Århus: Regenbogen auf dem Dach

Ein Hauch von Prenzlauer Berg in Dänemark: Das Szeneviertel Latinerkvarter in Århus hat sich zum Ausgeh- und Shoppingtipp gemausert. Die Stadt ist zudem Heimat eines spektakulären Kunstmuseums - und eine Hochburg engagierter Atomkraftgegner.

Århus: Szeneviertel und moderne Kunst Fotos
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Århus - Großstädte in Dänemark? Da denken die meisten an Kopenhagen und kommen danach ins Stocken. Die Hauptstadt ist so klar die Nummer eins, dass viele Touristen gar nicht wissen, dass es noch ein paar mehr gibt. Die klare Nummer zwei ist Århus. Königin Margarethe hat hier ein Schloss, Kronprinz Frederik hat in Århus studiert. Und für Touristen gibt es mehr als genug zu sehen - gerade für solche, die von Kopenhagen genug haben.

Eine Boomstadt ist Århus schon lange und zumindest auf Jütland die Nummer eins: In dem halben Jahrhundert bis 1909 verzehnfachte sie ihre Einwohnerzahl. Vor genau 100 Jahren bekam Århus den Zuschlag für die "Landesaustellung", eine Art Expo auf Dänisch. Das gab noch einmal einen Schub. Bald danach wurde Århus die zweitgrößte Stadt des Landes - und ist es noch heute. Auch die Uni ist mit 35.000 Studenten die zweitgrößte Dänemarks.

Das hat dazu beigetragen, dass Århus aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde und nun die dänische Großstadt mit den im Schnitt jüngsten Einwohnern ist. Annette Weyer kann sich noch gut an die Zeiten davor erinnern, als sie 1976 aus Berlin nach Århus gezogen ist: "Damals war es ganz anders. Abends wusste man oft nicht, wo man hingehen konnte", erzählt sie bei einer Führung durch das Latinerkvarter, dem hippsten Viertel der Stadt.

Heimat eines Aufkleber-Klassikers

In der Vestergade reihen sich Cafés und Galerien aneinander. Etliche Mode-Designer sind hier zu Hause. An einer Hausfront ist das berühmte "Atomkraft - Nein danke"-Symbol zu sehen, der Kreis mit der roten Sonne, den auch in Deutschland Tausende von Atomkraftgegnern ans Auto oder an die WG-Tür klebten. "Aber das ist das Original", sagt Annette Weyer. "Das Zeichen ist hier in Århus erfunden worden." Atomkraft hat im Latinerkvater noch immer keinen guten Klang, Fahrradfahren schon.

Ansehnlich renovierte Fachwerkhäuser finden sich hier, Schmuckläden und Kunsthandwerk wie die Glasbläserei von Mette Bülow Duus. Im Ofen wird gerade Glas geschmolzen. In den Regalen stehen formschöne Vasen in kräftigem Gelb oder Blau und Schalen mit Ständern, die sich lianengleich umeinander winden. Das ist typisch für dänisches Design - chic, schlicht und ein bisschen anders - und passt perfekt ins Latinerkvater. Genau wie die "Svineriet", ein Restaurant ein paar Minuten entfernt. Das Haus liegt in einem Innenhof, schräg gegenüber eines New-Age-Musikladens.

Die Wände sind hier mit Graffiti übersät. Es sieht aus wie in Berlin im Prenzlauer Berg, bevor die arrivierten Doppelverdiener kamen. Die Einrichtung des Restaurants ist gemütlich bis gediegen, die Preise sind wie im Prenzlauer Berg, seit die Doppelverdiener da sind. Das Berliner Szeneviertel wirkt in mancher Hinsicht wie ein Vorbild für das Latinerkvarter: "Hier schmecken die Croissants so gut wie im Prenzlauer Berg", wirbt ein Café in der Lynfabrikken.

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