An der ersten Adresse des noblen Schweizer Skiortes steigt von jeher der internationale Jet-Set ab, oder trifft sich hier zumindest zum Après-Ski: Prinzessin Caroline von Monaco, der Sultan von Brunei, Gunilla von Bismarck, Ira von Fürstenberg und Rockstar Tina Turner kamen, ebenso der Entertainer Rudi Carrell. Auch der britische Regisseur Alfred Hitchcock kehrte immer wieder gern zurück.
Das "Palace Hotel" entstand am Ende des 19. Jahrhunderts auf den Grundsteinen des "Hotel Beau Rivage", das Caspar Badrutt erworben hatte. Seither ragt es am Ufer des Moritzer Sees empor wie ein Schloss. Die graubraune Kalksandsteinfassade und der markante viereckige Turm sind weithin sichtbar. Für viele ist das Hotel das "Wahrzeichen von St. Moritz".
Caspar Badrutts Vater Johannes wird nachgesagt, er habe den alpinen Wintertourismus erfunden - durch den Bau von Curlingbahnen und der ersten Schlittschuhbahn der Welt. Als erste Wintergäste in St. Moritz soll er Engländer ins Oberengadin gelockt haben. Johannes Badrutt erwarb bereits 1856 eine kleine Pension in St. Moritz und baute diese später zum heute noch bestehenden "Hotel Kulm" aus. 1913 bot Johannes' Enkel Hans den "Palace"-Gästen eine weitere sportliche Neuheit: die den Hotelangaben zufolge erste Tennishalle Europas.
Nach einem Einbruch durch den Ersten Weltkrieg, der die Gäste aus dem Ausland fern hielt, ging es mit dem Nobelhotel steil bergauf: Die "Goldenen Zwanziger Jahre" ließen auch St. Moritz und das "Palace" erstrahlen. Zum Rekordjahr wurde 1928, als St. Moritz Gastgeber der Olympischen Winterspiele war, wie 1948 dann noch einmal. Doch der Börsencrash an der New Yorker Wall Street 1929 wirkte sich schon kurz nach dem Olympiaerfolg bis in die Schweizer Berge aus. Einen weiteren Rückschlag bedeutete der Zweite Weltkrieg. Ende der vierziger Jahre kamen die Gäste allerdings wieder nach Graubünden: zuerst die Engländer, dann die Amerikaner und die Italiener.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Hotel mehrfach erweitert. Ein Schwimmbad samt Fitness-Center und eine Einkaufsarkade wurden um 1970 erbaut und später um einen Beauty-Spa erweitert. In den achtziger Jahren folgte der Anbau "Suot Mulin" mit Eigentumswohnungen und Suiten. Seit 1999 managt die US-Luxushotelgruppe Rosewood Hotels & Resorts das "Badrutt's Palace" mit seinen 209 Zimmern und Suiten.
Die Hauptsaison in St. Moritz ist der Winter mit zahlreichen touristischen und kulturellen Höhepunkten. Events rund um Eis und Schnee finden im Zentrum des 1856 Meter hoch gelegenen Ortes statt. Dann gibt es Cresta- und Bob-Rennen, Skispringen, Poloturniere und die spektakulären Pferderennen "White Turf" über den zugefrorenen See. Der traditionelle Volkslauf "Engadiner Skimarathon" zieht jedes Jahr tausende Langläufer aus aller Welt nach St. Moritz. Zudem locken ungezählte Ski- und Snowboard-Pisten.
Wer es ruhiger mag, besteigt eine Pferdekutsche, zieht sich eine Pelzdecke über die Schultern und lässt sich durch den verschneiten Stazerwald ziehen. Oder er wandert auf den Spuren der Steinböcke durch die Naturparks der Region.
Zur Auswahl stehen für das Abendessen mehrere Restaurants: Im "Le Restaurant" etwa wird französisch diniert, im "Le Relais" mit seinem begehbaren, ins Restaurant integrierten Weinkeller euroasiatisch und in der "Trattoria" italienisch. Außerdem gehört zum Hotel das "Chesa Veglia", das im ältesten Haus von St. Moritz aus dem Jahre 1658 eingerichtet wurde und seit 1936 zum Hotel gehört. Hier bieten drei Restaurants rustikale Engadiner und Schweizer Spezialitäten.
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