Aufruf zu Toleranz "Tag der offenen Moscheen"

Bundesweit öffnen Moscheen am Tag der Deutschen Einheit ihre Türen. Unter dem Motto "Partner gegen Rassismus" rufen die Muslime in Deutschland zu Toleranz gegenüber dem Islam auf.


Eine Moschee ist nicht immer nur ein Gebetsraum, sondern oft auch ein Gemeindezentrum
DPA

Eine Moschee ist nicht immer nur ein Gebetsraum, sondern oft auch ein Gemeindezentrum

"Wir wollen uns mit der vorherrschenden Meinung über den Islam auseinander setzen, erklärte der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Baden-Württemberg, Riad Ghalaini. In Gespräch und Begegnung solle offenkundig werden, dass sich Muslime in Deutschland nicht ausgrenzen, sondern integrieren wollten. Nach den verheerenden Anschlägen in den USA wehren sich Muslime dagegen, dass der Islam immer wieder in Zusammenhang mit dem Terrorismus gebracht wird.

Zum ersten Mal hatte der Zentralrat der Muslime in Deutschland 1997 einen "Tag der offenen Moscheen" aufgerufen. Im vergangenen Jahr beteiligten sich etwa 1300 Moscheen bundesweit an der Aktion. Zu dem Projekt gehören auch in diesem Jahr Besichtigungen, Vorträge und Gespräche sowie Bewirtung im Zeichen der Gastfreundschaft. Zu der Veranstaltung hat der Zentralrat der Muslime in Deutschland die verschiedenen muslimischen Vereine aufgerufen.

"Echte Moscheen mit Minarett gibt es etwa 30 bis 40 in Deutschland", erklärt der Vorsitzende der christlich- islamischen Gesellschaft in Stuttgart, Murat Aslanoglu. Der Begriff "Moschee" wird aber durchaus unterschiedlich definiert. Eine Moschee sei nicht nur ein Gebetsraum. Fast überall gebe es auch eine Gaststätte, eine Bibliothek, einen Supermarkt, Schulungs- und Vortragsräume oder die Möglichkeit zur Übernachtung. "Es ist wohl eher ein Gemeindezentrum", sagt Aslanoglu.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.