Londoner Wahrzeichen "The Shard": "Bester Blick Europas"

Von , London

Bei Londonern ist er umstritten, doch Touristen werden ihn lieben: "The Shard". Der neue Wolkenkratzer bietet von seiner Aussichtsplattform einen einmaligen Rundumblick über die Metropole. Selbst bei Nebel ist die Sicht gut - dank eines technischen Tricks.

"The Shard": Panoramablick über London Fotos
REUTERS

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London-Besucher können ihn nicht übersehen: 310 Meter hoch ragt der neueste Wolkenkratzer der Stadt am Südufer der Themse aus dem Häusermeer. "The Shard", die Scherbe, heißt das gläserne Ungetüm, das bei Anwohnern durchaus gemischte Gefühle hervorruft.

Doch was manchen Londoner kaltlässt, dürfte schon bald zu einer Top-Attraktion für Touristen werden. Am 1. Februar 2013 eröffnet die öffentliche Aussichtsplattform im 69. Stock, und bereits jetzt sind nach Angaben der Betreiber mehrere zehntausend Tickets verkauft.

Nie gab es einen besseren Blick über die britische Hauptstadt als aus diesem Aquarium in 244 Meter Höhe: Wie Modelleisenbahnen wirken die weißen Vorortzüge, die den Bahnhof Waterloo verlassen und auf ihren Trassen in die Peripherie der Zehn-Millionen-Stadt gleiten. Am anderen Themse-Ufer erhebt sich die Skyline des Londoner Bankenviertels, "The Gherkin", der Heron Tower und - winzig klein - St. Paul's Cathedral. Der weiße Kuppelbau, der einst die Traufhöhe für alle Londoner Neubauten festlegte, ist von hier oben nur ein Gebäude unter vielen.

Im Osten erhebt sich das vertraute Wolkenkratzer-Ensemble der Canary Wharf, gleich daneben das neue Olympiastadion. "London ist sehr viel spannender als die Wüste", sagt Anders Nyberg, Chef der Viewing Gallery, der auch die Aussichtsplattform im Burj Khalifa in Dubai betreibt. Aus dem Shard habe man den "besten Blick Europas".

Wer ranzoomen will, hat die Gelegenheit mit einem von zehn sogenannten Tellscopes. Die digitalen Teleskope blenden Informationen zu den Sehenswürdigkeiten ein, die man gerade sieht. Und sie garantieren Fernblick, selbst wenn es neblig ist. Man muss sie nur auf "perfekte Sicht" einstellen - schon liegt London im Sonnenschein da. "Augmented Reality" nennt Nyberg das. Bisher gibt es diese Spielerei nur im Burj Khalifa.

Luxuswohnung für 50 Millionen Pfund

Angepriesen wird "The Shard" als "erste vertikale Stadt Europas". Nur die unteren 28 Stockwerke sind für Büros gedacht. Darüber befinden sich drei Stockwerke mit öffentlich zugänglichen Restaurants, darüber ein Fünf-Sterne-Hotel der Shangri-La-Kette mit 200 Zimmern. Es folgen 13 Stockwerke mit zehn Luxuswohnungen (der Rundumblick kostet 50 Millionen Pfund) und ganz oben schließlich die Aussichtsplattform.

Hierher gelangen Besucher binnen einer Minute mit zwei High-Speed-Fahrstühlen, inklusive Umsteigen im 35. Stock. Damit es keine Schlangen gibt, werden bei der Buchung halbstündliche Zeitfenster für den Eintritt zugewiesen. Wer einmal oben ist, kann so lange bleiben, wie er möchte. Die Preise sind happig: 24,95 Pfund für Erwachsene und 18,95 Pfund für Kinder. Die Betreiber verweisen auf internationale Vergleichswerte. Das Empire State Building in New York kostet 25 Dollar. Und der Schnellzugang zum London Eye, dem Riesenrad gegenüber von Big Ben, kostet ebenfalls 25 Pfund.

"The Shard" war Anfang Juli mit einer spektakulären Lasershow eingeweiht worden. Doch gefeiert wurde nur die Fertigstellung der Fassade. Im Inneren wird noch gewerkelt. Die ersten Mieter werden erst 2013 einziehen. Bislang ist das Shangri-La-Hotel der einzige Mieter. Die Restaurants und Büros haben noch keine Abnehmer gefunden. Dabei liegen die Mieten laut Maklerfirma Knight Frank 40 Prozent unter denen im West End.

Während der Büromarkt schwierig ist, dürfte die Aussichtsplattform keine Nachfrageprobleme haben. Bis zu 5000 Besucher täglich kann sie empfangen. Wie das London Eye soll sie zu einer der ersten Anlaufstellen für London-Besucher werden, die sich einen Überblick verschaffen wollen.

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Brutalismus als Mahung
horstwende 11.08.2012
Absolut monströs, beliebig und brutal, könnte auch in irgendeinem Emirat stehen. Geld kein Geschmack Architekt der dank neuester Software irgendwas zusammenschustert = moderne Protzbauten, die dem Rest der Bewohnerschaft das Stadtbild verschandeln. Hoffentlich bleiben wir hier in Deutschland von solchen architektonischen Fehlleistungen verschont - die Scheußlichkeiten der 60er bis 80er müssten eigentlich als Mahnung reichen.
2. Die schönste Stadt der Welt
herr minister 11.08.2012
Bester Blick Europas? Wird wohl Zeit, dass der Engländer mal was anderes sieht auf dem Kontinent als Malle. Die gammlige Themse neben dem Golden Eye ist ja ein echter Hingucker. Schon mal über Barcelona geschaut oder am Sacre Ceur Paris erlebt? Im alten Lissabon den Tejo bewundert oder in Prag... ach was, god save the queen.
3. Ja
felix_bach 11.08.2012
Ja, alles schon gesehen und alles kommt gegen London nicht an (vor allem nicht ddas vershclaffene Berlin) . Das Hochhaus sieht faszienierend aus (Glasscherbe) und passt gut zum Stadtbild. Cheers! QUOTE=herr minister;10729819]Bester Blick Europas? Wird wohl Zeit, dass der Engländer mal was anderes sieht auf dem Kontinent als Malle. Die gammlige Themse neben dem Golden Eye ist ja ein echter Hingucker. Schon mal über Barcelona geschaut oder am Sacre Ceur Paris erlebt? Im alten Lissabon den Tejo bewundert oder in Prag... ach was, god save the queen.[/QUOTE]
4.
Miller3000 11.08.2012
Zitat von horstwendeHoffentlich bleiben wir hier in Deutschland von solchen architektonischen Fehlleistungen verschont
Zum Glück ist das Geschmackssache! Mit einem 70er oder 80er Jahre Bau hat dieses Gebäude in etwa so viel zu tun wie die katholische Kirche mit der Reeperbahn. Meiner Meinung nach sollte man in Deutschland unbedingt mal wieder ein Gebäude bauen, welches das Interesse der Welt auf sich zieht, so wie jetzt the Shard in London. Einfach etwas repräsentatives. Das interessiert die Leute, lockt sie an. Wenn man sieht wie London sich weiterentwickelt hat und in den letzten Jahren noch moderner geworden ist, ohne das traditionelle zu vernachlässigen, dann finde ich das großartig. Hier kann sich Berlin nicht nur eine sondern gleich zwei oder drei Scheiben von abschneiden. Das muss das Ziel für unsere Großstädte sein. Neues und altes zu vereinen, Wolkenkratzer und historische Bauwerke in einer Stadt.
5.
BlakesWort 11.08.2012
Zitat von Miller3000Zum Glück ist das Geschmackssache! Mit einem 70er oder 80er Jahre Bau hat dieses Gebäude in etwa so viel zu tun wie die katholische Kirche mit der Reeperbahn. Meiner Meinung nach sollte man in Deutschland unbedingt mal wieder ein Gebäude bauen, welches das Interesse der Welt auf sich zieht, so wie jetzt the Shard in London. Einfach etwas repräsentatives. Das interessiert die Leute, lockt sie an. Wenn man sieht wie London sich weiterentwickelt hat und in den letzten Jahren noch moderner geworden ist, ohne das traditionelle zu vernachlässigen, dann finde ich das großartig. Hier kann sich Berlin nicht nur eine sondern gleich zwei oder drei Scheiben von abschneiden. Das muss das Ziel für unsere Großstädte sein. Neues und altes zu vereinen, Wolkenkratzer und historische Bauwerke in einer Stadt.
Nun tun Sie London bitte nicht Unrecht und vergleichen es mit dem gammeligen Berlin. Hier steht schon genug Büroraum leer, da braucht es keinen Tower, der sowieso nie gefüllt wird. Außerdem schauen doch grad alle auf den Flughafen! ;-) Ich finde die Scherbe häßlich. Der erträglichste Ort dürfte somit tatsächlich im Inneren sein, damit uns der Anblick von Außen verschont bleibt. Aber die Augmented Reality ist eine schöne Idee. Läßt sich zum Beispiel auch im Naturkundemuseum in Berlin anschauen.
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