Aussteigerin in Irland Mein Spinnrad, mein Haus, meine Insel

Kein fließend Wasser, kein Strom - und kein Nachbar weit und breit: Die Aussteigerin Sue Redican wohnt von Frühjahr bis Herbst alleine auf der legendären Great Blasket Island im Westen Irlands. SPIEGEL-ONLINE-Reporter Jörg Pfeiffer hat die genügsame Weberin für seinen neuen Videoblog besucht.

Jörg Pfeiffer

Die irischen Blasket-Inseln sind schon seit über 50 Jahren menschenleer - nur Sue Redican aus Wales lebt heute auf der größten Insel des Archipels vor der Halbinsel Dingle, auf Great Blasket Island. Die Weberin aus Wales lebt unter einfachen Bedingungen, ohne Strom und ohne fließend Wasser. Die letzten 22 Bewohner hatten 1953 die begrünten Felsbrocken im Atlantik verlassen, sie ließen ihre Häuser zurück und eine legendär gewordene Kultur.

Die Insulaner waren weithin bekannt für ihr besonders reines Irisch und ihre sehr einfache Lebensweise - das machte sie attraktiv für forschende Anthropologen, Sprachwissenschaftler und Soziologen. Berühmt wurden auch die Alltagsbeschreibungen einiger Blasket-Einwohner. So zählt "Die Boote fahren nicht mehr aus" (1929) von Thomas O'Crohan heute zu den wichtigsten Werken der gälischen Literatur, ins Deutsche übersetzt wurde es von Annemarie und Heinrich Böll.

SPIEGEL-ONLINE-Reporter Jörg Pfeiffer hat für seinen neuen Videoblog einen Abstecher auf die Great Blasket Island gemacht - und Sue Redican und ihren Alltag in Abgeschiedenheit kennengelernt. Auch in den kommenden Wochen wird Pfeiffer irische Originale porträtieren - und etwa den Seetang-Bademeister von Kilcullen, die Pony-Kids von Dublin und die Schwimmer von Fortyfeet vorstellen.

Verfolgen Sie seine Berichte auf der Themenseite "Pfeiffers Reisen". Dort finden Sie auch die bisherigen Videoblogs seiner Fahrten in Deutschland, den USA, Großbritannien, Indien und Rumänien.

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insgesamt 85 Beiträge
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Gertrud Stamm-Holz 14.07.2010
1.
Nun, ganz so touristisch sehe ich Irland nicht. Das Land bietet mehr als Folklore, Pubs und Steilküsten. Meine absolute Lieblinsecke ist das County Donegal. Weil dort einfach niemand ist. Die Touris treiben sich im Süden rum und mögen dort auch gerne bleiben. Ich war damals in einem Glen unterwegs, habe angehalten, mir die Berge angeschaut, irgendwo im Hintergrund weisse Tupfen gesehen (Schafe) und habe dabei die Stille gehört. Da war nicht ein einziges Geräusch. Kein Auto, kein Flugzeug, kein Wind, kein Vogel, nichts. Das war eine grandiose Empfindung und Erfahrung.
Nonvaio01 14.07.2010
2. Definitiv nicht Dublin
Hallo, ich lebe seit jahren in Irland, arbeite in Dublin und lebe ausserhalb von Dublin. Dublin selber is eine dreckige und sehr teure stadt. Ein Bier schlaegt mit 6€ zu buche. Ein Sandwich ca 5€, eine dose Cola 2-3€. Billigste Uebernachtungen im einfachsten Hotel fangen bei 40€ an das ist dann aber ohne jeglichen komfort. Ausserhalb von Dublin ist Irlan schoen und die leute sind Nett. Dingle is sehr Nett und der Westen.
Gertrud Stamm-Holz 14.07.2010
3.
Zitat von Nonvaio01Hallo, ich lebe seit jahren in Irland, arbeite in Dublin und lebe ausserhalb von Dublin. Dublin selber is eine dreckige und sehr teure stadt. Ein Bier schlaegt mit 6€ zu buche. Ein Sandwich ca 5€, eine dose Cola 2-3€. Billigste Uebernachtungen im einfachsten Hotel fangen bei 40€ an das ist dann aber ohne jeglichen komfort. Ausserhalb von Dublin ist Irlan schoen und die leute sind Nett. Dingle is sehr Nett und der Westen.
Dublin ist eine sehr schöne und angenehme Stadt, wenn man sich im touristischen Bereich bewegt. Ausserhalb dieses Bereiches findet sich ein anderes Bild. Wo man durchaus aufpassen sollte als Urlauber. Die Iren sind ein nettes Volk. Gerne ruppig, aber nett und hilfsbereit.
flowpower22 15.07.2010
4. Cork
Zitat von sysopUnterwegs in Irland: Wer die irische Insel liebt, schätzt ihre Steilküsten, Pubs und Folkloremusik. Was sind Ihre Lieblingsplätze?
Cork ist eine bezaubernde mittelgrosse Stadt mit viel Flair, vor allem im Winter.
Mulcahy 18.07.2010
5.
Zitat von flowpower22Cork ist eine bezaubernde mittelgrosse Stadt mit viel Flair, vor allem im Winter.
guten morgen flowpower22, da stimme ich ihnen zu. ich habe in cork gearbeitet und in clonakilty gewohnt. eine wunderbare gegend, viel grün, nette, hilfsbereite leute, nur der corkdialekt ist mörderisch. am anfang habe ich, obwohl ich jahrzehntelang mit englisch gut durchgekommen bin, überhaupt nichts verstanden, nicht einmal, über welches thema gerade gesprochen wurde. iren haben mir aber versichert, sie hätten auch probleme, corkleute zu verstehen :) clonakilty: heimat von michael collins, nicht so teuer wie cork stadt und ums eck gleich das meer und von dort ist es nicht mehr so weit zu den kilarny seen, die ebenfalls sehenswert sind. mfg
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