Bern - Das Fahren auf Schweizer Autobahnen wird ab 2015 erheblich teurer als bisher: Die Jahresvignette soll dann nach dem Willen der Parlamentsmehrheit 100 Franken kosten (fast 82 Euro nach derzeitigem Umtauschkurs), wie der Autoclub ADAC am Mittwoch in München mitteilte. Das entspricht einer Steigerung um 150 Prozent.
Für Touristen und andere Kurzbesucher soll es künftig auch eine preiswertere Vignette geben. Sie soll auf zwei Monate begrenzt sein und nach den Vorstellungen des Verkehrsministeriums in Bern so viel kosten wie bislang die Jahresvignette: 40 Franken (32 Euro).
Deutsche Urlauber würden dann unverhältnismäßig zur Kasse gebeten, kritisierte der ADAC. "Unseren Mitgliedern wie auch allen anderen Autofahrern in Europa ist nicht zu vermitteln, dass sie für eine Zwei-Monats-Vignette dasselbe Geld bezahlen müssen, wie bisher für eine Jahresvignette", erklärte Max Stich, ADAC-Vizepräsident für Tourismus.
Die Pläne, die vom Nationalrat - der großen Kammer des Schweizer Parlaments - zu Wochenbeginn mit 97 zu 89 Stimmen gutgeheißen wurden, müssen nicht zwingend umgesetzt werden. Sondern nur dann, wenn der Bund tatsächlich erheblich mehr Geld für Straßenbau und -erhaltung benötigt und dafür vorgesehene Rückstellungen in der Staatskasse unter eine Milliarde Franken sinken.
Verkehrsministerin Doris Leuthard machte jetzt aber deutlich, dass ohne Erhöhung auf 100 Franken bald nicht mehr genug Geld für alle Aufgaben zur Erweiterung und Modernisierung des Straßennetzes zur Verfügung stehen würde. Die erste Anpassung des Vignettenpreises nach 20 Jahren werde angesichts schwindender Reserven unumgänglich sein.
jus/dpa/AFP
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