Preisanpassung: Schweiz erhöht ab 2015 Gebühren für Autobahn-Vignette

Schweiz-Reisende werden in Zukunft tiefer in die Tasche greifen müssen, wenn sie das Alpenland mit dem Wagen durchqueren: Die Jahres-Vignette soll um 150 Prozent teurer werden. Günstiger kommt davon, wer sich nur kurzzeitig auf den Autobahnen der Eidgenossen aufhält.

Bußgeldankündigung in der Schweiz: Die Autobahn-Vignette wird teurer Zur Großansicht
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Bußgeldankündigung in der Schweiz: Die Autobahn-Vignette wird teurer

Bern - Das Fahren auf Schweizer Autobahnen wird ab 2015 erheblich teurer als bisher: Die Jahresvignette soll dann nach dem Willen der Parlamentsmehrheit 100 Franken kosten (fast 82 Euro nach derzeitigem Umtauschkurs), wie der Autoclub ADAC am Mittwoch in München mitteilte. Das entspricht einer Steigerung um 150 Prozent.

Für Touristen und andere Kurzbesucher soll es künftig auch eine preiswertere Vignette geben. Sie soll auf zwei Monate begrenzt sein und nach den Vorstellungen des Verkehrsministeriums in Bern so viel kosten wie bislang die Jahresvignette: 40 Franken (32 Euro).

Deutsche Urlauber würden dann unverhältnismäßig zur Kasse gebeten, kritisierte der ADAC. "Unseren Mitgliedern wie auch allen anderen Autofahrern in Europa ist nicht zu vermitteln, dass sie für eine Zwei-Monats-Vignette dasselbe Geld bezahlen müssen, wie bisher für eine Jahresvignette", erklärte Max Stich, ADAC-Vizepräsident für Tourismus.

Die Pläne, die vom Nationalrat - der großen Kammer des Schweizer Parlaments - zu Wochenbeginn mit 97 zu 89 Stimmen gutgeheißen wurden, müssen nicht zwingend umgesetzt werden. Sondern nur dann, wenn der Bund tatsächlich erheblich mehr Geld für Straßenbau und -erhaltung benötigt und dafür vorgesehene Rückstellungen in der Staatskasse unter eine Milliarde Franken sinken.

Verkehrsministerin Doris Leuthard machte jetzt aber deutlich, dass ohne Erhöhung auf 100 Franken bald nicht mehr genug Geld für alle Aufgaben zur Erweiterung und Modernisierung des Straßennetzes zur Verfügung stehen würde. Die erste Anpassung des Vignettenpreises nach 20 Jahren werde angesichts schwindender Reserven unumgänglich sein.

jus/dpa/AFP

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1. Naja...
Neckarwelle 06.03.2013
...dann wird es bald eben nur noch ein Urlaub pro Jahr in der Schweiz sein, die Touristikbranche wird's sicher freuen. Überzogene Geschwindigkeitsbußen, horrende Restaurantpreise, wachsende Ausländerfeindlichkeit - auch andere Länder sind schön. Das Gejammer der Hotels und Skiliftbetreiber wird dann sicher bis Bern zu hören sein.
2. Find' ich gut...
theo_rie 06.03.2013
Aber nur wenn im Gegenzug ENDLICH die deutsche PKW-Vignette eingeführt wird!
3.
Flari 06.03.2013
Zitat von theo_rieFind ich gut.. Aber nur wenn im Gegenzug ENDLICH die deutsche PKW-Vignette eingeführt wird!
Und was haben Sie davon? Zahlen Sie gerne mehr fürs Autofahren, Hauptsache, die bösen Ausländer müssen das auch? In AT und CH tragen Transitreisende, Urlauber, etc. ggf. zu über 50% des PKW-Mautaufkommens bei. Bei würden die Ausländer wahrscheinlich nicht einmal die Verwaltungskosten einbringen.. Aber Hauptsache, die müssen auch mal blechen??
4. Die Schweizer haben eben keine Autolobby
MS_FFM 06.03.2013
So kommt es, wenn ein Land nicht von der Autolobby beherrscht wird: es wird viel in die Bahn investiert, Geschwindigkeitsbeschränkungen werden streng geahndet (und eben nicht als "Abzocke" bezeichnet), in den Städten bewegt man sich zu Fuss oder mit dem Fahrrad, und man verteuert eben die Autobahngebühr, so wie man gerade will. Alles auch eine Folge der "bösen" direkten Demokratie. Ich kann es den Eidgenossen nicht vergönnen.
5. Und
forumgehts? 06.03.2013
Zitat von theo_rieAber nur wenn im Gegenzug ENDLICH die deutsche PKW-Vignette eingeführt wird!
das allein schon wegen der Holländer! Aber da tun mir dann doch wieder die paar 100.000 deutsche Arbeitnehmer leid, die am Wochenende immer die A81 bevölkern. ;)
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