler für die Konzernentwicklung zuständig. Davor arbeitete Grube mehrere Jahre bei der Daimler-Benz Aerospace (DASA), die später im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufging.