Breuels Expo-Fazit "Lohnende Investition"

Die Expo-Führung hat bereits zwei Tage vor dem offiziellen Ende der Weltausstellung Bilanz gezogen. Trotz des Milliardendefizits sei die Expo "eine lohnende Investition" gewesen, sagte Generalsekretärin Birgit Breuel.


Expo-Generalsekretärin Birgit Breuel
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Expo-Generalsekretärin Birgit Breuel

Hannover - Die funfmonatige Expo 2000 sei ein "Fest der Völker" gewesen, so Breuel. Zwar sind statt der ursprünglich 40 Millionen Eintrittskarten nur 18 Millionen Tickets verkauft worden, trotzdem ist die Veranstaltung nach Lesart der Verantwortlichen ein Erfolg.

Der Vorsitzende des Komitees der Teilnehmerländer, der dänische Generalkommissar Ole Philipson, zog eine "sehr positive" Schlussbilanz. Die 156 Teilnehmerländer, die zusammen rund 1,5 Milliarden Dollar in die Expo investiert hätten, seien zufrieden und hätten die deutschen Besucher als ernsthaft interessiert und mit einem großen kulturellen Verlangen kennen gelernt. Das Weltausstellungsgelände habe sich durch die Kombination von Hallen und Pavillons als sehr gut geeignet gezeigt.

Der Präsident des internationalen Weltausstellungbüros B.I.E., Gilles Noghes, bezeichnete die gut 18 Millionen Besucher der Expo als Massenerfolg. Mit über 100.000 Gästen habe die Ausstellung mehr als doppelt so viel Gäste angezogen wie der weltgrößte Freizeitveranstalter Disneyland Tokio. Die Expo in Hannover habe gezeigt, dass auch Nordeuropa für Weltausstellungen geeignet sei. Der Stadt Hannover und dem Land Niedersachsen werde die Ausstellung einen wirtschaftlichen Schub geben. Sehr zufrieden sei das B.I.E. mit der zu 92 Prozent bereits feststehenden Nachnutzung des Geländes, sagte Noghes.

Nach Angaben von Expo-Geschäftsführer Sepp Heckmann wird das 160 Hektar große Gelände im Süden Hannover zu 92 Prozent nachgenutzt werden. 88 Prozent der Expo-Besucher stammten aus Deutschland, davon mehr als die Hälfte aus Hannover und Norddeutschland. Allein 1,8 Millionen Schüler hätten die Weltausstellung besucht. 35 Prozent aller Besucher seien 14 bis 29 Jahre alt gewesen, 54 Prozent im Alter von 30 bis 59 Jahren und zehn Prozent ab 60 Jahre.

Expo-Geschäftsführer Reinhard Volk sagte, dass sich die Veranstaltung trotz des zu erwarteten Defizits von 2,4 Milliarden Mark für den Steuerzahler gelohnt habe. Ein von der Expo GmbH in Auftrag gegebenes Gutachten ergebe auch in einer Minimalvariante zusätzliche Steuereinnahmen auf Grund der Ausstellung von 2,7 Milliarden Mark, so Volk. Das betriebswirtschaftliche Defizit, das einen Schatten auf die Bilanz werfe, werde bei 2,4 Milliarden Mark oder leicht darunter liegen.

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